10 Dezember 2011

Ein Zeichen, dass man Dwight Howard doch noch zum Bleiben überreden will? Oder nur der weitsichtige Blick in eine Zukunft ohne Howard? Jason Richardson, beste Perimeter-Scoringoption der Orlando Magic (letztes Jahr 15.6 PPG), erhält einen überschaubaren 4-Jahres Deal im Wert von 25 Mio $. und avanciert damit zum Eckpfeiler für die nächsten Jahre.

Golden State hat sein Augenmerk auf DeAndre Jordan gerichtet und will dem jungen Clippers-Center 40 Millionen für 4 Jahre in den Rachen werfen. Ein ziemlich dicker Batzen wohl, aber der Markt in diesem Jahr diktiert diese Preise nun mal so (siehe auch Chandler, Tyson. Und bald noch Nene und Marc Gasol, deren Deals ähnlich üppig ausfallen werden). Nun liegt es an den Clippers, den richtigen Move zu machen und das Angebot an ihren Restricted Free Agent innerhalb von 3 Tagen abzugleichen. Sollte für jedes normale Team ein no-brainer sein. Die Clippers sind kein normales Team.

Immer wieder erstaunlich wie - obwohl man es bereits erwartet, es sich einem schon länger ankündigt, ja geradezu aufdrängt - man trotzdem perplex ist, wenn es genau so passiert. Dwight Howard will einen Trade! Am besten sofort, und am liebsten wohl ...nach New Jersey? Die Magic haben heute zugegeben, dass sie alle Tradeszenarien durchspielen, während Howard's Agent mit insgesamt 3 Teams verhandeln darf: Nets, Lakers, Mavericks. Das 'D12 nach Jersey' Gerücht hält sich ja schon lange hartnäckig. Jedes interessierte Team müsste sich wohl oder übel auch Turkoglu's heftiges Vertragsgepäck aufbürden - inklusive Howard also insgesamt 28.5 Mio $ in der kommenden Saison. NJ könnte Lopez, einen jungen Spieler (viell. James/Morrow/Farmar) plus multiple Draft Picks anbieten. Die Lakers haben Andrew Bynum angeboten, der liebend gerne "endlich sein eigenes Team" hätte, plus weitere Puzzleteile wie Picks und Spieler, die es in einem potentiellen Blockbuster mit Houston und New Orleans gäbe. Dallas hat die schlechtesten Karten, denn ein Paket aus Terry/Kidd/Haywood/Fernandez/Draft-Picks für Dwight und den Türken bringt mich als Magic-Manager lediglich zum Gähnen. Stay tuned...

Denver hat sich in Swingman Luc Richard Mbah a Moute verguckt. Da gleich drei Leistungsträger aus der letzten Saison (Kenyon Martin, JR Smith, Wilson Chandler) in China von Kommunisten festgehalten werden, sucht Coach Karl noch nach Forwards. Idealerweise Verteidiger. Mbah a Moute, ein Restricted FA aus Milwaukee, kann das hervorragend. Das weiss aber auch Scott Skiles. Es würde mich überraschen, wenn die Bucks das Qualifying Offer aus Denver nicht abgleichen.

Und noch mehr News aus dem Big Apple: Mike Bibby, der 75-jährige Point Guard vom NBA-Final-Verlierer Miami Heat, hat bei den New York Knicks unterschrieben. Da Bibby seit ca. 2006 basketballerisch nichts mehr zustande gebracht hat, wohl nur eine kleine Randnotiz. Interessanter ist da schon das ehrliche Interesse der Knickerbockers am Backup Point Guard des NBA-Champions Dallas Mavericks: JJ Barea ist der beste Free Agent PG dieses Jahrgangs (der Satz tut weh!) und würde unter Mike D'Antoni mit Sicherheit zum Starter avancieren.

