08 November 2010



Eines der dominierenden Themen der letzten Woche war zweifelsohne die hässliche Episode zwischen Kevin Garnett und Charlie Villanueva.

Just als es danach aussah, als würden die hohen Wellen etwas abebben, goss Kevin Garnett ein bisschen extra Öl ins Feuer und charakterisierte Villanueva als Nobody - was zumindest aus basketballerischer Perspektive sogar stimmt.

Allerdings ist Charlie V. ein Mensch wie wir alle, der zudem an einer seltenen Krankheit leidet - das hätte Garnett bedenken müssen. Findet auch Nuggets-Coach George Karl, der von Garnett ganz offensichtlich enttäuscht ist und findet, dass der Forward eine empfindliche Grenze überschritten hat.

Das sehen Celtics-Coach Doc Rivers und Team-Präsident Danny Ainge natürlich ganz anders. Ainge hält es für absolut unmöglich, dass sein Starspieler jemals kranke Menschen beleidigen würde. Rivers betonte, dass Garnett's Version der Geschichte die richtige sei - wobei ungeklärt bleibt, ob der Coach tatsächlich etwas gehört hat oder nur für seinen PF die Hand ins sprichwörtliche Feuer hält.

Charlie Villanueva ist sich absolut sicher, gehört zu haben, was er ursprünglich behauptet hat - und liess es das Twitterversum noch einmal wissen.

Ray Allen, der mit Sicherheit nie mit Garnett verwechselt werden wird, gab sich nachdenklich und liess das wohl durchdachteste Statement vom Stapel. Er sprach von der Verantwortung, die man als Spieler besitzt und davon, dass man unter dem Brennlicht des heutigen Medienmikroskops aufpassen sollte, was man so von sich gibt - auf dem Platz und auch ausserhalb.

Brandon Jennings, im letzten Jahr selbst Opfer von KG's losem Mundwerk, sprach stellvertretend für die Spielerfraktion in der NBA, die sich von Villanueva's Twitter-Tirade hintergangen fühlt. Was auf dem Parkett gesagt wird, jeglicher Trash Talk, unabhängig von der Schwere, muss auf dem Platz bleiben. Wer auf der Platte nicht für sich selbst eintreten kann/will, hat hinterher nicht das Recht, das Opferlamm zu spielen. Das findet auch Orlando Magic-Coach Stan van Gundy - wer ein Problem mit jemandem hat, sollte es unter vier Augen wie Männer klären. Und Twitter ? Sagen wir mal so: SVG ist nicht der allergrösste Fan.

Der Kalauer des Wochenendes kam vom Raptors-Rebound-Roboter Reggie Evans. Der meinte schlicht und ergreifend: "Garnett ist immer am Bellen, aber wenn's um die Wurst geht, war er schon immer ein kleiner Chihuahua."

Wenngleich das letzte Wort hier sicherlich noch nicht gesprochen worden ist, und das Thema auch hier bei uns kontrovers und engagiert diskutiert wurde, blättern wir mal weiter und widmen uns wieder erfreulicheren Dingen im NBA-Alltag - zumindest bis zum 29. Dezember. Dann treffen Villanueva's Pistons erneut auf Garnett's Celtics.