15 November 2010


Schon letzte Saison hielten wir hier bei nbachef so ziemlich alleine die NCAA-Fahne in den Blog-Wind. Und auch heuer gibt's wieder genau hier die so ziemlich ersten und einzigen News zur College-Basketball-Saison, die vor wenigen Tagen begonnen hat.


Die Top-Teams
(in beliebiger Reihenfolge)


Duke Blue Devils: keine Überraschung an dieser Stelle. Der amtierende Champion gilt auch in der neuen Spielzeit als einer der Top-Favoriten. Das hat zum einen natürlich mit Coaching-Legende Mike Krzyzewski zu tun. Mit Kyle Singler, Nolan Smith und den Plumlee-Brüdern Miles und Mason kehren gleich vier Top-Spieler zurück. Hinzu kamen mit Seth Curry und Kyrie Irving zwei Neuzugänge mit Überformat. Vor allem Irving ist ein ganz spezieller Point Guard und wird schon als Top-10 Pick im nächsten Draft projiziert. Die Blue Devils werden über weite Strecken von ganz oben in den Umfragen auf die Konkurrenz herabblicken.

Ohio State Buckeyes: kein anderes College-Programm hat in den letzten vier Jahren mehr Erstrundenpicks produziert als die Buckeyes. Zuletzt war Evan Turner, der NCAA Spieler des Jahres, im Draft über die Theke gegangen. Trotz des personellen Verlustes kann Coach Thad Matta wieder ein potentes Team ins Rennen schicken, in dem gleich vier Starter zurückkehren. Dazu stösst Freshman Jared Sullinger, der die Big 10 in dieser Saison dominieren wird und als einer der begehrtesten Big Men im kommenden Draft gilt. William Buford hält Scoring-Punch bereit, Jon Diebler lässt Dreier regnen, und OSU kann schon mal fürs Elite-8 planen.

Pittsburgh Panthers: die Pirates sind eines von nur zwei Teams, die seit 2005 immer mindestens 25 Partien gewonnen haben. Diese Langfristigkeit zeichnet gute Programme aus, und das von Jamie Dixon gehört ganz sicher mit dazu. Gut war aber in der Vergangenheit nicht gut genug, denn weiter als unter die letzten 8 Teams kam man nicht. Diese Grenze will man unbedingt überwinden in '10/11. Mit Ashton Gibbs und Senior Gilbert Brown steht der Backcourt. Im Frontcourt bringen Dante Taylor und Gary McGhee die bekannte Pitt-Power und Ruppigkeit. Das soll in diesem Jahr für's Final Four reichen.

North Carolina Tar Heels: nach der komplett verkorksten letzten Saison, nur ein Jahr nach dem Titelgewinn 2009, sinnen die Teerfersen auf Revanche. Die soll vor allem mit einem Monster-Freshman-Jahrgang gelingen. Reggie Bullock, Kendal Marshall und vor allem Harrison Barnes, der frühe Favorit auf den kommenden Nummer 1 Pick, waren auch anderorten hoch begehrt. Ob das für einen Trip ins Final Four reichen wird, bleibt abzuwarten. NC wird aber zumindest das klassische In-State Duell wiederbeleben und sich mit den Dukies um die Vorherrschaft in der ACC streiten können.

Michigan State Spartans: nachdem er kurzzeitig als Head Coach bei den Cavaliers im Gespräch war, kehrt Tom Izzo auf die Bank in East Lansing zurück und startet mit den Spartans einen neuen Run auf die NCAA-Krone. Die sind nach 6 Final Four Teilnahmen in den letzten 12 Jahren erfolgsverwöhnt, dem Coach sei's gedankt. Mit dem tiefsten Kader landesweit (Ersatzoptionen auf allen fünf Positionen) und Stars wie Kalin Lucas oder Durrell Summers als Go-to Optionen ist eine erneute FF-Einladung reine Formsache. Das Team und die Fans erwarten den Titel.

Villanova Wildcats: wenig spektakuläres, dafür solides Handwerk bieten die Wildkatzen aus Villanova. Der Backcourt ist das Prunkstück und zählt dank Spielern wie Corey Fisher oder Maalik Wayns zu den stärksten überhaupt, auch ohne den abgewanderten Scottie Reynolds. Sophomore Power Forward Mouphtaou Yarou ist der tonangebende Big Man im Team von Head Coach Jay Wright und will seine verletzungsgebeutelte erste Spielzeit vergessen machen. 'Nova ist stark genug und wird sich mit Pittsburgh und Syracuse um Platz 1 in der Big East Conference streiten.

