14 Februar 2010


Indiana hatte viel Pech, denn das Management um Larry Bird versucht seit Monaten, Veteran Jeff Foster an den Mann zu bringen. An Interessenten mangelte es wahrlich nicht, doch Foster fällt nun mit einer schweren Rückenverletzung für den Rest der Saison aus.- Deal geplatzt ! Am ehesten könnte noch TJ Ford und sein 8 Millionen Vertrag verschifft werden. Potentielle Tradepartner reissen sich allerdings nicht wirklich um TJ.

Bei den
Los Angeles Clippers ist die Saison gelaufen. Die Zukunft scheint aber rosiger denn je: viel Geld zur Verfügung, ein potentieller Starcoach plus mindestens ein Elite-FreeAgent ab dem Sommer, ein hoher Draft-Pick plus Blake Griffin, der noch kein einziges Spiel für die Clips absolvieren konnte. Mike Dunleavy, der ex-Coach, kann sich nun ganz aufs Managen konzentrieren, und will "einen Spieler mit Starpotential locken, noch vor dem Sommer." Wichtigster Anlagengut ist Marcus Camby und sein auslaufender Vertrag, der bei einem Playoff-Aspiranten wie Denver (sehr interessiert) besser aufgehoben ist als bei einem Lotterie-Team wie den Clippers. Hartnäckig halten sich Gerüchte über einen 'Camby + Al Thornton für Iguodala' Deal. Auch Luol Deng steht unter Beobachtung. Dunleavy's visionärer Plan für 2010-11: ein richtig guter Spieler jetzt, ein Top Free Agent im Sommer, Camby zurück, ein Impact Rookie im Draft plus Griffin gesund zurück.

Die Stadtrivalen
LA Lakers stehen trotz andauernder Verletzungsmisere (Gasol, Bynum, Artest, Kobe) immer noch auf Platz eins im Westen und dürften - vorausgesetzt es kommt kein Hammerangebot auf den Tisch geflattert - ruhig bleiben. Zwar waren Devin Harris oder Kirk Hinrich als Upgrade auf der PG-Position im Gespräch, allerdings will man bei Lila-Gold kein zusätzliches Geld aufladen. Wenn überhaupt, würde man hier gerne den ein oder anderen Spieler loswerden, um vom Luxury Tax ein bisschen einzusparen. Die Triangle-Offense ist schwer zu erlernen, ein Neuling im Team würde die Nuancen des komplexesten Angriffssystems im Basketball bis zu den Playoffs nicht gemeistert bekommen. Man hält sich in LA-LA Land für stark genug, wenn alle gesund mit an Bord sind. Fazit: kein Impact Trade, höchstens ein Minimum Deal, um einen laufenden Vertrag (zB. Adam Morrison, Walton oder Vujacic) abzustossen.

Bei den
Memphis Grizzlies herrscht kein Trade-Bedarf. Zu harmonisch spielen die Jungspunde seit dem Weggang von Allen Iverson zusammen, man will hier mit dem bestehenden Material eine Mannschaft für die Zukunft formen. Einziges Fragezeichen bleibt Rudy Gay, dessen Rookie-Deal im Sommer ausläuft. Die ganze Liga wird hinter Gay her sein, und in Memphis muss man spekulieren: kann man im Sommer Gay mit einem neuen Multi-Millionen-Dollar Vertrag halten, oder geht man das Risiko ein, ihn für niente zu verlieren ? Ich tippe auf ersteres. Wer dennoch gerne Trade-Geblubber liest, dem sei gesagt, dass sowohl Ronnie Brewer (Jazz) als auch Chris Douglas-Roberts (Nets) mit Memphis in Verbindung gebracht wurden.

Pat Riley und seine
Miami Heat wollen auf dem Markt zuschlagen, möglichst gewaltig. Immer wieder taucht vor allem ein Name in den News auf: Amare Stoudemire. Riley würde Stoudemire gerne ein paar Monate an der Seite von Dwyane Wade testen, um dann beide im Sommer als Free Agents langfristig an den Verein zu binden. Phoenix könnte sich bereit erklären, zwei auslaufende Verträge im Tausch anzunehmen (zB. Haslem plus Q. Richardson), allerdings spielt man in Phoenix immer noch um die Playoffs - ohne Amare wäre dieses Ziel wohl utopisch. Steve Kerr versucht immer wieder, Michael Beasley in einem Deal mit Miami abzustauben - bisher jedoch vergeblich. Die Heat werden auf jeden Fall tätig werden, denn auch die Playoff-Teilnahme scheint mit dem aktuellen Kader in Gefahr.

