25 Dezember 2011


Zugänge: Brandon Bass, Marquis Daniels, Keyon Dooling, Chris Wilcox, Mickael Pietrus
Abgänge: Shaquille O'Neal, Glen Davis, Nenad Krstic, Troy Murphy, Delonte West, Carlos Arroyo
Head Coach: Doc Rivers (507-406)

Auf in die letzte Schlacht heisst es 2011/12 für die Boston Celtics und ihre Altherrengarde um Paul Pierce (34), Ray Allen (36) und Kevin Garnett (35). Die Verträge von RayRay und KG laufen nach der kommenden Saison aus. Team-Präsident Danny Ainge wird dann ein neues Kapitel im Celtics-Wälzer aufschlagen müssen. Unterm Strich wird wohl nicht mehr übrig bleiben vom Big Three Zeitalter als eine Meisterschaft sowie ein weiteres, verlorenes Finale. Ainge hat zwar auch in dieser Offseason getrickst, was die Cap Exceptions hergaben, um die grosse Schwäche der letzten Saison (die Ersatzbank) auszumerzen. Der Kendrick Perkins Trade im letzten Frühjahr scheint aber den letzten Rest 'Ubuntu' Identität aus dem 'TD Garden' gefegt zu haben. Für ein Team kurz vor dem Verfallsdatum, ohne junge Perspektivspieler oder finanzielle Kapazitäten, ist wohl das Ende der Fahnenstange erreicht.

Best Case Szenario: alles muss klicken für die Celtics, wenn sie eine realistische Chance auf einen letzten Championship-Run haben wollen. Coach Doc Rivers findet während der regulären Saison die perfekte 10er Rotation, um seine Alphaspieler für den Mai zu schonen. Rajon Rondo beweist, dass er gar nicht über das notwendige Langzeitgedächtnis verfügt, um sich noch an die endlosen Tradegerüchte des Spätherbstes zu erinnern, und legt die offensiv beste Saison seiner Karriere hin. Ohnehin hängt der Erfolg der C's massgeblich von Rondo ab. Nur wenn der Spielmacher sein eigenes Spiel auf ein neues Level hebt, hat Boston eine echte Chance.

Kevin Garnett bellt weiterhin gegnerische Point Guards an - so lange KG einen Puls hat, bleibt Grün ein unangenehmer Gegner. Pierce und Allen machen das, was sie schon seit Jahrhunderten machen - werfen, treffen, Punkte einsammeln. Neuzugang Brandon Bass, offensiv besser und mental reifer als Glen Davis es je sein wird, entpuppt sich als weiterer Danny Ainge Geniestreich. Die komplett renovierte Ersatzbank - im letzten Jahr grösstes Sorgenkind, weil extrem unkonstant und wenig ergiebig - trägt die Kobolde durch den Saisonsprint und bringt die Starter in Ausgangsposition für einen letzten grossen Playoff-Showdown mit Miami, Chicago oder New York - den drei neuen Supermächten im Osten.

Realistisch: das ausgegebene Ziel von Doc Rivers ist ganz klar, unbeschadet in die Playoffs zu gelangen. Die eigene Defensivstärke (auch letztes Jahr wieder Platz 1 ligaweit) wird für die schwächeren Ost-Teams immer noch zuviel des Guten sein. Allerdings hat man gegenüber der Eastern Conference Elite jegliche Matchup-Vorteile im Frontcourt eingebüsst - die Heat, Bulls und Knicks sind von Small Forward bis Center mindestens genauso stark. Die offensive Inkompetenz der Celtics (Platz 18 Off. Rtg.), gepaart mit dem Ausfall des besten Bankspielers Jeff Green, sind der letzte Sargnagel in einem hart umkämpften, aber finalen Playoff-Aus für dieses ehemalige Championship-Team.