Florida Gators: der Titel in der SEC kann in diesem Jahr nur über die Krokos gehen. Vier Starter kehren ins Team von Billy Donovan zurück, darunter die Seniors Alex Tyus, Chandler Parsons und Vernon Macklin. Der Frontcourt zählt also so schon zu den imposantesten landesweit. Zusätzlich kommt aber noch Power Forward Patric Young, einer der besten Freshmen überhaupt. Obwohl der Backcourt da qualitativ nicht mithalten kann, zählt der Champion von 2006 und 2007 wieder zum erweiterten Favoritenkreis.

Syracuse Orangemen: der Verlust gleich dreier Starter (Big East Spieler des Jahres Wesley Johnson, Andy Rautins, Arinze Onuaku) könnte sich für die Orange als Glück im Unglück entpuppen. Im NCAA-Turnier brachen Unerfahrenheit und mangelnde Tiefe der Mannschaft das Genick. Der diesjährige Kader ist viel ausgeglichener besetzt und nicht minder talentiert. Angeführt von Small Forward Kris Joseph (einem projizierten Lotterie-Pick), Scoop Jardine, Rick Jackson und dem Brasilien-Import mit dem sensationellen Namen Fab Melo gilt Syracuse als sicheres Top10 Team.

Kansas State Wildcats: die 'Cats gewannen letztes Jahr starke 29 von 37 Partien und verloren erst im Regional-Finale gegen den späteren NCAA-Finalisten Butler. Dieses Jahr soll der Titel her, und als Favorit in der Big 12 Conference hat KSU gute Karten. Jacob Pullen bietet sich mitsamt Bart als bester Aufbauspieler des Landes an, vielleicht sogar als Player of the Year, nachdem er letzte Saison schon als Off-Guard an der Seite des abgewanderten Denis Clemente für Furore gesorgt hatte. Mit aufregenden Youngstern wie Jamar Samuels oder Wally Judge unter den Brettern dürften wie diese Wildkatzen unter den letzten Vier wiedersehen.


Die stärksten Conferences
(in exakter Reihenfolge, Top25 Teams in Farbe)



- Big 10: Michigan State, Ohio State, Illinois, Purdue, Wisconsin, Penn State, Indiana, Michigan, Iowa, Northwestern, Minnesota

- Big 12: Kansas State, Kansas, Missouri, Baylor, Texas, Texas A&M, Texas Tech, Colorado, Nebraska, Iowa State Oklahoma, Oklahoma State

- SEC: Florida, Kentucky, Tennessee, Georgia, Vanderbilt, Alabama, Arkansas, South Carolina, Mississippi State, Auburn, Mississippi, Lousiana State,

- Big East: Pittsburgh, Syracuse, Villanova, Georgetown, Notre Dame, West Virginia, Providence, Rutgers, St. John's, Marquette, Louisville, Cincinnati, Connecticut, DePaul, South Florida, Seton Hall

- ACC: Duke, North Carolina, Virginia Tech, North Carolina State, Florida State, Miami, Maryland, Boston College, Clemson, Wake Forest, Virginia, Georgia Tech


Die Stars
(in beliebiger Reihenfolge)


Jacob Pullen: einer der besten Lead Guards in der NCAA. Letztes Jahr noch Shooting Guard (19.3 PPG), wechselt der Mann mit dem Bart heuer auf seine angestammte PG-Position zurück. Wird als einer der elektrisierendsten Spieler überhaupt seine Wildcats in Richtung Final Four führen wollen. Der Senior geht in seine letzte College-Saison und spielt somit auch für eine hohe Draft-Position. Eine lange NBA-Karriere ist vorprogrammiert.

Jared Sullinger: potentieller One and Done Spieler. Der Freshman Power Forward der Buckeyes ist ein klassischer Low-Post, Back to the Basket Zonenbrecher mit exzellenter Fussarbeit. Emsiges Arbeitstier auf einer schwach besetzten Position und somit ein Zuckerschlecken für alle NBA-Scouts da draussen, die auf der Suche nach Big Men sind. Sullinger wird ein Jahr lang seine Gegner in der Zone vermöbeln - und dann sofort zu den Profis wechseln.

