27 Dezember 2011


Zugänge: Tracy McGrady, Vlad Radmanovic, Jerry Stackhouse, Willie Green
Abgänge: Jamal Crawford, Hilton Armstrong, Damien Wilkins
Head Coach: Larry Drew (44-38)


Willkommen im NBA-Niemandsland, irgendwo zwischen sicheren Playoff-Plätzen und Erstrunden-Exits, Heimat der verwahrlosten Atlanta Hawks. Mit Besitzern, die das Team nicht wollen und völlig unkompetentem Management ausgestattet, dümpelt diese Ansammlung von Talent seit Jahren irgendwo im Mittelmass vor sich hin, ohne festes Ziel oder Bestimmungsort. Vom Fiasko des 2005er NBA-Drafts, als man trotz PG-Bedarfs sowohl Chris Paul als auch Deron Williams überging, um Marvin Williams zu ziehen, hat sich der Club nie erholt. Alle Personalentscheidungen seither (Bibby, Hinrich) versuchen irgendwie, den katastrophalen Patzer von damals wieder gut zu machen - ohne Erfolg. Die Hoffnungen der Vögel ruhen auf Jeff Teague, dem besten Hawks-Spieler im Conference Halbfinale gegen Chicago. Ein echter PG, der die letzten zwei Jahre hinter Bibby und Hinrich auf der Bank versauern musste. Das Center-Problem wurde trotz mehrerer solider Free Agents in diesem Jahr wieder nicht addressiert, so dass Al Horford und Josh Smith wieder von ihren angestammten Positionen nach oben weichen müssen - taktisch dilletantisch, wie alles in Atlanta. Der Salary Cap ist dank des 500 Milliarden Dollar Deals von Joe Johnson bis oben hin ausgereizt. Man darf sich also auf eine weitere mittelprächtige Hawks-Saison freuen. Zu gut für die Lotterie, aber viel zu schlecht, um in den Playoffs erheblichen Schaden anzurichten.

Best Case Szenario: Jeff Teague. Jeff Teague. Jeff Teague. Der 23-jährige ist Atlanta's einziges Stein im Brett. Der Rest der Lineup steckt in der Hawks-Sackgasse. Wenn es der junge Spielmacher schafft, sich in Hinrich's verletzungsbedingter Abwesenheit zu Saisonbeginn als Denker und Lenker zu etablieren, könnte er mit seiner effizienten Art (knapp 14 PPG , 5 APG, 2 SPG PER36 Minuten) einige verkrustete Hawks-Muster aufsprengen und dem Zombie-Team neues Leben einhauchen. Dazu gehört sicherlich, das Tempo anzuziehen (letztes Jahr Platz 27), um endlich die eigene Athletik auszunutzen. Ein Vorteil, der Atlanta viele Siege in der kommenden Saison bescheren wird, ist die Vertrautheit im Team. Man spielt schon lange in dieser Formation zusammen. Das wird helfen beim Kampf um ein erneutes Playoff-Ticket. Wenn Teague den nächsten Schritt in Richtung Star macht, bin ich bereit, die Falken neu zu evaluieren.

Realistisch: Man darf sich nicht blenden lassen vom Erstrunden-Sieg der Hawks gegen Orlando. Die Magic glichen zu jenem Zeitpunkt einem Regionalliga-Team und waren kein ernst zu nehmender Gegner. Fakt ist, dass Atlanta's hässliche Isolation-Offensive schrecklich ineffizient bleibt. Ohne Jamal Crawford im Spiel erzielten die Hawks nach der All-Star Pause magere 93 Punkte pro 100 Angriffe - schlechteste offensive Ergiebigkeit der Liga. 17 Niederlagen in den letzten 27 Partien verdeutlichen den Abwärtstrend. Der bevorstehende Verkauf des Teams legt alle wichtigen Personalentscheidungen vorerst auf Eis und verspricht eine durch und durch holprige Saison 2011/12.