27 Dezember 2011


Zugänge: Nikola Vucevic
Abgänge: Jason Kapono, Darius Songaila
Head Coach: Doug Collins (373-328)

Obwohl die Philadelphia 76ers ohne grosse Veränderungen in die vergangene Spielzeit starteten, standen sie am Ende mit 41 Siegen - 14 mehr als im Jahr zuvor - völlig überraschend in den Playoffs. Es war die Wohlfühlstory der Saison, initiiert vom neuen Head Coach Doug Collins. Wie schon bei seinen vorherigen Stops in Chicago, Detroit und Washington hatte Collins eine Loser-Truppe wieder auf Vordermann gebracht. Hauptanteil am Erfolg hatte die stark verbesserte Defensive (Platz 7 Def. Efficiency) sowie das Spiel der Sixers-Jungspunde, allen voran Jrue Holiday und Thaddeus Young. Auch in dieser Saison setzt man auf einen weiteren Leistungssprung der eigenen Talente. Von Holiday erwartet Collins einen Satz unter die besten zehn Point Guards der Liga. Die hohen Erwartungen lasten aber allen voran auf den Schultern von Sophomore Evan Turner - dem bisher enttäuschenden Lotterie-Pick der 76ers. Turner, der in der Sommerpause seinem Wurf von Grund auf umgestellt hat, zeigte sich schon in der Preseason stark verbessert (15 Pts, 8 Reb, 4 Ast im Schnitt) und scheint bereit, etwas mehr von den All-Around Skills zu zeigen, die ihn 2010 zum Nummer 2 Pick machten.

Best Case Szenario: Auf eines darf man wohl schon im Voraus zählen. Die Collins-Sixers werden weiter wie besessen verteidigen. Das organische Wachstum des eigenen Nachwuchses (dazu zählt auch Rookie-Center Nikola Vucevic) verleiht Philadelphia eine beneidenswerte 10-Mann Rotation, gespickt mit exzellenten Ballhandlern auf ihrer jeweiligen Position (inklusive Brand, Young, Iguodala, Turner und Williams). Veteranen-Teams werden häufig nicht mithalten können. Eine kleine Holiday-Meeks-Iguodala-Young-Brand Lineup, letztes Jahr die mit Abstand effektivste, maximiert Mismatches und Transition-Möglichkeiten und sollte viel öfters auf Feld geschickt werden. Der beste Athlet des Teams, Andre Iguodala, kehrt nach seiner verletzungsbedingt schwächsten Saison seit 2006 in Topform zurück. Er wirkte in der Preseason fit und austrainiert wie schon lange nicht mehr und scheint bereit für eine Monstersaison. Das Team wird etwas mehr als die Hälfte seiner Spiele gewinnen. Schafft einer oder gleich mehrere der oben gelobten Backcourt-Talente einen Sprung, avancieren die Sixers in den Playoffs zu einem ganz unangenehmen Gegner für Miami, Chicago, Boston oder New York.

Realistisch: siehe Best Case Szenario. Philly ist eines der wenigen Teams, dessen kollektiver Erfolg nicht von einem bestimmten Starspieler abhängig ist. Iguodala's Zukunft in der Stadt der brüderlichen Liebe ist nach wie vor ungeklärt, aber auch ohne Iggy Hop stünde das Team an der Schwelle zu den Playoffs. Das tiefgründigere Problem scheint ein latentes 'Atlanta Hawks Dilemma' zu sein: zu gut für die Lotterie, aber ohne wirklichen Plan, wie genau man in die High Society der Eastern Conference gelangen soll.