11 Dezember 2011


Nachdem immer mehr Details bekannt werden über die Peinlichkeiten, die die NBA mit ihrem Veto am Freitag losgetreten hat, und der Ernüchterung, welcher alle CP3-Interessenten ausgesetzt zu sein scheinen (multiple Alternativ-Tradeversuche liessen David Stern kalt) zeichnet sich ein Hornets-Clippers Tauschgeschäft immer mehr ab. Wenn Scola/Martin/Odom/Dragic der NBA zu alt/zu teuer/nicht perspektivisch genug waren, dann haben die Clips in der Tat die besten Karten. Kein anderer Bieter kann mit einem Top-5 Draftpick (Minnesota's Erstrunder), jungen Spielern (Aminu, Bledsoe) und auslaufenden Deals (Kaman) aufwarten. Wort aus New Orleans ist jedoch, dass Stern zusätzlich noch Eric Gordon abstauben will. Ein extrem hoher Preis. Nicht sicher, dass LAC so hoch mitpokern will. Ich würde entweder Gordon oder Minnesota's Pick bieten. Auf keinen Fall beides.

Zwei nicht weiter überraschende Center-Updates: wie bereits vor dem Start des ganzen FA-Wahnsinns antizipiert, bekommen sowohl Marc Gasol als auch DeAndre Jordan von interessierten Teams Verträge angeboten, ohne aber letztendlich den Verein zu wechseln. Der Center der Grizzlies wird von den Houston Rockets umworben. Der Vorschlag: 55 Mio $ für 4 Jahre. Nachdem die Raketen aufgrund des geplatzten 3-Team-Deals keine Chance mehr auf Pau Gasol haben, soll sein jüngerer Bruder also das Loch unter dem Korb stopfen. Memphis wird ohne zu zögern das Angebot abgleichen und ist damit 'all in' mit diesem Team, dessen Rosterkosten nach der Gasol-Extension in den Luxussteuerbereich driften werden.

DeAndre Jordan, trotz seiner Jugend und seiner Rohheit heiss begehrt, bekommt von Golden State 43 Millionen für 4 Jahre unter die Nase gerieben. Wow. 11 Mille für 7/7 im Schnitt. Gut, dass es den Lockout gab! Die Clippers müssen nur noch mitziehen - falls sie Blake Griffin langfristig halten wollen. Die Franchise hat viel mehr zu verlieren als 11 Millionen/ Jahr für DJ, wenn sie ihn ziehen lässt. Damit endet wohl oder übel die Zeit von Chris Kaman in Los Angeles. Ich rieche einen bevorstehenden Trade mit den New Orleans Hornets.

Überraschung: Gilbert Arenas ist Free Agent. Sieht ganz so aus, als wäre kein Cap-Team daran interessiert, ihm 19 bis 22 Millionen Dollar pro Jahr für's auf der Bank sitzen zu bezahlen. Wie geht's weiter für den ehemaligen 'asiatischen Schnellkochgrill'? Die New Jersey Nets sind interessiert. Point Guard Deron Williams hatte bereits in der Vergangenheit Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert. Immer im Gespräch, wenn's um Guards von der Resterampe geht: die Miami Heat. Arenas könnte für das Minimum beim NBA-Finalisten landen. Arenas aber hat eigene Vorstellungen und verrät ganz nebenbei, warum ein Dwight Howard Deal nur eine Frage der Zeit ist: "Ich will am liebsten dort landen, wo D12 hingeht." Wink mit dem Zaunpfahl!

Hammer-Gerücht aus New York: die Knicks sind drauf und dran, Free Agent SG Jamal Crawford zu verpflichten. Um dem Gunner mindestens die 5 Mio/Jahr MLE anbieten zu können, planen die Knickerbockers einen 3-Team Trade mit Atlanta und einem weiteren Team, das sich unter der Luxus-Grenze befindet (und so die volle Mid-Level Exception anbieten kann). Ansonsten wären 3 Mio pro Jahr das Maximum in New York - wenn ich die MLE Regelung für Tax-Teams im neuen CBA richtig interpretiert habe. Sollte der Scorer und D'Antoni Favorit tatsächlich im MSG landen, avancieren die Knicks vom mittelprächtigen Playoff-Team zu einem der Mitfavoriten im Osten.

