22 Oktober 2010


Im Kampf um die Auszeichnung des besten Newcomers kann es in der kommenden Saison eigentlich nur drei ernsthafte Kandidaten geben: John Wall, DeMarcus Cousins und Blake Griffin.

Frischlinge wie Evan Turner, Wesley Johnson oder Derrick Favors, die schon vor Monaten nicht als Stars auf Anhieb gesehen werden konnten, bestätigten während der Preseason jene ersten Eindrücke. Alle drei sind noch nicht bereit, in der besten Liga der Welt Verantwortung zu übernehmen und konstant gute Leistungen zu zeigen. Andere wie Dominique Jones oder Jordan Crawford, die mit ihrer abgezockten Spielweise in den letzten Wochen ein paar Oohs und Aahs erschallen liessen, werden während der regulären Saison nicht genug Spielzeit erhalten, um ihre Performances zu wiederholen.

Bleiben also nur Wall, Cousins und Griffin.

3. DeMarcus Cousins: die angeblichen Charakterschwächen konnte ich bisher nicht feststellen. Im Gegenteil: Cousins überzeugte mit seiner ruppigen Spielweise unter den Brettern und bewies, dass er gewillt ist, die Drecksarbeit zu erledigen. DMC wirkte in der Summer League wie ein Erwachsener unter Grundschülern und duplizierte seine guten Leistungen in der Preseason. Cousins war zweitbester Scorer (16 PPG) und Rebounder (8.7 RPG) unter den Rookies. Das Charakterschwächen-Geschwafel hatten die Kings auch vor der letzten Saison betreff Tyreke Evans gehört - der wurde später dann Rookie des Jahres. Cousins, der jetzt schon die perfekten körperlichen Ausmasse und Skills für einen echten Fünfer hat, peilt den gleichen Weg an.


2. John Wall: der einstimmige Favorit auf so gut wie allen Seiten und bei allen, die gerne mal unkritisch mit dem Strom mitschwimmen. Wall ist bereit für die NBA, keine Frage. Als Point Guard bei den gebeutelten Washington Wizards hat er zudem das Privileg, schon vor seinem ersten Punktspiel den Franchise-Spieler-Status erlangt zu haben - mit dem Ball in seinen Händen gestaltet er sich die Welt, wie sie ihm gefällt. In der Preseason kam Wall auf 15.7 Punkte und 7.9 Assists in knapp 35 Minuten pro Abend - auf die Saison projiziert durchaus realistische Werte. Wie Derrick Rose und Tyreke Evans vor ihm - beides ehemalige Rookie of the Year - entstammt auch Wall der Hand von Trainerikone John Calipari und scheint schon jetzt die geistige Reife für seine Führungsrolle zu besitzen. Bleibt eigentlich nur die Frage offen, wie Wall mit der extra Aufmerksamkeit umgehen wird, wenn Teams ihn durchschaut und ihre defensive Spielpläne auf ihn zugeschnitten haben werden. Nicht umsonst gilt die PG-Position in der NBA als schwerste für einen Rookie.


1. Blake Griffin: Achtung. Freak of Nature ! Wer Griffin vor zwei Jahren auf dem College oder die letzten Wochen in der Preseason in Aktion erlebt hat, muss das ein oder andere Mal vom Hocker gefallen sein. Der Power Forward wirkt wie eine atomare Betonmischung aus Karl Malone und Shawn Kemp, dominiert die Bretter und fliegt nach Belieben durch die Zone - massenweise Highlights sind da vorprogrammiert. Griffin war der mit Abstand beste und produktivste Rookie in der Preseason mit 17.3 Punkten und 12.3 Rebounds im Schnitt in gerade mal 29 Minuten. Im Gegensatz zu anderen Neulingen hat Griffin bereits einen langen Leidensweg bei den Profis hinter sich, musste nach seiner schweren Knieverletzung ein ganzes Jahr pausieren. Er galt schon 2009 als sicherer Kandidat auf den Rookie des Jahres. Jetzt um 12 Monate reifer, kräftiger und besser, wird kein anderer Neuling mit Griffin mithalten können, was seinen Impact und seinen statistischen Beitrag auf dem Platz anbelangt. Nur eine erneute Verletzung steht zwischen dem 21-jährigen und der ROY-Trophäe - und soviel Pech kann eigentlich nur Greg Oden haben.


nbachef meint: Blake Griffin, Rookie des Jahres. Wen habt ihr ?