27 Dezember 2011


Zugänge: Kyrie Irving, Tristan Thompson, Omri Casspi
Abgänge: Baron Davis, JJ Hickson
Head Coach: Byron Scott (371-418)


Aller (Neu-)Anfang ist schwer - das erfuhren die Cavaliers letzte Saison auf ganz bittere Art und Weise. Dank einer brutalen Niederlagenserie (36 von 37 verloren) inmitten der Saison und einem neuem NBA-Rekord (26 L in Folge) sicherte man sich wenigstens den Nummer 1 Pick - auch wenn der eigentlich von den Clippers kam (der Baron Davis Deal). Mit Kyrie Irving, einem echten Point Guard, hat man nun einen potentiellen Franchise-Changer auf der Hand. Wenn die frühere Arbeit von Head Coach Byron Scott mit Jason Kidd (Finals '02 und '03) und Chris Paul uns irgend etwas gelehrt hat, dann dass Scott weiss, was er tut. Gut für Irving, der zusammen mit Rookie-Kollege Tristan Thompson versuchen wird, den Post-Lebron-Decision Mief aus der Quicken Loans Arena zu vertreiben und eine neue Begeisterung im Dorf zu etablieren. Die Entscheidung, Baron Davis zu entlassen, war deshalb auch die einzig richtige - sportlich, menschlich und finanziell betrachtet. Das Zukunftsbild sieht nicht mehr ganz so düster aus wie letzte Saison - vorausgesetzt, man lässt sich Zeit und überhastet nichts in den nächsten Jahren.

Best Case Szenario: Irving mastert das gewöhnungsbedürftige NBA-Spiel viel schneller als erwartet und fegt als Rookie des Jahres über das Parkett. Das komplette Cavs-Spiel läuft über ihn. Tristan Thompson entpuppt sich als weitaus mehr als der simple Shotblocker, den viele in ihm sehen. Anderson Varejao kommt in Topform zurück und verankert zusammen mit Thompson die zuletzt katastrophale Defensive (Platz 29). Nicht nur das: Cleveland adoptiert alle guten Eigenschaften des dauerfloppenden Brasilianers und etabliert sich als Kämpferteam, dass vorne und hinten in jedem Moment des Spiels alles gibt. Diese Duracell-Energie beschert den Edelmännern den ein oder anderen Extra-Sieg in einer respektablen Saison. Antawn Jamison wird mitsamt seinem 15 Mio. $ Vertrag im Februar zu einem Möchtegern-Contender verschifft und beschert den Cavs einen weiteren Pick im tiefsten Rookie-Draft seit dem Urknall.

Realistisch: Keiner will Jamison und seine nicht vorhandene D haben, die Cavs spielen de facto an jedem Abend 4 gegen 6. Thompson's Saison läuft genau wie seine Preseason ab - das Spiel ist noch viel zu schnell für den Rookie, der ausser ein paar Rebounds und dem zufälligen Block hier und da nur Fouls einsammelt. Irving hat Anpassungsschwierigkeiten, wie jeder PG, der frisch in die Liga kommt (Ballverluste, miese Trefferquote). Die Cavaliers laufen viel zu selten, beenden die Saison als zweitschlechtestes Team im Osten und gehen in der Lotterie trotzdem leer aus - was Dan Gilbert wieder einmal auf den Plan ruft.