Minnesota und Milwaukee sind beide in einer ähnlichen Situation - junge Teams im Wiederaufbau mit vielen Low- und Mid-Level Verträgen. Die auslaufenden Verträge ihrer Veteranen (Kurt Thomas und Luke Ridnour bei den Bucks, Brian Cardinal, Damien Wilkins und Mark Blount bei den Wolves) könnten beiden Mannschaften jedoch den einen oder anderen Projekt-Spieler bescheren. Die alte Garde wird spätestens im Sommer keinen Profit mehr abwerfen.

Die
New Jersey Nets definieren in diesem Jahr MISERABEL völlig neu. Schlechteste Saison der NBA-Geschichte. Zwei Interimscoaches. Ein Assistenztrainer (Del Harris), der das Weite gesucht hat. Ein Manager (Rod Thorn), dessen Zukunft mit dem Team noch nicht geklärt ist. Ein neuer Besitzer, der sich aber noch nicht ganz sicher ist, ob er den Laden auch wirklich kaufen möchte. Und zu allem Überfluss eine talentlose Ansammlung von unterklassigen NBA-Spielern, die langjährigen erfolgsverwöhnten Nets-Fans den letzten Nerv raubt. Dennoch gibt es ein Licht am Ende des Tunnels: John Wall, der beste College-Spieler des Jahres, dürfte im NBA-Draft so gut wie sicher an die Nets gehen. Nur 6 Spieler aus dem aktuellen 15er Kader haben Verträge über diese Saison hinaus, das heisst es wird massig Geld zur Verfügung stehen, um im Sommer dick einzukaufen. Ausserdem soll eine neue High-Tech Arena in Brooklyn gebaut werden. Zusammen mit einem neuen Coach soll es dank all dieser Faktoren dann wieder Richtung Playoffs gehen. Nur nicht in diesem Jahr. Im Amare-Stoudemire Vabanque-Spiel dürften die Nets auch chancenlos sein.

Von
New Orleans wird genau ein Move erwartet: 500.000 Dollar irgendwie loszuwerden, idealerweise im Tausch 'alter teurer Spieler gegen jungen billigen Spieler'. Der einzige Wunsch in der Stadt des diesjährigen Super Bowl Siegers ist, unter die Luxussteuer-Marke zu gelangen - ein Vorhaben, welches bereits seit Jahren verfolgt wird vom etwas knauserigen Besitzer George Shinn, und ohne grossen Wirbel auch so umgesetzt werden dürfte.

Donnie Walsh, Manager der
Knicks, setzt seit seinem Amtsantritt 2008 alles daran, für den verrückten Free-Agent Sommer in diesem Jahr so viel Geld wie möglich loszuwerden. Erklärtes Ziel: Lebron James nach New York zu locken mit einem Monstervertrag, um so über Nacht zu einem ernst zu nehmenden Titelkandidaten zu werden und die Knicks aus ihrem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf zu erwecken. Vergeblich versucht Walsh, Eddy Curry und Jared Jeffries abzustossen - die will nämlich kein anderes Team haben. Interesse zeigen die Knicks ihrerseits an Tracy McGrady, weshalb ein möglicher Trade mit den Houston Rockets immer mal wieder in den Schlagzeilen auftaucht. Auch Al Harrington ist überflüssig geworden im Big Apple, und wird mit den Bulls in Verbindung gebracht (im Tausch gegen Tyrus Thomas). Walsh's Hoffnung: gleich mehrere schlechte Deals loswerden gegen einen oder mehrere Spieler, die er in den restlichen Monaten testen und im Sommer dann für moderates Geld verlängern kann. So oder so: Projekt 2010 lässt sich äußerst gut an und unterstreicht mal wieder Donnie Walsh's Resume als einer der besten Manager im Business. Der Beweis: insgesamt laufen 10 Spielerverträge in diesem Sommer aus. New York's Ersparnis: 68 Millionen Dollar (!)

Teil 3 folgt in Kürze...