22 Dezember 2011


Was für ein irres Signing-Verwirrspiel um Samuel Dalembert. Nachdem die Houston Rockets ihm noch vor knapp einer Woche signalisierten, dass sie lieber mit einem Pau Gasol/Nene Frontcourt in die neue Saison gehen möchten, war Houston für den Haitianer bereits vom Tisch. Miami und Boston waren an den Diensten des 30-jährigen stark interessiert, konnten ihn sich aber nicht leisten. Für Sam stand fest: er geht zurück zu den Sacramento Kings, seinem alten Team. Die aber zogen sich heute völlig überraschend aus den Verhandlungsgesprächen zurück, so dass am Ende dann doch Houston für 13.7 Millionen/2 Jahre den Zuschlag erhielt.

Heimlich, still und leise haben die New Jersey Nets ihren Free Agent Forward Kris Humphries verlängert. Der Deal ist nur für ein Jahr (knapp 7 Mio. $) und soll die Salary Cap Flexibilität der Nets für den Sommer 2012 bewahren. Eine gute Wahl des Managements. Ohne Humphries hätten die Nets wohl den NBA-Negativrekord im Rebounden geknackt - mehr als 10 pro Spiel wären es nämlich nicht geworden. Humphries ist auf jeden Fall froh, wieder "zu Hause" zu sein.

Der stinkende Haufen wird immer grösser für den Dauerchamp Los Angeles Lakers. Nach Bynum's Sperre, dem CP3-Trade-Fiasko, dem Odom-Geschenk an die Mavs und Kobe's Privatproblemen scheint sich der Lakers-Star beim Testspiel gegen die Clippers einen Bänderriss im rechten Handgelenk zugezogen zu haben. Die konservative Erholungszeit bei einer solchen Verletzung beträgt 3 bis 4 Wochen - ohne Berücksichtigung des "Kobe-Faktors". Obwohl also durchaus zu erwarten ist, dass die Mamba schon am ersten Weihnachtstag wieder in der Startformation steht, ist unklar, wie giftig sie mit einer verletzten Wurfhand auftreten kann.

Verkehrte Welt in LA. Während der "grosse Bruder" einen Preseason-Rückschlag nach dem anderen hinnehmen muss und für den Spott mittlerweile gar nicht mehr selbst zu sorgen braucht, merzen ausgerechnet die Clippers die allerletzten Problemzonen im Kader aus. Was gefehlt hat, war ein Big Man, der für 20 Minuten pro Spiel die Drecksarbeit unter den Körben erledigen kann. Enter Reggie Evans! Wie bereits berichtet, war der bärtige Rebound-Roboter der effektivste pro-Minute-Glasputzer in der vergangenen Saison (20.7 pro 48 Minuten). Keine schlechte Free Agency für ein Team, das sich innerhalb von 10 Tagen in die 'belle etage' der Western Conference manövriert hat. Paul, Billups, Butler, Evans - das allein ist schon beeindruckender als 25 andere Teams zusammen genommen.

Interessantes Detail aus China. Bekanntlicherweise haben Kenyon Martin, Wilson Chandler, JR Smith und Aaron Brooks die Free Agency Arschkarte gezogen, weil sie von ihren chinesischen Kreisligateams keine Freigabe für die NBA erhalten. Vertrag ist nun mal Vertrag. Martin hat seinen jetzt terminiert. Dennoch wird der ehemalige Nuggets-PF frühestens im Februar oder März in die NBA zurück kehren können. So lange dauert in China nämlich die Saison, und davor gibt's keine Entlassungspapiere. Das gleiche gilt natürlich auch für Smith, Chandler und Brooks, die alle ihre Klasse schon unter Beweis gestellt haben und für Playoff-Teams durchaus interessante Additionen darstellen - aber eben erst im Frühjahr.