13 Februar 2010


Die Atlanta Hawks würden gerne einen Big Man verpflichten, um die Bank zu stärken und sich für die Playoffs zu wappnen. Ein Wunschkandidat für den kleinen Geldbeutel ist Kurt Thomas, der Veteran von Bucks. Im Gegenzug könnte man mit Maurice Evans und Jason Collins zwei auslaufende Verträge nach Milwaukee schicken, und alle wären glücklich.

Boston steht vor einer schweren Entscheidung. Die Mannschaft läuft ihrer Form meilenweit hinterher. Cleveland, Orlando und sogar die Hawks sind den Celtics spielerisch momentan weit voraus. Kritiker wollen unbedingt einen Ray Allen-Deal sehen in den kommenden Tagen, es ist aber unwahrscheinlich, dass GM Danny Ainge das Championship-Trio Garnett-Pierce-Allen auseinander reisst. Eher möglich wäre ein Paket, bestehend aus ein paar auslaufenden Verträgen (House 2.8 Mio, Tony Allen 2.5 Mio, Scalabrine 3.4 Mio) im Tausch für einen Mid-Level Player auf dem Markt. Trotzdem hat Boston angefragt bei Phoenix (Amare), Washington (Butler, Jamison), Philadelphia (Iguodala) und Sacramento (Kev Martin)

So gut wie beschlossen war diese Woche bereits ein Tausch mit den
Charlotte Bobcats, bei dem nur noch Details verfeinert werden müssen: Glen Davis wechselt für DJ Augustin nach Charlotte. Larry Brown erhält so seine gewünschte Verstärkung unter dem Korb, während die Celtics für etwas Entlastung auf der 'Eins' sorgen. Larry Brown ist zudem an Brendan Haywood interessiert, der die Bobcats zusätzlich auf der schwach besetzten 'Fünf' unterstzützen würde.

Die
Bulls bemühen sich seit geraumer Zeit, einen Marquee Player in die windige Stadt zu locken. Wunschkandidaten sind Dwyane Wade und/oder Chris Bosh, die aber frühestens im Sommer nach Illinois übersiedeln würden. Auch Amare Stoudemire würde man in Chicago aber gerne sehen, und so versucht Manager John Paxson emsig, die Suns zu einem Deal zu überreden. Das Angebot: Kirk Hinrich plus Tyrus Thomas, der bei den Bulls in Ungnade gefallen ist und sicherlich einen neuen Arbeitgeber finden wird - spätestens dann im Sommer. Weitere Gerüchte aus Chicago: die Bulls stehen mit den New York Knicks in Verhandlungen über einen möglichen Tausch 'Tyrus Thomas & co. für Al Harrington'. Ebenfalls möglich wären Deals mit Minnesota, Denver oder Houston, die allesamt sehr stark an Thomas interessiert sind.

Auch die
Cleveland Cavaliers sind eifrig am buhlen und würden am liebsten jeden potenten Power Forward nach Ohio locken, um Lebron im Sommer zum Bleiben zu überreden. Neben Amare Stoudemire haben es vor allem Troy Murphy und Antawn Jamison (grosse Spieler mit einem exzellenten Wurf von aussen) den Cavs und ihrem GM, Danny Ferry angetan. Im Gegenzug würde Cleveland wohl JJ Hickson und Zydrunas Ilgauskas abgeben. Ausser einem PF/C würde Cleveland am liebsten gleich noch einen sehr guten SG mit an Bord holen - und klebt seit Wochen an Kevin Martin (Kings) sowie Rip Hamilton (Pistons). Die Cavs werden wohl alles auf eine Karte setzten, um den Titel in diesem Jahr zum ersten Mal zu ergattern. Jamison wäre wohl die sportlich beste Lösung, doch es bleibt abzuwarten, ob Washington seinen Franchise Player ziehen lassen will.

