26 Januar 2011


Da sind sie also offiziell draussen seit Ende letzter Woche, und mittlerweile für gross und klein, dünn und dick, Mann und Frau gleichermassen via NBA Store erhältlich: die neuen All-Star Jerseys Jahrgang 2011. Das endgültige Design wurde wochenlang besser gehütet als das UNESCO-Weltkulturerbe. Beim Blick auf die Fetzen fragt man sich aber nun zurecht, wieso überhaupt ? Vollgepackt mit unzähligen Ornamenten, Cartoon-Schriftzügen, Logos und den obligatorischen Frischhalte-Luftlöchern wissen die Jerseys spontane Gleichgültigkeit auszulösen. Auf die Spitze getrieben wird der Gestaltungs-Schwachsinn (wie schon im letzten Jahr) durch Spielernamen unter den Trikotnummen und den beiden Schriftzügen 'THE East' und 'THE West' auf der Vorderseite. Gut zu wissen, dass nun schon Relativpronomen (sprich: bezügliche Fürwörter) auf NBA-Jerseys gehören. Nächster Schritt eventuell: ein kurzes Gedicht.

Alles in allem sicherlich nicht die miesesten All-Star Jerseys aller Zeiten, aber immer noch zu sehr konform mit der schrittweisen Textil-Bastardisierung, die in der letzten Dekade von den NBA-Designern vollzogen wurde. Nachdem man von 1997 bis 2002 die jeweiligen Team-Outfits aus werbestrategischen Gründen benutzt hatte (jeweils Home und Away Sets), begann man im Jahr 2003 wieder damit, zwei extra Trikotsätze zum Schaulaufen im Februar anzufertigen. Was mit dem cleanen Throwback-Style hoffnungsvoll begann, wurde mit der Zeit immer mehr auf die Spitze getrieben und kulminierte im trikotagen Supergau 2008. Vorne und hinten zwei verschiedene Farben, wer gehört zu wem, massenweise Augenverletzungen und absolutes Chaos auf dem Platz. Aber seht selbst: the Evolution of Ugly - eine traurige Trikot-Tragödie in 8 Akten (in sukzessiver Reihenfolge seit 2003).