21 Dezember 2010












Es war genau jenes antizipierte Schwergewichtsduell in South Beach/Miami, auf das viele Beobachter gewartet hatten. Zwei der besten Defensivteams der Liga (Miami 91.2 Pts/Platz 1, Dallas 93.2 Pts/Platz 5) gaben sich 48 Minuten lang die Ehre. Dallas erwischte einen Blitzstart und die zuletzt brandheissen Heat (12 W in Folge) eiskalt. Der Gast ging 14-2 in Führung, ehe Miami so langsam aber sicher aus seinem Erfolgsnickerchen erwachte.

Nachdem Rollenspieler Lebron James Mitte des Q1 auf die Bank musste (2 Fouls), übernahm Dwyane Wade grinsend und voller Vorfreude das Kommando im Heat-Cockpit. Der All-Star Guard und seine vier Statisten erzielten die nächsten 17 Punkte in Folge. Miami riss das Spiel an sich. Dallas' Coach Rick Carlisle versuchte durch taktische Umstellung auf Zonen-Defensive, die Hitze etwas abzukühlen - mit Erfolg. Dirk Nowitzki (26 Pts) wurde jetzt vorne häufiger gefeatured, die Pferdchen kämpften sich ins Spiel zurück. Kurz vor der Pause kam der rekonvaleszente Mike Miller zum seinem ersten Saison-Einsatz überhaupt. Mit seinen vier Backsteinen in Folge konnte sein Team zwar nicht viel anfangen, dank des Motivationsschubs und einer irren Sequenz, in der man gleich 7 Offensiv-Rebounds pflückte, gingen die Gastgeber aber mit einer 44-43 Führung in die Kabine.

Auch im Dritten änderte sich nichts am Schlagabtausch auf Augenhöhe. LBJ, der zum ersten Mal seit 2007 keinen einzigen Zähler in der ersten Halbzeit erzielt hatte, erzielte zwar 8 Punkte im Viertel und hatte am Ende 19 und 10 auf dem Konto - spielte insgesamt aber reichlich bescheiden (6 von 17 aus dem Feld, 5 Turnovers). Dallas spulte 10 Punkte in Folge ab, Miami antwortete mit einem 13-0 Lauf und beendete den Abschnitt mit einem Dreier zum 68-65 Vorsprung.

Eigentlich hätte das knappe Polster zum Sieg ausreichen sollen, denn Miami's Bilanz bei eigener Führung zu Beginn des Q4 war bisher 19-1. Dummerweise wies dann aber jemand Dallas' Bankmikrowelle Jason Terry darauf hin, dass er selbst noch keinen einzigen Zähler zusammengetrommelt hatte. Das konnte der 'Jet' freilich nicht auf sich sitzen lassen und haute im alles entscheidenden Viertel all seine 19 Punkte durch die Maschen. Shawn Marion dominierte die Bretter (5 Offensivrebounds, 13 gesamt) und legte Terry's vorentscheidenden Dreier zum 89-85 auf. Den Heat fiel gegen die starke Mavs-Defensive im Q4 nicht mehr viel ein (10 Fehlwürfe, 3 Ballverluste).

Am Ende hiess es 98-96 für Dallas, das seine Ambitionen mit dem 9. Auswärtssieg in 10 Partien und dem Season Sweep gegen die Heat eindeutig untermauerte. Es war schon der 14. Regular Season Sieg in Folge gegen Miami. Die 'Streakbusters' aus dem Lone Star State haben nun 6 lange Serien gestoppt (u.a. Boston, San Antonio und jetzt eben Miami) und bleiben den unrealistisch gut gestarteten Spurs (24-3) ganz dicht auf den Fersen. Miami hingegen bleibt sich selbst treu: gegen die Kellerkinder der Liga hagelts Siegesserien im Double Digit Bereich, während man gegen die richtig guten Teams selten bis nie etwas zu melden hat.