Meldung des Tages: Brian Cardinal, der 'Custodian', go-to-guy und wahrer Finals-MVP der Dallas Mavericks, kehrt zum Champion zurück. Dort wird er auch in der kommenden Saison seine angestammte Rolle als Starting PF und Scoring-Maschine einnehmen. Mit Neuzugang Lamar Odom und Edelreservist Dirk Nowitzki sind die Mavs auch hinter Cardinal von der Bank aus relativ solide besetzt.

Jetzt, da die Los Angeles Lakers ihre Angebote für Chris Paul alle zurück gezogen haben (entweder, weil der Preis, den man hätte zahlen müssen, immer höher wurde, oder aber, weil die NBA hinter den Kulissen auch einen modifizierten 3-Team-Trade nicht abgesegnet hätte), kommt die Gerüchtemühle um CP3 erst richtig in Schwung. Wo wird er hinwechseln? Ein Angebot aus Boston (ein Paket um Rajon Rondo) liegt nach wie vor auf dem Tisch, wobei immer noch nicht geklärt ist, ob Danny Ainge tatsächlich RR für CP3 eintauschen würde. Meine Vermutung: er würde, ohne zu zögern. Warum? Weil Paul der bessere PG ist. Ausser Boston riecht man noch die Los Angeles Clippers, Dallas Mavericks und Golden State Warriors aus dem Gerüchtedunst heraus. Die Warriors müssten sich wohl oder übel von Monta Ellis oder Stephen Curry trennen. Curry ist der unantastbarere von beiden. Ein Ellis-Angebot für Paul? Mittelprächtig, wenn überhaupt. Dallas, das von einigen in Gespräch gebracht wurde, hat überhaupt nichts anzubieten. Jedes Tauschpaket wäre überfüllt mit teuren Veteranen wie Terry, Kidd, Odom oder Haywood. Absolut nichts mit dabei, was den Hornets helfen würde - vor allem nicht im Vergleich zur geblockten Scola/Martin/Odom/Dragic Ausbeute. Auftritt: die LA Clippers. Da sie das Warriors-QO an DeAndre Jordan abgleichen werden, ist Chris Kaman nun obsolet geworden ist. Man sucht ja ohnehin nach Abnehmern für sein 1 Jahr/12 Mio $ Gehalt. Ein Angebot, dass den Caveman, Eric Bledsoe, Al-Farouq Aminu, Randy Foye und Minnesota's hohen Draftpick in 2012 (sicherlich in den Top 5) enthält, wäre für die NBA Hornets das beste momentan erhältliche da draussen. Kaman's auslaufenden Deal kannst du problemlos für weitere Nachwuchsspieler/Draft-Picks eintauschen. Mit zwei Top-5 Picks im kommenden Draft und Salary-Cap satt wäre der Grundstein dann gelegt für einen kompletten Hornets-Neuaufbau - was auch potentielle Investoren dann durchaus interessieren sollte. Ein frisches Blatt Papier, zur künstlerischen Gestaltung nach persönlichem Gutdünken bereitgestellt. So wirst du auch ein Team los, das bisher keiner kaufen wollte!

Die Chicago Bulls haben ihren neuen Starter auf der Shooting Guard Position: Rip Hamilton, der Veteran aus Detroit's Championship-Mannschaft 2004. Der 33-jährige wird von den Pistons entlassen (ob via 8 Mio. $ Buyout oder anhand der Almosen-Regelung ist noch nicht klar). Die Kühe waren schon vor der letzten Trade-Deadline am Shooter dran, jetzt haben sie also ihren Mann. Chicago merzt damit eine klare Offensiv-Schwäche aus und geht gestärkt in die neue Saison. Auf die Duelle mit Miami und Boston darf man sich jetzt schon freuen.

Die Minnesota Timberwolves sind auf Beutezug: nach dem Ausfall des geplanten Blockbusters zwischen Houston, LA und der NBA scheint Kevin Martin durchaus erwerbbar zu sein. Sein ex-Coach Rick Adelman, der jetzt bei den Welpen das Sagen hat, würde den Scorer liebend gerne in den hohen Norden locken. Martin und seine Backcourt-Firepower macht bei den Wolves definitiv Sinn - falls er sich denn für das kalte Minneapolis erwärmen könnte.