Immer noch keine Leaks, wie das modifizierte Tradeangebot zwischen New Orleans, Los Angeles und Houston aussehen wird. Die NBA und David Stern hatten ja erlaubt, eine neue Variante zu verhandeln, die mehr "brauchbare Puzzlestücke" nach N'awlins lotst. Oder aber die finanziellen Verpflichtungen des Teams erheblich drückt. Es ist immer noch nicht ersichtlich, wie das genau zustande kommen soll, denn ausser ein paar tiefen Erstrundenpick (25-30) wird LA nicht viel bieten können. Sicher, die Serienchamps könnten Devin Ebanks und/oder Derrick Caracter involvieren. Aber der finanziell angepeilte Gewinn wäre für die Hornets NBA nur gedeckt, wenn im Tausch Emeka Okafor noch ins Lakers-Paket wandern würde. Sonst bekommt Dan Gilbert wieder den Kasper. Die Meldungen, dass und in welcher Form ein neuer Trade der Liga zur Prüfung dargereicht wurde, widersprechen sich. Der Chris Paul Blockbuster bleibt aber das wichtigste Thema der Wochenendes. Ein Deal wird passieren! Fragt sich nur, in welcher Form.

Da der Chandler-Deal in New York nun offiziell ist, landet Chauncey Billups im Free Agency Komposthaufen - nach Vince Carter und Gilbert Arenas schon der dritte ex-All-Star Guard, der entlassen wurde. Alle Teams, die unter dem Salary Cap liegen, können mittels neuer Almosenregelung nun auf die Dienste des Championship-Guards feilbieten - theoretisch von $1 bis zu 14.2 Millionen $ - soviel wie er in NY noch verdient hätte (die Knicks müssen dann die Differenz stemmen). Billups hat aber absolut keinen Bock, in Sacramento oder Cleveland zu landen, und würde eher seine Karriere beenden. Erschwerend kommt hinzu, dass ein neues Team ihn erst ab dem 1. Juli traden dürfte - was ihn als Trade-Chip also vollkommen ungeeignet macht. Sollte ihn nach Ablauf der Frist kein Cap-Team beansprucht haben, wird Billups zum Free Agent und damit zum Freiwild für alle Contender da draussen. In Miami leckt man sich bereits die Finger nach dem Point Guard (ausser Eddy Curry - der leckt sich die Finger nach einem Bottich Hähnchenschenkel in der Trinkpause).

Atlanta versucht's mit der Throwback-Masche: nach Tracy McGrady kommt nun auch Jerry Stackhouse zu den Hawks. Auch mit ihm sind die Vögel aber nicht mehr als ein tiefes Playoff-Seed, das mit den Chicagos, Miamis und Bostons im Osten nicht mithalten kann. Next!

Der Frontcourt-Neuzugang der Mavericks, Brandan Wright, soll laut Head Coach Rick Carlisle hauptsächlich als Center zum Einsatz kommen. Mit Dalembert/Haywood/Wright hätten die Mavs eine passable Center-Rotation. Qualitativ aber ein klares Downgrade gegenüber Tyson Chandler, der nun in New York mit Stoudemire und Anthony den mit Abstand biestigsten Frontcourt der Liga stellt.

Dallas, das aus dem Chandler-Abgang sogar noch einen Vorteil ziehen konnte (Andy Rautins, der aber nicht spielen wird, und eine 12 Mio. $ Trade Exception), hat seinen Blick auf Samuel Dalembert geworfen. Dessen Zukunft hängt stark vom geplanten 3-Team-Blockbuster ab, der immer noch an der Beatmungsmaschine hängt. Sollte Houston den geplanten Gasol/Nene Weg tatsächlich gehen, ist der Mavs-Pfad frei für den Haitianer, der dann die Rolle von Chandler in der Startformation übernehmen soll. Haywood ist natürlich auch noch da, und wird wie ein Starter bezahlt. Die Trade Exception würde Mark Cuban natürlich am liebsten in 7 Monaten einsetzen, um Free-Agent-to-be Deron Williams nach Hause zu locken.

Erinnert sich noch jemand an Josh Howard? Der ex Small Forward der Mavs, immerhin mit Karrierewerten von 15 Pts/6 Reb pro Spiel, war in den letzten 2 Jahren nahezu komplett von der NBA-Landkarte verschwunden. Jetzt sind die Utah Jazz und San Antonio Spurs am 31-jährigen Free Agent dran.

Mickael Pietrus muss wieder zurück nach Phoenix, nachdem ein Gesundheitscheck Probleme mit seinem Knie offenbarte. An seiner statt verpflichten die Raptors nun Rasual Butler, ein Distanzschütze und mittelprächtiger Small Forward. Ebenfalls nach Toronto geht Center Aaron Gray, der vor allem drei Dinge hervorragend kann: gross sein, weiss sein und schwitzen. Das Gleichgewicht an der Spitze der Eastern Conference, es beginnt sich in Richtung Toronto zu verschieben...