15 November 2010


Der Saisonstart der Phoenix Suns verlief alles andere als überragend (4-4) vor dem heutigen Spiel bei den Los Angeles Lakers, und es kann gut sein, dass die Sonnen in dieser Saison in der schwer umkämpften Western Conference nicht die Playoffs erreichen werden. Zum ersten Mal in der Steve Nash Ära kassier(t)en die Suns bisher nämlich mehr Gegenpunkte, als sie selbst erzielten. Für eine Mannschaft mit einer altbekannten Defensiv-Allergie also nahezu unmöglich, sich unter dieses Umständen in die Postseason zu mogeln.

Für einen Abend aber drehte Phoenix heute die Uhr zurück und ballerte mit einer sengend heissen Team-Wurf-Vorstellung die Lakers aus dem Staples Center. Beim 121-116 netzten die Suns insgesamt 22 Dreier ein - und verpassten den NBA-Rekord nur um einen einzigen Treffer von jenseits der 7,24m Linie. Orlando hatte 2009 insgesamt 23 lange Bomben versenkt. Der eigene Teamrekord der Suns lag vorher bei 20. Phoenix und LA trafen in der Sonntagspartie zusammen 31 Dreier - auch das Platz 2 der ewigen Bestenliste (hinter Phoenix/Seattle mit 32 nach zwei Verlängerungen). In der Relation war das vorherige Spiel also das Dreier-reichste aller Zeiten - ein Augenschmaus.

Die Suns sind wohl immer noch eine einzigartige Attraktion in der NBA-Landschaft. Der letztjährige Conference-Finalist (2-4 gegen die Lakers) bekam in der Zone von der ersten Minute an den Arsch voll. Gasol behandelte Frye wie ein Center einen 1,70m Guard auf dem Freiplatz. Los Angeles gewann das Rebound-Duell 49-32, griff sich 20 Offensiv-Bretter und erzielte massive 68 Punkte in der Zone. Die Suns aber hielten dagegen, so wie man es gegen übermächtige Riesenbullys am effektivsten tut - man lockt sie ins Open Court Spiel und ballert ihnen von draussen die Dinger um die Ohren.

Jason Richardson war der Tonangeber. Der Flügelspieler traf 7 Dreier für insgesamt 34 Punkte und war über weite Strecken so heiss, dass man oft nur eine Dunstswolke im Suns-Trikot über den Platz flitzen sah. Hedo Turkoglu traf 5 Dreier, Channing Frye 4 und Goran Dragic 3 in nur 14 Minuten Einsatzzeit. Insgesamt hielten die Suns 40 mal von draussen drauf (Quote von Downtown: 55%). So was kannst du nicht effektiv verteidigen. Zur Halbzeit hatte das Gentry-Team schon 12 Dreier versenkt, nach drei Vierteln waren es schon 18 - nur 2 weniger als der Team-Rekord. Den brach dann knapp 4 Minuten vor Schluss Steve Nash, der seine Suns 107-102 in Front und Richtung Auswärtssieg schoss.

Alles in allem ein äusserst unterhaltsamer Abend für die Geschichtsbücher in Los Angeles. Den sengend heissen Gästen aus Phoenix sei's gedankt...