28 März 2010


Im Gegensatz zu prominenteren College-Kollegen, die 2010 im NBA-Draft landen werden, war Wes Johnson noch vor wenigen Jahren ein gänzlich unbeschriebenes Blatt. Er spielte am Iowa State Junior College (ISU), weit weg vom Rampenlicht und den Argusaugen der Profiscouts. Dann wechselte Johnson nach Syracuse. Sein Draftkurs schoß daraufhin nach oben wie eine Rakete. Seine Spielweise und enormes Potential wecken nun Begehrlichkeiten bei sämtlichen Lotteriemannschaften. Johnson gilt als prototypischer Small Forward. Lang, beweglich und mit einer gewaltigen Sprungkraft ausgestattet, sehen viele in ihm einen Shawn Marion mit einer doppelten Portion Spielverständnis. Im Gegensatz zu 'The Matrix' verfügt Johnson schon jetzt über einen guten Sprungwurf. Seine Wurfauswahl hat sich immens verbessert, die Trefferquote folgte. Dank eines effektiven Jabsteps und seiner Athletik ist sein Jumpshot kaum zu verteidigen. Seine eigentliche Stärke in der Offensive liegt aber im Mid-range Spiel, wo er dank schneller Beinarbeit und einem aufpolierten Spinmove nach Belieben in die Zone gelangt.

4 - Wesley Johnson

Jahrgang: 1987
College: Syracuse Orangemen (Junior)
Größe/Gewicht: 2,01m/91 kg
Position: SF
Stats: 16.5 Pts, 8.5 Reb, 1.7 Stl, 1.8 Blk
Stärken: klassischer Small Forward, vielseitig, beweglich, aktiv,
effektiver Jabstep, gutes Midrange-Game, oft fehlerfrei, exzellenter Verteidiger, All-Defense Potential
Schwächen: Wurfauswahl, Dribbling, eigenen Wurf kreieren, Alter (23)
Best Case Vergleich: Shawn Marion



In der Verteidigung passt Johnson dank seiner Länge und Athletik sowie seiner guten Help-Defense perfekt ins Beuteschema bei den Profis. Er muss zwar ein paar Pfunde zulegen, um gegen körperlich robustere Forwards auf Dauer zu bestehen. Dennoch beherrscht Johnson eine Vielzahl an defensiven Sets, kann problemlos zwischen teamorienterer und individueller Verteidigung hin und her schalten und dürfte schon bald in einem All-Defense-Team stehen. Offensiv hat der Noch-Orangeman Probleme, seinen eigenen Wurf zu kreieren, auch weil er im Dribbling (vor allem mit links) recht limitiert ist. Johnson zählt allerdings zu den schlauesten Repäsentanten seines Draft-Jahrgangs, versteht und akzeptiert seine Grenzen auf dem Basketballplatz und spielt jederzeit wohlüberlegt und so gut wie fehlerfrei. Diese Tatsache hat wohl auch mit seinem Alter zu tun. Johnson ist schon 23 und somit einer der ältesten Lotterie-Spieler 2010. Während sein Alter einerseits mit einer begrenzten Ausbaufähigkeit interpretiert werden kann, sehe ich in seiner Reife vielmehr eine Chance für den symphatischen Forward, sofort einem NBA-Team mit seiner Spielweise entscheidend weiterhelfen zu können.


Prognose: Pick 4 bis 8 !