Harrison Barnes: das Komplettpaket. Ebenfalls ein Freshman, und ebenfalls ein One-and-Doner. Wird zur Zeit als kommender Nummer 1 Pick gehandelt. Der All-American ist 2,04m mit langen Armen und einem vielseitigen Skillset. Kann gut werfen, hat sehr gute Basics und ist für einen Spieler seines Alters (18) schon sehr gefestigt. Macht wenig Fehler und dürfte bei den Profis sein volles Potential voll ausspielen können. Wird davor aber noch versuchen, das zuletzt enttäuschende Programm der North Carolina Tar Heels auf Vordermann zu bringen. Megastar in the making !

Kalin Lucas: der Point Guard in Michigan State hatte 2009 seine Spartans als Sophomore zum NCAA-Titel geführt. Letztes Jahr stoppte ihn eine Verletzung kurz vor dem 65er Turnier. In seinem letzten College-Jahr will der 1,83m Zwerg nun wieder zeigen, wer der beste Floor General, der geborene Anführer im Feld ist. Mit einer starken Saison wird sich Lucas in die erste Draft-Runde spielen.

Jimmer Fredette: ein irrer Name für einen irre guten Schützen. Es gibt wohl kaum bessere Werfer auf der Welt als Fredette, der als Star einer kleinen Schule (BYU) unter dem Radar operiert. Verfügt über einen sehr hohen Basketball-IQ. Das in Kombination mit seinem perfekten Jumpshot wird ihm einen Platz in der NBA bescheren. Muss in der anstehenden Saison noch an seinen Qualitäten als Spielmacher arbeiten, dann ist sogar ein Draft-Platz unter den ersten 15 drin.

JaJuan Johnson: der angeblich beste Center im College-Basketball. Blockte in den letzten beiden Jahren mehr als 2 pro Partie. Kam letzte Saison zusätzlich auf mehr als 15 Punkte und 7 Rebounds im Schnitt. Schneller, agiler Big Man, Teil des beeindruckenden Senior-Triumvirats in Purdue. Gilt als sicherer Draft-Pick 2011.

Trey Thompkins: noch ein Top10 Spieler, zumindest wenn man den Projektionen für den kommenden Draft glauben darf. Thompkins ist ein wuchtiger Power Forward mit ganz softem Touch, der sich sowohl im Face-up als auch mit dem Rücken zum Korb wohl fühlt. Traf letztes Jahr knapp 40 Prozent seiner Dreier-Versuche, neben den 18/8 im Schnitt. Ganz klar einer der besten zurückkehrenden Bigs in der NCAA

Marcus Morris: der bessere der Morris-Zwillinge in Kansas. Marcus könnte bereits jetzt in der NBA spielen. Verfügt über eine gesunde Mischung aus potentem Mitteldistanzwurf, eins gegen eins Skills und Low-Post Spiel. Der Junior gilt als aggressiver, guter Scorer, der in jedem seiner bisherigen Spielzeiten immense Fortschritte gemacht hat. Als go-to Option bei den Jayhawks sind weitere Leistungszuwächse vorprogrammiert - und eine lange NBA-Karriere ebenfalls.

Kyle Singler: wandelnder Matchup-Alptraum für jeden Gegner in College-Kreisen. Wirft über kleinere Guards hinweg und zieht an grösseren Big Men einfach vorbei. Der 2,04m Small Forward war einer der Hauptgaranten für Duke's Titelgewinn 2010 mit knapp 18 Punkten und 7 Rebounds im Schnitt. In seinem letzten College-Jahr will Singler noch eine College-Meisterschaft an die Tobacco Road holen - und seinen eigenen Draftkurs (zur Zeit Top10) dabei noch verbessern.

Honorable Mentions: Kyrie Irving, LaceDarius Dunn, Elias Harris, Malcolm Delaney, Derrick Williams, Shelvin Mack, Brandon Knight

Die Top-Duelle


Ohio State - Florida (16. Nov)
Michigan State - Duke (1. Dec)
Michigan State - Syracuse (7. Dec)
Kansas State - Florida (18. Dec)
Syracuse - Pittsburgh (17. Jan)
Kansas State - Kansas (29. Jan)
Pittsburgh - Villanova (12. Feb)
Michigan State - Ohio State (15. Feb)
Duke - North Carolina (5. Mar)