24 April 2010


Blutüberströmt sass Manu Ginobili am Freitag auf der Auswechselbank der Spurs, sein riesiger, krummer Zinken total deformiert. Dirk Nowitzki hatte ihn mit dem Ellenbogen im Gesicht erwischt und dabei Manu's Riechorgan zertrümmert. Ein kurzer Röntgen-Scan in der Kabine brachte später die Gewissheit: Fraktur der Nase, die nur durch einen chirurgischen Eingriff wieder hergestellt werden kann. Für den toughen Argentinier kam ein Aussetzen selbstverständlich nie in Frage, zumal das Spiel draussen noch lief. Also liess er sich vom Teamarzt ein provisorisches Pflaster aufkleben, kehrte aufs Parkett zurück und half seinem Team, das so wichtige dritte Duell der Serie mit 94-90 für sich zu entscheiden. Die OP wird bis nach der Saison warten müssen.

Ginobili scorte 11 seiner 15 Punkte im letzen Viertel, gerade als es so aussah, als würden Nowitzki (35 Punkte) und die Mavs die Kontrolle übernehmen. Besonders beeindruckend war die aggressive Art des Gauchos, der trotz seiner Verletzung und sichtlicher Schmerzen weiter zum Korb zog und sich immer wieder in den Pulk der Verteidiger schmiss, ohne Rücksicht auf Verluste. Fünf seiner 11 Zähler im Vierten kamen an der Freiwurf-Linie.

"Ich hatte keinen Zweifel, dass er weiter spielt. Er gehört zu den härtesten Hunden der Liga", zeigte sich Spurs-Coach Gregg Popovich wenig überrascht von Ginobili's Entscheidung. San Antonio übernahm durch den Sieg eine 2-1 Führung in der hart umkämpften Serie dieses rein texanischen Duells. Das nächste Spiel steigt am Sonntag, ebenfalls in San Antonio.