14 Februar 2010

Am Donnerstag (18. Februar) ist Trading Deadline in der NBA. Die Gerüchteküche brodelt seit Wochen gewaltig - Zeit also für den Chefkoch, Euch die besten und neuesten Trade-Gerüche frisch auf den Tisch zu servieren.


Seit Sam Presti 2007 den Managerposten bei den damaligen Seattle Sonics übernommen hat, wartet die Konkurrenz vergeblich auf einen Fehler des jüngsten GMs der NBA. Auch in diesem Jahr wird es keine voreiligen Schüsse aus
Oklahoma City geben, wo Presti mit viel Geduld eines der besten jungen Teams der Liga heran züchtet. Wenn überhaupt, dürften die Thunder einen weiteren aufstrebenden Spieler oder Draft Picks kaufen. Mit den auslaufenden Verträgen von Matt Harpring (6.5 Mio) und Etan Thomas (7.9 Mio) hält OKC mal wieder alle Trümpfe in der Hand. Gesucht wird ein Big Man.

Die
Orlando Magic werden sich ruhig verhalten. Brandon Bass ist zwar ein Spieler, dessen Abgang nicht ins Gewicht fallen würde. Allerdings halten sich die Angebote für den jungen Power Forward in Grenzen. Eine Zeit lang auch war die Rückkehr von Hedo Turkoglu im Gespräch - das wird aber nicht passieren, weil Toronto kein Interesse hat, den Türken ziehen zu lassen. Zudem gab Manager Otis Smith vor kurzem bekannt: "Wir werden keine Deals abschließen, es sei denn einer unserer Starter verletzt sich schwer. Ich halte unser Team für stark genug, es wieder bis in die Finals zu schaffen."

Ginge es nach ihren Fans, würden die
Philadelphia 76ers Elton Brand, Samuel Dalembert und Andre Iguodala gleich heute loswerden und mit der jungen Garde einen Neuaufbau wagen. Problem: Brand und seinen überproportionierten Vertrag (Laufzeit: weitere 4 Jahre) will kein Team haben. Iguodala wurde wochenlang mit den Cavaliers (Ilgauskas), Dallas (Josh Howard), Houston (McGrady) und Phoenix (Amare) in Verbindung gebracht, Philadelphia kann aber keinen Deal finden, der aus basketballerischer Sicht Sinn machen würde. Prognose: entweder Dalembert für auslaufende Deals oder gar kein Trade !

Kein Tag ohne '
Phoenix Suns und Amare Stoudemire' - News. Fast stündlich laufen neue Meldungen über den Ticker, berichten von 'Fast-Deals' und geplatzten Deals und neuen Interessenten. Favorit im Stoudamire-Vabanque-Spiel scheinen bisher die Cleveland Cavaliers zu sein, die Ilagauskas und JJ Hickson bieten. Allerdings sind auch die Miami Heat ernsthaft interessiert und stellen ein Paket zusammen, welches den begehrten Big Man für den Rest der Saison (und eventuell auch darüber hinaus) nach South Beach locken kann. Kann aber genauso gut sein, dass Amare gar nicht wechselt, denn Gerüchten zufolge soll es während des All-Star-Wochenendes eine angebotene Vertragsverlängerung von Seiten des Suns-Managements gegeben haben.

Portland muss bis Donnerstag dringend aktiv werden, um die Playoffs in dieser Saison noch zu erreichen. Grösste Notwendigkeit nach den schweren Verletzungen von Greg Oden und Joel Przybilla: ein Center. Es wird allgemein erwartet, dass GM Kevin Pritchard entweder Steve Blake oder Andre Miller in potentielle Deals involviert, um einen Shotblocker und Verteidiger nach Portland zu locken. Juwan Howard und seine 31 Minuten pro Spiel müssen dringend entlastet werden - zumal die Blazers im Frontcourt routinemässig abgeschlachtet werden. Heisse Gerüchte: die Blazers sind an Brendan Haywood (Wizards), Marcus Camby (Clippers) und Tyrus Thomas (Bulls) interessiert.

Weder von den
Toronto Raptors noch von den Utah Jazz werden in den nächsten Tagen dramatische Moves auf dem Tauschmarkt erwartet. Beide Teams haben einen fantastischen Januar hinter sich, können eigentlich schon für die Playoffs planen und haben mehrfach betont, mit ihren Lineups glücklich zu sein. Prognose: keine Deals.

Bei den
Sacramento Kings drehen sich alle aktuellen News um Kevin Martin, der mit mehreren Elite-Teams in Verbindung gebracht wird, allen voran den Boston Celtics und Cleveland Cavaliers. Da die Kings aber einen oder mehrere junge Spieler mit Potential plus Draft-Picks als Gegenleistung erwarten, könnte ein Deal mit diesen Teams schwer werden.

Die alternden
San Antonio Spurs brauchen auch dringend Hilfe, denn das Richard Jefferson Experiment muss für gescheitert erklärt werden. Eher schlecht als recht dümpelt das ehemalige Schwergewicht San Antonio auf den hinteren Playoff-Plätzen herum, mit dem Titel wird die Mannschaft zumindest in dieser Konstellation nichts zu tun haben. Es müssen also Impulse her, bevorzugt auf den grossen Positionen Forward/Center. Die Spurs wurden in den letzten Wochen mit Chicago (Tyrus Thomas), Miami (Udonis Haslem), Washington (Brendan Haywood) sowie zwangsweise Amare Stoudemire und den Phoenix Suns in Verbindung gebracht. Gehen müssten wohl Roger Mason und Richard Jefferson - wobei man für letzteren Spieler aufgrund seines horrenden Vertrags wohl keine Abnehmer finden wird.

Die
Washington Wizards sind eines der Teams, bei denen man mit hundertprozentiger Sicherheit mindestens ein grosses Tauschgeschäft voraussagen kann, denn hier hat das Ausmisten begonnen nach der katastrophalen Spielzeit in diesem Jahr. Am besten würde man die gesamte Mannschaft austauschen, um nicht mehr an die peinlichen Momente dieser Saison erinnert zu werden. Dass Caron Butler die Stadt verlässt, ist schon so gut wie sicher. Fraglich bleibt nur, ob nach Houston oder Dallas. Auch Antawn Jamison soll wechseln und wird immer wieder mit den Cavaliers in Verbindung gebracht. Deshawn Stevenson's Baggage wird man wohl in einen dieser Deals mit hinein packen. Auch Brendan Haywood könnte einem Playoff-Team unter den Körben helfen (Dallas, San Antonio, Denver, Houston). Bleibt also nur noch die Frage offen: was passiert mit Gilbert Arenas ?