30 Oktober 2010












Das hoch antizipierte Spitzenspiel war's nun wirklich nicht in South Beach, Miami, aber die Heat stehen mit einer 1-1 Bilanz gegen ernsthafte Titelkandidaten da nach dem überdeutlichen 96-70 gegen Orlando. Was vielversprechend und durchaus spannend begann (24-24 nach Q1, 51-45 zur Pause, 8 Führungswechsel, 7 Gleichstand) mutierte nach der Halbzeit zu einem Schlachtfest.

Miami erzielte die ersten 14 Punkte der zweiten Hälfte, während Orlando seine bescheidene Wurfquote aus den ersten beiden Vierteln 20000 Meilen unter den Meeresspiegel abdriften liess. Am Ende stand eine beschämende Quote von 30.4 Prozent - so schlecht hatten die Gäste seit 2003 nicht mehr getroffen. Und in der Tat kann ich mich auch nicht erinnern, jemals ein schlechteres Spiel der Magic gesehen zu haben. Lässt man Howard (19 Pts, 8-15 FG) und Anderson (12 Pts, 5-8 FG) mal aussen vor, zählt man beim Rest des Teams ganze 8 Körbe - im ganzen Spiel wohlgemerkt. Das ist dann schon mehr als peinlich. Ebenso wie die 5 Assists im ganzen Spiel - ein neuer Team-Negativrekord.

Ganz anders die Heat: angeführt von Wade (26 Pts) egalisierte das Heimteam seinen höchsten Sieg jemals gegen Orlando und demonstrierte, bei allen Sorgen um die bisher wenig meisterliche Offensive, wie man die Liga zu dominieren gedenkt: durch Throwback Heat-Defense. Miami zeigte eine streckenweise gute Abwehr, die in den kommenden Monaten sicherlich noch aggressiver und vernichtender zusammenwachsen wird. Viele Deflections, gutes Rebounding und ein schnelles Umschalten von Defensive auf Angriff. Alles in allem aber weniger eine perfekte eigene Leistung (nur 40.7% aus dem Feld) als vielmehr ein Totalausfall der Magic, die nach einer dominanten Preseason und dem Kantersieg gegen die Wizards komplett von vorne anfangen müssen.