25 November 2010



- Tip-Off am Mittwoch mit gleich 11 Partien, darunter Hochkaräter wie Orlando-Miami, Oklahoma City-Dallas und Utah-New Orleans. Auch gut: Charlotte-New York und Phoenix-Chicago

- Reggie der Rebound-Roboter Evans hat jetzt 10 Bretter im ersten Viertel und setzt seine völlig unerwartete MVP-Kampagne fort. Wenn es bisher eine unerwartetere Story gibt als Evans' Glasputzwahn, dann bitte her damit. Der Rekord für die meisten Rebounds in einem Spielabschnitt liegt übrigens bei 18 - aufgestellt 1965 von Nate Thurmond

- Orlando mit einem Layup/Dunk nach dem anderen gegen Miami, dessen Interior Defense nach dem Aus für Haslem endügltig die Konsistenz von Brei erreicht hat. Bei Hochkarätern wie Big Z, Joel Anthony, Erick Dampier, Juwan Howard und Jamaal Magloire, die ab sofort full time die Mitte bekleiden, nicht wirklich überraschend

- Total unverständlich, wieso die Magic sich jetzt zu Beginn des Q2 hinten rein drängen lassen. Miami erzielt alle Punkte im Moment direkt in der Zone oder von der Freiwurflinie. Da sind die Heat am effektivsten, richten sich gerne in der Mitte ein via Post-Ups und ziehen dann recht erfolreich ihr ansonsten stagnierendes Offensivspiel auf. Zone dicht machen heisst die Devise gegen MIA, die dann zum reinen Jumpshooting-Team verkümmern

- aaah, ein hochkarätiges All-Star Duell auf der Center-Position: Jamaal Magloire checkt Dwight Howard

- Minnesota führt gegen die Spurs 14-6. Hab so das Gefühl, dass die Wolves nach den LA Clippers (die den Siegeslauf der New Orleans Hornets bremsten) das zweite Streak-Stopper Team der Woche werden könnten. San Antonio hat seine letzten 11 Partien gewonnen. Obwohl...die Wolves ?

- wie viel breiter sollen Dwight Howard's Schultern eigentlich noch werden ?

- Brandon Bass hat mehr Punkte (14) bisher erzielt als Chris Bosh und Lebron James zusammen

- nach dem gestrigen Krimi im Madison Square Garden wieder so ne spannende Angelegenheit zwischen New York und Charlotte. Die Knicks führen früh im Q4 und haben soeben ihren 10. Dreier versenkt. NY's Bilanz in dieser Saison bei 10+ versenkten Dreiern: 5-1. Wäre ein wichtiger Sieg für die Knicks, die sich so nach dem gestrigen W den Tiebreaker gegen die Bobcats sichern können - beide Teams werden wohl um die letzten Playoff-Plätze im Osten streiten

- Verdammte 250 Dollar Trikots: Amare's 1 fällt in der hitzigen Endphase gegen Charlotte einfach vom Jersey ab. Die Knicks gewinnen trotzdem, 99-95 und landen mit dem 5. Sieg in Serie endlich bei .500 (8-8)



- Chuck Hayes trifft spielübergreifend seinen 7. Freiwurf in Folge - Career High. Ebenfalls die mit Abstand beste Leistung der Karriere ist die Saison-Trefferquote des Chucks-Wagons von der Linie: 55%. Nicht spektakulär, sicher. Aber ein himmelweiter Unterschied zu der Krankheit hier

- CV31, die stromlinienförmige Mikrowelle aus Detroit. 11 Punkte in Folge. Villanueva ist der drittbeste Scorer von der Bank (minimum 5 Spiele) mit 14.3 Punkten pro Spiel. Besser sind nur Jason Terry (17.9) und Wilson Chandler (15.7)

- 'Reggie Reggie' Rufe erfüllen das Air Canada Center in Toronto - völlig zurecht. Evans greift sich seinen 22. Rebound - Career High. Dazu noch 12 Punkte. Die Raps gewinnen 106-90 und klettern mit dem 4. Sieg in Folge weiter nach oben in der Ost-Tabelle. DeMar DeRozan nach genauester Beobachtung über seinen Teamkollegen Evans: "Er ist einfach nur ein verrückter riesiger Kerl, der Rebounds holt." Word up...

- Wie schlecht sind eigentlich die Pistons ? Und gibt es ligaweit ein weniger interessantes Team als Detroit, dessen letzter Championship-Run jetzt schon wirkt, als hätte er irgendwann in den 1960ern statt gefunden ? Mir fällt keines ein. Vielleicht Philly. Ansonsten: die Wolves haben Kahn, Darko & Beasley. Die Kings haben zwei implosive Charaktere in Evans und Cousins, die im Fall des Supergaus das Trainingsgelände abfackeln und sich mit Messern duellieren würden. Toronto hat Reggie Evans. Die Clippers sind vom Griffin-Fieber infiziert. In Detroit geht absolut gar nix...

