13 November 2010


Kevin Love's 23 Punkte und 24 Rebounds am Dienstag gegen LA waren schon sehr beeindruckend. Wie belohnen einfältige Coaches wie Kurt Rambis so eine Mammut-Leistung ? Sie gewähren ihrem erklärten Franchise-Spieler in der Partie darauf (in Sacramento) nur 28 Minuten Einsatzzeit. Dass Love so etwas nicht gut heissen kann, erklärt sich von selbst. Die beste Anwort, die ein Spieler geben kann, liegt immer noch auf dem Platz. Und in der Übersetzung kommt Love's Darbietung in der Partie vorhin wohl einer Schimpftirade in Richtung Trainer gleich: "Setz mich endlich länger ein, du aufgeblasener Riesen-Ar**h !!!!!!!!!!!"

Love explodierte förmlich im Freitags-Spiel gegen die Knicks und zerschredderte seine alten Karriere-Bestmarken (25/24) bei den Punkten (31) und Rebounds (31) in atemberaubender Manier. Vor allem unter den Brettern wütete der 'Lord of the Boards' wie ein Besessenner und griff alles ab, was von den Ringen abprallte. Und zwar wirklich alles, ganz bildlich gesprochen. 30-30 Spiele sind in etwa genauso selten wie rosa Einhörner. Kein einziger NBA-Akteur in den letzten 28 Jahren hat diese irre Stat-Line erreicht. Damals, in einem früheren Jahrhundert (1982), war zuletzt der legendäre Moses Malone als Spieler der Houston Rockets auf 38 Zähler und 32 Rebounds gekommen. Mit den 31 Brettern von heute hat Love nun 80 (!) in den letzten 4 Partien abgegriffen. Das macht auf die Saison verteilt insgesamt schon 146 - gut für Platz 1 ligaweit.

Das besondere an Love's Leistung war, dass die Wolves vor seinen Heldentaten auf der Verliererstrasse waren. New York hatte im dritten Viertel schon mit 21 Zählern geführt, bevor Love mit seiner Show begann. Allein im dritten Abschnitt plückte der Forward 15 Rebounds und dominierte den Gast und Amare Stoudemire (nur 14 Pts, 9 Reb) inside nach Belieben. Wie Rob, mein hoch geschätzter Kollege vom Nyknicksjournal schon heraus gehoben hat, werden die Knicks von gegnerischen Power Forwards aller Formen und Farben in dieser Saison regelrecht zerfleischt. Love liess heute den ganz wütenden Werwolf raushängen. Mit seinem Frontcourt-Partner Michael Beasley (35) zusammen erzielte er 27 der letzten 32 Punkte für Minnesota. Die Wolves gewannen am Ende 112-103. Ein ganz irrer Comeback-Abend in Minneapolis - und auf jeden Fall einer für die Geschichtsbücher.

Fragt sich jetzt nur noch, wieviel Spielzeit Rambis im nächsten Spiel an Love abdrücken wird...