10 November 2010












Hätte jemand vor der Partie der Utah Jazz in Miami angedeutet, dass Dwyane Wade 39 Punkte erzielen, Lebron James ein Triple Double (20/11/14) zusammenhamstern, Al Jefferson nur einen mickrigen Treffer schaffen und Deron Williams im letzten Viertel mit sechs Fouls auf der Bank Platz nehmen würde - knapp 120 Prozent der Beobachter hätten auf einen klaren Heimsieg der Heat gewettet. Zumal viele Experten dem neuen Superteam in Miami schon vor der Saison auf Anhieb den Meistertitel zugetraut hatten.

Haste nicht gesehn ! Miami dominierte zu Beginnn zwar die Partie und schoss nach 20-6 Lauf im Anfangsviertel schnell und deutlich in Front. Auch im zweiten Viertel ging bei Utah nichts zusammen, die Führung des Teams aus dem Sonnenstaat stieg auf 19 zur Pause an (51-32). Viele Jazz-Fans hatten da schon lange die Fernseher und Laptops ausgeschaltet. Nach der Pause aber trauten die Heat ihren Ohren nicht mehr ob der ganzen Jazz-Musik, aus der ein Musikant mit dem schönsten Solo seiner Karriere heraus ragte: Paul Millsap erzielte insgesamt 46 Punkte - zusammen mit Monta Ellis der Scoring-Rekord in dieser Saison. "Wenn es regnet, wirst du eben nass", meinte Millsap nach der Partie, und meinte damit ganz offensichtlich die Heat, die wie begossene Pudel erst in die Verlängerung schlichen und später als Verlierer vom Platz. Millsap hatte für ganz lange Gesichter gesorgt, nachdem der Power Forward drei Dreier in den letzten 28 Sekunden der Partie eingenetzt hatte (nach insgesamt 2 erfolgreichen Dreiern in 4+ Profijahren bisher) - inklusive Buzzer Beater nach Putback-Korbleger zum 104-104 nach der regulären.

In der Verlängerung musste Utah dann ohne den etatmässigen Spielmacher Deron Williams auskommen, der mit 6 Fouls schon auf der Bank sass. Kein Problem für das ausgebuffte Team von Jerry Sloan. Während Miami eine einzige One-Wade-Show im Angriff stellte (39 Pts, alle 10 in OT), verteilte der Jazz die Verantwortung auf mehrere Schultern. Der entscheidende Spielzug war ausgrechnet ein Pass von Ronnie Price auf Francisco Elson. Der Holländer verwandelte mit einer Mischung aus filigran und lumberjack die beiden entscheidenden Freiwürfe, 0.4 Sekunden vor Schluss. Utah steigert sich damit auf 4-3, während Miami (5-3) nach der ersten Pleite in eigener Halle zwischenzeitlich auf Platz 5 im Osten abfällt - hinter Cleveland. Meistermannschaft ? Nicht so schnell...