27 Oktober 2010


Obwohl sein Stat-Sheet mit 9 Punkten, 7 Rebounds und 1 Block in 18 Minuten Spielzeit nicht mit seinen glorreichen Zahlenwerten Anfang des Milleniums vergleichbar war, darf Shaquille O'Neals Debut im grün-weissen Trikot der Boston Celtics trotzdem als Slam Dunk gewertet werden. 'The Big Shamrock' stand in der Anfangsformation und offerierte den C's eine Präsenz, wie man sie im Garden wohl noch nie erlebt hat.

Die Zahlen können nicht mal ansatzweise audrücken, was Shaq seinem neuen Team zur Verfügung stellt. Er bleibt, auch im hohen Alter und mit knapp 470 Kilogramm Lebensgewicht, ein Vollstrecker unter den Brettern. Seine ersten beiden Treffer aus dem Feld waren Dunks - ein Alley-Oop von Rondo und ein Fast-Break Stopfer, bei dem vor 15 Jahren noch die Korbanlage mit runter gekommen wäre. Boston riss anschließend das Kommando an sich und dominierte den Rest der ersten Halbzeit.

Mehr noch: im dritten Viertel attackierten die Celtics immer wieder Miami's schwache Inside-Defensive, indem sie den Ball in den Low-Post zu O'Neal passten. Der zog ein Foul nach dem anderen und katapultierte seine Mannschaft so nach nur 6 Minuten in den Freiwurf-Bonus. Zwischenzeitlich führte Shaq nach 2 von 2 erfolgreichen Freebies sogar die Liga bei der Freiwurfquote an. Selbstverständlich versemmelte das Riesen-Kleeblatt 5 seiner nächsten 6 Versuche und landete am Ende bei für ihn humaneren 38 Prozent von der Linie (3-8).

Nichtsdestotrotz unterstrich der 38-jährige, warum ihn Boston verpflichtet hat: stoßweise kann man O'Neal immer noch down low füttern und innen schwache Mannschaften damit bestrafen. Er bringt eine gewisse Lockerheit ins Team, passt mit seiner Art hervorragend in den Veteranen-Verein. Und er soll (vor allem in den Playoffs) gegen die Dwight Howards und Pau Gasols der Liga ein allerletztes Mal die Brechstange raus holen, um in Beantown Banner Nummer 18 an die Hallendecke zu hängen. Mit Shaq als Zonen-Patrouille an der Seite von Kevin Garnett kein unmögliches Unterfangen.