Zumal Caron Butler ernsthaft mit den
Dallas Mavericks in Verbindung gebracht wird als hochklassige Scoring-Option auf der 'Zwei'. Josh Howard läuft seiner Form hinterher, und Mark Cuban hat bereits angekündigt, auf dem Trade-Markt aktiv zu werden - mit Howard als "Bauernopfer". Ein Howard-für-Butler Deal wäre finanziell machbar und momentan ganz oben auf der Mavs-Wunschliste. Sollte dieser Tausch platzen, wird man in Big D auf die "Notlösungen" Kevin Martin (Sacramento) oder Andre Iguodala (76ers) zurückgreifen.

Die
Nuggets möchten einen weiteren Big Man haben. Auf der Wunschliste ganz oben: ex-Teamkollege Marcus Camby von den Clippers. LA's anderes Team wird mit den Playoffs trotz neuem Coach in dieser Saison nichts zu tun haben, und könnte im Gegenzug für Camby ein paar junge Spieler erhalten. Allerdings müsste man hier ein drittes Team einschalten, denn Denver bekommt keine 9 Mio. in mittleren/auslaufenden Verträgen zustande - zumindest will der amtierende Western-Conference Finalist keinen seiner Top 6 verscherbeln, inklusive Super-Neuling Ty Lawson. Die Chancen für einen Deal seines Teams in den nächsten Tagen betitelt ein Nuggets-Mitarbeiter mit 50:50.

Die
Detroit Pistons setzen grosse Hoffnungen in den wilden Free Agent Sommer. Dementsprechend bleibt es ziemlich ruhig um die sportlich tief gesunkenen ehemaligen NBA-Champions. Joe Dumars, der mit miserablen Personalentscheidungen in den letzten beiden Jahren viel zur aktuellen Misere beigetragen hat, würde zwar gerne die furchtbaren Verträge von Rip Hamilton (46 Mio für 4 weitere Jahre) sowie Tayshaun Prince (21 Mio für 2 Jahre) loswerden - nur will die nicht wirklich jemand haben.

Golden State hat ebenfalls nicht wirklich was zu bieten, sieht man mal von Raja Bell's auslaufendem Vertrag ab (5.2 Mio). Wenn überhaupt, könnte GM Larry Riley durch geschicktes Verhandeln einen potentiellen ungeschliffenen Diamanten an Land ziehen - wenn er denn entweder geschickt verhandeln oder einen ungeschliffenen Diamanten erkennen könnte. Da beides auf Riley nicht zutrifft, wird es hier kaum signifikante Moves geben. Beweis gefällig: anstatt Speedy Claxton's auslaufenden Vertrag (5.2 Mio) als Anlage in einem kleinen oder auch grösseren Tauschgeschäft zu verwenden, kaufte Riley den alten Guard einfach aus dem Vertrag raus. Das Geld hätte er so oder so bezahlen müssen, jetzt gibt's halt gar nichts dafür. Stark gemacht !

Das absolute Pendant zu den unfähigen Warriors sind sicherlich die
Houston Rockets und ihr schlitzohriger Manager Daryl Morey. Zwar verfügt man hier über ein paar auslaufende Deals (Scola, Landry, Lowry), plant aber langfristig und gibt nie zuviel Geld für Spielerverträge aus. Dennoch haben die Rockets ein Monster-As im Ärmel, einen lächerlich überproportionierten Deal aus besseren NBA-Tagen, als 100 Millionen-Verträge für Superstars an der Tagesordnung waren: Tracy McGrady's bald auslaufender Vertrag, der diesen Sommer 23 Mio. $ an Ersparnissen bringen wird. Allein das ist mehr als ein Drittel des Salary Cap und reicht heutzutage locker, um zwei sehr gute Spieler zu bezahlen. Entweder ein Tauschpartner offeriert in den nächsten Tagen einen guten Preis, oder Morey sitzt den Vertrag aus und zieht im Sommer ein paar exzellente Spieler an Land. Die Knicks würden McGrady gern eine Chance geben, für einen neuen Deal im Sommer zu spielen. Die Möglichkeiten: NY bietet ein paar auslaufende Verträge für T-Mac, oder Houston kauft McGrady aus seinem Vertrag heraus, woraufhin er für die restliche Saison bei den Knicks fürs Minimum unterschreiben könnte. So oder so: in Houston hat McGrady ausgedient.

Teil 2 folgt in Kürze...