01 November 2010


Tony Parker, potentieller Free Agent im kommenden Sommer 2011, ist vom Markt. Der Point Guard der San Antonio Spurs unterschrieb an diesem Wochenende eine Vertragsverlängerung, die den 28-jährigen bis 2015 an San Antonio bindet. Damit wird auch klipp und klar, dass der viermalige Champion in Parker den Franchise-Spieler der Zukunft sieht.

Für die beiligten Parteien ist der neuen Deal (50 Mio $) gleichermassen zufriedenstellend. Parker, der im Juni 2011 die Düfte des freien Marktes hätte antesten können, sahnt vor dem neuen NBA-Tarifvertrag, der erst noch ausgehandelt werden muss, aber sicherlich geringere Spielerbezüge diktieren wird, noch mal so richtig ab. Ein ähnlich lukrativer 4-Jahres-Deal wäre im neuen CBA nicht drin. Gleichzeitig signalisiert der Finals-MVP von 2007, der als erster europäischer Guard überhaupt ins All-Rookie 1st Team und All-NBA Team gewählt wurde, eine tiefe Verbundenheit mit dem Club, der ihn 2001 gedraftet hatte (28. Pick). Parker fühlt sich ganz offensichtlich wohl in Texas und will seine sportliche Blütezeit in gewohnter Umgebung durchleben.

Die Spurs wird's freuen. Zum einen kommt der Top-PG mit knapp 12.5 Mille pro Jahr recht günstig daher. Zum anderen hat die Mannschaft nach den Spekulationen der letzten Monate (New York Knicks, etc.) endlich Ruhe, muss sich nicht im Laufe der Saison störenden Reporterfragen aussetzen. Zum dritten ist somit das weitere Überleben der Sporen nach Tim Duncan sichergestellt. Der grosse Mann geht langsam aber sicher in den Winter seiner ganz grossen Karriere, zusammen mit Manu Ginobili, der auch schon 33 ist. Während die meisten Teams nach dem Abtreten ihrer Stars in die Niederungen der Tabelle abstürzen, werden die Spurs weiter um Playoff-Platzierungen mitspielen. Ein junger Nukleus, zu dem Dejuan Blair, George Hill, Richard Jefferson, Tiago Splitter und James Anderson zählen, macht's möglich. Parker wird der Kopf dieser Bande werden und als Franchise-Spieler die Spurs im neuen Jahrzehnt anführen. Das bekannte, qualitativ hohe Spurs-Basketball-Produkt bleibt also auch in Zukunft so bestehen.