- Utah mit 18-6 Lauf, nachdem Chris Paul zu Beginn des Q2 auf die Bank musste. Ich kann verstehen, dass man als Coach an seiner Rotation festhalten will, aber wenn ich gegen einen der zwei besten PGs der Liga ran muss, der sein Team unfassbar sicher navigiert (8 Assists im Q1), dann ändere ich meine Auswechselmuster dahingehend ab, dass mein Elite-PG halt auch mal 43+ spielt. Schwerer taktischer Fehler des Rookie-Coaches

- Crunch-Time in Orlando. 6 to go, Miami führt 88-87

- Lebron who ? Mo Williams mit dem Buzzer Beater zum 83-81 gegen sein Ex-Team Milwaukee




- Irre Zirkus-Show in Phoenix. Hakim Warrick führt die komplette aktuelle Knie-/Armschoner/Accessoires Kollektion vor, Channing Frye packt die Handball-Moves aus, Carlos Boozer ist als Freimaurer verkleidet, die Fans tanzen gegen den Takt und der Gorilla fliegt als Truthahn verkleidet auf Trampolins durch die Halle. Die Wüstenhitze halt...

- ich werd mich wohl nie mit diesen lächerlichen neuen 'Respect the Game' Regeln anfreunden können. Wenn bei einem Spitzenspiel kein Wort gesagt werden darf, wenn jeder Blick zum Gegner oder jegliches Trash Talk gleich mit einem technischen Foul bestraft wird, dann wird's wirklich Zeit, die Basketball-Roboter rauszuholen. Eindeutig spektakulärer

- Game Over ! Jameer Nelson kümmert sich höchstpersönlich um alles in der Schlussphase. 11 Punkte im Q4, technische Fouls, Ejections, Handtücher bereitstellen, Physiotherapie, etc. Orlando gewinnt am Ende 104-95 und revanchiert sich für die Niederlage gegen MIA zu Saisonbeginn

- für alle 'Miami wird das grossartigste Team aller Zeiten' Fetischisten noch eine Statistik vor dem Tränenwischen: das L heute war die 3. Niederlage in Folge. Die Chicago Bulls gaben 8 Jahre lang, von 1990 bis zum letzten Spiel 1998, kein einziges Mal mehr als 2 Spiele hintereinander ab (!). Miami brauchte dafür gerade mal einen Monat

- Kevin Love (30/19) arbeitet emsig an seinem vierten 20/20 Spiel der Saison. Der Franchise-Leader ist Kevin Garnett mit 6 in einer Spielzeit. Ganz mutige Prognose: Love bricht den Wolves-Rekord. Möglicherweise noch diesen Monat...

- Love's Leistung ist dennoch nicht das Aussergewöhnlichste in diesem Spiel: Darko Milicic lässt den grossen Tim Duncan wie Hakeem Olajuwon ca. 2002 aussehen. Between the Legs Shake'n'Bakes, Fadeaway Jumper, Hakenwürfe links und rechts. Und trotzdem sind die Wolves drauf und dran, wieder einmal eine hohe Führung (21) in den Schlussminuten noch aus dem Fenster zu werfen. Die Buchmacherquoten für einen Sieg der Wölfe sind gerade auf 0 gesunken

- 5 Spieler, die völlig zurecht auf dem Wahlzettel stehen und unbedingt ins All-Star Team gewählt werden sollten: Mario Chalmers, Marvin Williams, Nazr Mohammed, Hedo Turkoglu und Brandon Haywood. Verschwendet keine Zeit, Leute. Wählt sofort !

- Klassischer Wolves Choke-Job: San Antonio liegt 52 Minuten hinten, Bonner trifft den Dreier zur ersten Führung (111-109). Ich tippe auf ca. 12 Auszeiten von Kurt Rambis in den nächsten 30 Sekunden, um zu retten, was nicht zu retten ist. Die Spurs geben das Geschenk sicher nicht zurück. Und so kommt's dann auch: 113-109 San Antonio, 12. Sieg in Folge. Ja, ist denn schon wieder 2003 ?

- New Orleans rennt immer noch dem zweistelligen Rückstand hinterher in Utah. Wie ich vorher sagte, krasser Wechselfehler von Monty Williams. Das wird nix mehr. Die Jazz gewinnen deutlich 105-87 und empfehlen sich einmal mehr als Contender im Westen. D-Will bester Mann auf dem Platz mit 26 Punkten, 11 Rebounds, 5 Steals.

- Fehler in der Matrix in Phoenix: Steve Nash mit dem Ballverlust beim Dribbling, 1 Minute vor Schluss. Bulls gleichen aus zum 99-99. Crunch-time !

- Doppelte Verlängerung, und Chicago stiehlt am Ende eins in Phoenix, nach 23-Punkte Rückstand wohlgemerkt. Endergebnis 123:115. Treffender Abschluss eines wilden Mittwoch-Abends. Happy Thanksgiving y'all!