21 November 2010




Es gibt wenig Gutes zu berichten dieser Tage aus dem Lager des 'anderen LA-Teams'. Für einen alten Clips-Fan ist eine 1-13 Bilanz Ende November das komplette Gegenteil dessen, was man sich erhofft oder vielleicht sogar erwartet hatte. Die Saison ist gelaufen, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat. Wäre da nicht dieser Lichtblick, dieser Freak von einem Rookie, der nach 82 verpassten Spielen im letzten Jahr seine Fehlzeit doppelt und dreifach wett zu machen versucht, man könnte sich wohl keine Partie in voller Länge ansehen. Aber obwohl die Clippers zum Himmel stinken (mehr zu den genauen Gründen später), schaltet man dennoch Abend für Abend ein - denn es ist ja wohl offensichtlich, dass hier etwas Grosses heranreift. Und man will keine Sekunde davon verpassen. Spiele wie das am Samstag machen deutlich, wieso.

Da streute Blake Griffin den New York Knicks 44 Punkte ein, griff sich 15 Rebounds und verteilte 7 Assists. Sicher, es waren 'nur' die Knicks, aber die 44 erzählen bei genauerem Hingucken, wie Griffin zu seinen Zählern kam. Es glich einer dominierenden Vorstellung und könnte eine der wohl besten In-Game Dunking Shows aller Zeiten gewesen sein. Und obwohl am Ende das Spiel verloren ging, muss man als Clippers- und Basketball-Fan das Gesamtbild sehen. Und das sieht rosig aus.

Griffin brach den Team-Rookie-Rekord seines Clippers-Kollegen Eric Gordon (41 Punkte). Erst ein Rookie in der Geschichte des Sports legte jemals ähnlich dominierende P/R/A Zahlen auf: Oscar Robertson mit 44/15/11 im Jahr 1960. Wirft man einen Blick auf Griffin's Statistiken bisher (18.5 Pts/10.9 Reb pro Partie), erkennt man schnell, in welch illustrer Gesellschaft der 21-jährige seine Arbeit verrichtet: in den letzten 21 Jahren kamen nur 7 Rookies überhaupt auf ein Double-Double im Schnitt. Emeka Okafor (15/11), Elton Brand (20/10), Tim Duncan (21/12), Shaquille O'Neal (23/14), Larry Johnson (19/11), Derrick Coleman (18/10) und David Robinson (24/12). Alle wurden sie zum 'Rookie des Jahres' ernannt. Seit 1976 gelangten nur drei weitere Frischlinge überhaupt zu 40/15 Ehren: Shaq, David Robinson und Michael Jordan. Man kann also getrost davon ausgehen, dass hier einer der künftigen All-Timer heranreift.