22 März 2010


Verrücktes Wochenende in den NCAAs mit sensationellen Siegen der Underdogs, die sogar die Überraschungen der ersten Runde in den Schatten stellen. Der grosse Favorit Kansas fährt ebenso nach Hause wie Villanova oder New Mexico. Cornell, Saint Mary's und die Northern Iowa Panthers sind die großen Gewinner des Wochenendes. Die Schwergewichte Kentucky, Syracuse, Duke und Ohio State dürfen weiter vom Titel träumen. Die nächsten Spiele steigen am Donnerstag und Freitag.

MIDWEST
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Kansas Jayhawks vs. Northern Iowa Panthers (67-69)
Sensation in Runde 2: die hoch gelobten Jayhawks aus Kansas, von allen Experten als der grosse Favorit auf die College-Krone in diesem Jahr gepriesen, verabschieden sich als erstes an 1 gesetztes Team seit sechs Jahren schon vor der Runde der Sweet 16. Die Panthers zeigten sich, wie schon im ersten Spiel des Turniers, als starke Einheit auf dem Platz. Und schon wieder wurde der Iraner Farokhmanesh zum Matchwinner mit insgesamt 5 Punkten in der letzten Spielminute.


Michigan State Spartans vs. Maryland Terrapins (85-83)
Korie Lucious traf den entscheidenden Dreier mit der Schlußsekunde und Durrell Summers zeigte seine beste NCAA-Leistung mit 26 Punkten. In einem wilden und hochspannenden Spiel wechselte die Führung allein in der letzten halben Minute gleich vier Mal, bevor Lucious zum Helden wurde. Einziger Wehrmutstropfen für MSU: ihr Anführer Kalin Lucas riss sich die Achillessehne und fällt für den Rest des Turniers aus.


Ohio State Buckeyes vs. Georgia Tech Yellow Jackets (75-66)
Der amtierende Spieler des Jahres, Evan Turner, meldete sich nach grottenschlechter erster Partie eindrucksvoll zurück mit 24 Punkten, 9 Rebounds und 9 Assists. Ohio State schnupperte Morgenluft nachdem sich Kansas sang- und klanglos aus dem Turnier verabschiedete und ist nun mein Favorit im Mittleren Westen. Gegen Georgia Tech zeigten die Buckeyes, wie sie ins Final Four einzuziehen gedenken: Fast-Break Basketball plus die offensive Zusammenarbeit von Turner und Scharfschütze Jon Diebler.


Ohio Bobcats vs. Tennessee Volunteers (68-83)
Tennessee, ein athletisches und gut verteidigendes Team, hatte mit Ohio keine Mühe und überrannte die Bobcats nach Belieben. Star-Guard Scotty Hopson erzielte 17 Punkte für die Vols, die noch niemals über die dritte Runde hinaus gekommen sind. Das Unterfangen wird gegen die Ohio State Buckeyes nicht leichter.

EAST
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Kentucky Wildcats vs. Wake Forest Demon Deacons (90-60)
Nun, da die Jayhawks aus dem Rennen sind, gilt das mit NBA-Talenten gespickte Team von John Calipari als der grosse Favorit. Gegen Wake Forest gewann UK zum zeiten Mal innerhalb von drei Tagen erdrutschartig. Darius Miller erzielte 20, DeMarcus Cousins kam auf 19. Die Wildcats haben zuviele Waffen, und alles scheint zum richtigen Zeitpunkt zusammen zu kommen.


Cornell Big Red vs. Wisconsin Badgers (87-69)
Zweites Spiel, zweiter dominierender Sieg für die Big Red, die somit zum ersten Mal in ihrer Geschichte im Sweet 16 stehen. Cornell dominierte die Zone mit 32-16 Punkten, verbuchte mehr Rebounds, führte früh zweistellig und schaukelte den Sieg gegen den höher gerankten Gegner sicher nach Hause. Dürfte ein interessantes Spiel werden gegen Kentucky am Donnerstag.

West Virginia Mountaineers vs.
Missouri Tigers (68-59)
DaSean Butler legte früh den Grundstein für den vierten Einzug der Mountaineers ins Sweet 16 seit 2005. Der Forward erzielte 19 seiner 28 Punkte in der ersten Hälfte und zog damit der gefürchteten Defense der Tigers früh den Zahn. Mizzou kam nie richtig ins Laufen - die Stärke ihres Spiels - und hatte im Halfcourt-Spiel kein Mittel gegen West Virginia's effektive 1-3-1 Zone. Der Favorit setzte sich letztendlich verdient durch.


New Mexico Lobos vs. Washington Huskies (64-82)
Die Huskies zeigten sich von der allerbesten Seite und zerlegten die hoch gelobten Lobos nach allen Regeln der Kunst. Knapp 50% aus dem Feld, 21 Vorlagen bei gerade mal 5 Ballverlusten und insgesamt 31 Hustle-Punkte nach Ballgewinn oder Offensiv-Rebound verdeutlichen die Dominanz Washingtons. Quincy Pondexter war mit 18 Punkten Topscorer, Isaiah Thomas erzielte 15.


