25 Dezember 2011


Zugänge: Lamar Odom, Vince Carter, Delonte West, Brandan Wright, Sean Williams
Abgänge: Tyson Chandler, Corey Brewer, Caron Butler, Peja Stojakovic, JJ Barea
Head Coach: Rick Carlisle (443-295)

Der Winter begann für den amtierenden NBA-Champion mit einem kleinen Schock: Free Agent Big Man Tyson Chandler wanderte in Richtung New York ab. Mark Cuban wollte den hohen Preis, den eine Weiterverpflichtung des Verteidigungsspezialisten gekostet hätte, nicht zahlen. Der Fokus lag auf Gehalts-Reduzierung und Salary-Cap Flexibilität für 2012. Erst als Lamar Odom quasi geschenk-verpackt aus Los Angeles eintraf, überdachte Dallas seine Strategie, kaufte Veteranen wie Vince Carter und Delonte West zum Schleuderpreis ein und liebäugelt nun also mit einer Titelverteidigung. Bei Championship-Teams ist es niemals eine Frage der Fähigkeiten oder des Einsatzwillens. Dallas ist extrem abgezockt, vielseitig und wird perfekt gecoacht. Die Abgänge der drei B's (Butler, Brewer und Barea) können Odom, Carter und West locker kompensieren. Die enorme Tiefe des Kaders wird auch in dieser verkürzten Saison Gold wert sein. Es wird für Dallas letztendlich nur darum gehen, eine adäquate Ersatzlösung für Chandler's Defensive und Offensivrebounding zu finden. Irgendwie traut man den Mavericks einen Titel aber nicht zu - wie schon letztes Jahr.

Best Case Szenario: der Blitz schlägt zwei mal ein und Dallas verteidigt seinen Titel. Obwohl das Team auf dem Papier anders aussieht, sind alle Einzelstücke intakt. Jason Kidd wird noch mindestens ein solides Jahr aus seinem 38 Jahre alten Körper pressen können. Jason Terry bringt Feuer und knapp 18 Zähler von der Bank, Marion macht ein bischen was von allem, und Dirk bleibt Dirk. Zusammen mit Point-Forward Lamar Odom wird der Deutsche ein zuweilen spielstarkes 4/5 Duo bilden, um seine Matchup-Vorteile auszunutzen. Kein Coach weiss das besser umzusetzen als Carlisle. Wenn Vince Carter noch ein wenig von seinem alten Treibstoff im Tank hat, und Roddy Beaubois gesund bleibt, sind die Mavs so tief wie kein anderes Team. Die grossen Hoffnungen ruhen auf Brandon Haywood. Viele vergessen, dass der 32-jährige vor 2 Jahren in Washington knapp 10 und 10 pro Spiel (inkl. 2 Blocks) aufgelegt hat. Erreicht er diese Werte auch nur ansatzweise, werden die Mavs Tyson Chandler nicht lange vermissen.

Realistisch: ohne Chandler gleichen die Mavericks viel zu sehr alten Mavs-Versionen, die Fans vor 2011 den letzten Nerv raubten. Massenweise Feuerkraft und beneidenswerte Tiefe, aber ohne den einen Defensivzauberer, der in den Playoffs den Unterschied macht. So sehr man sich auch ausmalen möchte, wie ein Nowitzki-Odom-Marion Frontcourt die Gegner in den Playoffs schwindlig spielt, so schnell realisiert man gleichzeitig, dass Championships nur über harte Verteidigungsarbeit und Rebounding gewonnen werden. Dallas kann weiterhin oben mitspielen und im besten Fall, wenn alles zusammen kommt, sogar ein weiteres mal das Western Conference Finale erreichen. Ein Halbfinal-Aus scheint zu diesem Zeitpunkt jedoch realistischer.