04 Januar 2011


Das war's. Endgültig. Die Preisvergabe in der schon lange von Award-Fetischismus geprägten National Basketball Association ist spätestens heute zur absoluten Farce verkommen. Man kann jegliche NBA-Wahlgremien einfach nicht mehr ernst nehmen. Was früher mal eine Auszeichnung für den einen, den besten Spieler eines Teams darstellte, der sich für den Mannschaftserfolg am wichtigsten zeigte, ist immer mehr zu einem politischen Vehikel seitens der Liga mutiert, die so auf Biegen und Brechen versucht, den Fans die jeweiligen Superstarspieler aufzuzwingen - gerne auch gegen deren Willen.

Es gab mal eine Zeit, da galt der 'Spieler des Monats' Award noch als das, was man hinter dem Namen vermuten würde: eine individuelle Auszeichnung, vergeben an den statistisch imposantesten Akteur jener Mannschaft, die in einem bestimmten Zeitraum eine der besten Bilanzen aufweisen konnte. Nur ein Spieler ligaweit erhielt die begehrte Trophäe - angesichts seiner Bezeichnung 'Player of the Month' Award eine äusserst nachvollziehbare Entscheidung. Irgendwann in der letzten Dekade begann die Liga im Ringen um mehr mediale Aufmerksamkeit dann, den Award aufzusplitten. Ähnlich wie beim Spieler der Woche oder dem Rookie des Monats ernannte man fortan zwei 'Player of the Week', einen im Osten und einen im Westen. Eine vollkommen verblödete und unkonsequente Entscheidung, die jeglicher Grundlage entbehrt. Wieso werden der Rookie des Jahres oder MVP-Award dann nicht gleich mit aufgeteilt ? Wieso muss man stets noch mehr Spieler in den Extra-Fokus rücken - zumal es sich immer um die selben Akteure handelt, die da geehrt werden. Ist ja nicht so, als würden diese Megastars ansonsten in Vergessenheit geraten, oder ?

Die Ernennung von Lebron James und Dwyane Wade zum 'Spieler des Monats Dezember in der Eastern Conference' ist die letzte Verspottung des Preises, der nun also ohne schlechtes Gewissen schon an drei Spieler insgesamt vergeben werden kann (Kevin Durant wurde zum POM im Westen ernannt). Sowohl James (25.2 Pts, 7.9 Reb, 6.8 Ast) als auch Wade (27.9 Pts, 6.9 Reb, 4.1 Ast) hätten die Ernennung solo verdient, waren sie doch die treibenden Kräfte bei Miami's historischem 15-1 Monat (sowohl die 15 Siege als auch die 10 Auswärtssiege waren neuer Heat-Rekord in einem Monat). Ich hätte mit keinem der beiden Akteure als Preisträger ein Problem gehabt, wenngleich ich Amare Stoudemire's 29 Punkte, 10 Rebounds und 3 Blocks im Schnitt noch beeindruckender fand (zumal New York den schwereren Spielplan zu bewältigen hatte). Trotzdem: entweder LBJ oder Wade wäre sicherlich verdient gewesen, auch weil Miami im Dezember einen beindruckenden Lauf hinlegte. Aber will man jetzt wirklich damit anfangen, mehrere Spieler ein und desselben Teams zu nominieren ? Wieso haben in den letzten Jahren Paul Pierce/Ray Allen/Kevin Garnett, Kobe Bryant/Pau Gasol oder Kevin Durant/Russell Westbrook in statistisch dominanten und mannschaftlich erfolgreichen Monaten nie einen Award-Split erhalten ? Werden nun MVP-Awards zwischen zwei oder drei Spielern aufgeteilt ? Und wenn ja, wieso lässt man sich hier keine neuen, adäquateren Namen einfallen ? Wenn jetzt schon insgesamt drei Spieler der 'Spieler des Monats' sind - wo ist die Grenze ?

Für uns hier bei NBACHEF ist sie hier, und zwar genau hier erreicht. Zukünftige offizielle Spieler der Woche/Spieler des Monats/Rookie Awards werden auf dieser Plattform nicht mehr präsentiert bzw. kommentiert. Wenn, dann höchstens in der Monthly Wackness Kolumne. Statt dessen gibt's hier ab sofort jede Woche und dann immer am Monatsende eine eigene POW/POM Wahl inkl. Diskussionsrunde, die mit dem gelackten NBA-Saubermann- und Superduperstar-Image nie wieder assoziiert werden möchte. Eine alternative Wahl also, garantiert unabhängig und politisch inkorrekt. Fight the Power ! Und seine Awards kann sich die Liga in Zukunft sonst wo hinstecken...