WEST
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Syracuse Orangemen vs. Gonzaga Bulldogs (87-65)
Hammer-Team, meiner Meinung nach die beste 5-Mann Rotation der Liga. Syracuse schießt die Bulldogs dank einem Dutzend Dreiern aus der Halle. Wes Johnson erzielt 31 Punkte und stellt seine NBA-Klasse auf eindrucksvolle Weise unter Beweis. Bei Gonzaga spielt nur Elias Harris einigermaßen mit (24), gegen die Orange reicht das aber bei weitem nicht. 'Cuse gegen Kansas State wäre mein Favorit um die Krone in der Western Region.


Butler Bulldogs vs. Murray State Racers (54-52)
Ronald Nored's 15 Punkte - drei davon kurz vor Schluß - waren mitverantwortlich dafür, dass Butler's beeindruckende Serie weiterhin Bestand hat: es war der 22. Sieg in Folge für die Bulldogs. Murray State hatte seine Chancen, einen weiteren höher eingeschätzten Gegner aus dem Turnier zu kegeln, scheiterte aber letztendlich an seiner Unachtsamkeit (18 Ballverluste) und schrecklichen Freiwurfquote (41%).


Kansas State Wildcats vs. BYU Cougars (84-72)
Dank Jacob Pullen zieht Kansas State zum ersten Mal seit den College-Tagen von Mitch Richmond 1988 ins Sweet 16 ein. Pullen erzielte eine neue Karrierebestleistung mit 34 Punkten und brachte sein Team so auf die Siegerstraße. Zusätzlich setzte er BYU-Star Jimmer Fredette pausenlos unter Druck. Fredette fand wie sein restliches Team keinen Rhythmus, die Cougars unterlagen verdient. K-State mit seinem Guard-lastigen Spiel dürfte gegen Xavier in der nächsten Runde gute Karten haben.


Pittsburgh Panthers vs. Xavier Musketeers (68-71)
Die Musketeers ziehen als einziges Team neben den Michigan State Spartans zum dritten Mal in Folge ins Sweet 16 ein, bleiben aber trotz eines der besten Basketball-Programme des Landes weiterhin ein Underdog. Jordan Crawford, ein effizienter Scorer, war mit 27 Punkten bester Schütze seines Teams. Pittsburgh hatte zwei Chancen zum Ausgleich in den letzten 5 Sekunden, vergab aber beide kläglich.



SOUTH
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Duke Blue Devils vs. California Golden Bears (68-53)
Duke's Nolan Smith war sowohl im Angriff (20 Zähler) als auch in der Verteidigung der X-Faktor für Duke, hielt er doch Cal's Jerome Randle bei für ihn mickrigen 12 Pünktchen. Auch sonst agierte das Team von Coaching-Legende Mike Krzyzewski nacht altbekanntem Duke-Muster: gute Defense, und vorne immer schön die Bälle in den Low-Post füttern. Die Bears hatten kein Rezept gegen die blauen Teufel. Es ist bereits die 19. Teilnahme von Coach K. in der Runde der Sweet 16.



Texas A&M Aggies vs. Purdue Boilermakers (61-63, OT)
Defensiv-Ass Chris Kramer war der Held für die Boilermakers in diesem spannenden Spiel. Anstatt auf den angesagten Spielzug seiner Coaches zu hören, fasste sich Kramer ein Herz und zog gegen gleich vier Gegenspieler zum Korb, wo er den entscheidenden Treffer zum 63-61 erzielte. Die Boilermakers, die weiterhin ohne ihren besten Spieler Robbie Hummel auskommen müssen, setzten sich wieder dank besserer Verteidigungsarbeit durch und treffen nun auf die Blue Devils. Wird ein harter Brocken - für Duke.


Villanova Wildcats vs. Saint Mary's Gaels (68-75)
Diesen Namen sollte man sich merken: Omar Samhan. Der Center zeigte zum zweiten Mal in Folge ein bärenstarkes Spiel (32 Pts, 7 Rebs, 2 Blocks, 13 von 16 aus dem Feld) und katapultiert sich unaufhaltsam in Richtung NBA-Lotterie. Kein anderer Big Man ausser vielleicht DeMarcus Cousins dominiert mit solch ausgefeilten Low-Post Moves wie Samhan. Die Gaels bleiben die Wundertüte des Turniers und ziehen zum ersten Mal überhaupt ins Sweet 16 ein. Ich tippe auf mehr.

Baylor Bears vs. Old Dominion Monarchs (76-68)
Baylor gewinnt wieder, diesmal gegen Old Dominion. Wie schon im ersten Spiel können die Bears aber nicht wirklich überzeugen gegen einen höchstens mittelmässigen Gegner. Zwar punkteten gleich vier Bären zweistellig (Topscorer LaceDarius Dunn mit 27), gegen Saint Mary's wird die bisher gezeigte Leistung aber nicht ausreichen.