29 Dezember 2010


Dass Ron Artest schon seit seiner frühen Kindheit an psychischen Problemen leidet, ist bekannt. Der enigmatische, aber überaus symphatische Small Forward räumte im Sommer auch die letzten Zweifel an diesem seit Jahren offenen Geheimnis aus, als er direkt nach dem NBA-Final-Triumph seiner Los Angeles Lakers seiner Psychiaterin für ihre exzellente Arbeit dankte - live im weltweit übertragenen TV-Interview.

Obwohl in den USA psychische Probleme weniger stiefmütterlich behandelt werden als hierzulande, so ist die Fehlinformationsquote doch immer noch sehr hoch. Die mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz, dass es sich dabei um eine stinknormale biologische Krankheit handelt, die frühmöglichst behandelt werden sollte, sorgt für unnötig viel Angst und Abneigung gegenüber solchen Menschen. Vor allem Kinder haben darunter dann unnötig zu leiden. Um das öffentliche Bewusstsein für psychische Krankheiten zu stärken und so Kinder und junge Menschen auf ihrem Leidensweg zu unterstützen, gründete Ron Artest eine Stiftung, die sich genau dieses Problems annimmt. Artest ist Jahren der wohl selbstloseste NBA-Akteur in Wohltätigkeitsangelegenheiten.

Die wochenlange Ankündigung, seinen Original LA Lakers Championship-Ring zu Wohltätigkeitszwecken versteigern zu wollen, machte Artest nun vergangenes Wochenende wahr. Mittels einer Tombola, die der geborene New Yorker über seine Webseite ronartest.com organisiert hatte, sammelte er über eine halbe Million Dollar an Losgeld ein. Der Erlös geht komplett und geschlossen, ohne Firmenbeteiligung und Mittelsmänner (hi, 'The Decision') an die Stiftung. Seine Entscheidung, das Ring-Unikat zu veräussern, hat Artest nie bereut. "Ich habe den Ring extra zu klein anfertigen lassen, damit er mir nicht passt. Das ganze ist ein gutes Gefühl, auch weil die ganze Aktion viel Aufmerksamkeit erregt hat für die Probleme, auf die ich hinweisen will."

Geplant ist die Verpflichtung von Experten und Psychiatern an Schulen, die dann vor Ort direkt mit den betroffenen Kindern arbeiten sollen - ein Luxus, den sich die meisten der jungen Patienten ansonsten gar nicht leisten könnten. Gut zu wissen, dass einige der priviligierten Multimillionäre noch zu wissen scheinen, was man mit den ganzen Scheinen Sinnvolles anstellen kann. Artest will einen Großteil seines diesjährigen Spielergehalts (knapp 7 Mio $) ebenfalls spenden.