27 Dezember 2011


Zugänge: Brandon Knight, Damien Wilkins
Abgänge: Rip Hamilton, Tracy McGrady, Chris Wilcox, DaJuan Summers
Head Coach: Lawrence Frank (225-241)

Was haben die Detroit Pistons eigentlich vor? Nach einer vollkommen ernüchternden 30-52 Saison voller Drama, Spielerboykotten und ganz miesem Basketball versuchen die ehemaligen Bad Boys mit neuem Head Coach (Lawrence Frank), aber alter Philosophie ein Comeback. Es wäre durchaus angebracht, in der Chicago Bulls Central Division einem mittelfristigen Plan zu folgen. Den erkennt man in Detroit aber beim besten Willen nicht. Team-Präsident Joe Dumars scheint nicht an den dringend benötigten Neuaufbau zu denken. Wie sonst erklären sich seine überteuerten Vertragsangebote (Prince, Stuckey, Gordon, Villanueva) in den letzten Jahren, diese Preseason mit eingeschlossen? Wozu den immer gleichen Spielertypen (Stuckey, Gordon, Knight) mehrfach verpflichten, anstatt eklatante Schwächen (Aufbauspiel, Rebounding) zu addressieren? Warum nicht brauchbare Rotationsspieler über ihrem Zenit (Hamilton, Prince) traden, wenn man so die Chance auf junges Talent und Draft-Picks hat? Alles sehr verwirrend und wenig vertrauenserwerckend beim ehemaligen NBA-Champion.

Best Case Szenario: In Wirklichkeit hat Joe Dumars den Master-Plan, wir erkennen ihn nur alle noch nicht. Mit dem Prince-Resigning hat er den perfekten Mentor für seine beiden SF-Youngster Jonas Jerebko und Austin Daye, die mit ihrer ungebändigten Energie und ihrem Skillset für ständige Matchup-Probleme beim Gegner sorgen. Rodney Stuckey und Brandon Knight entwickeln sich unter der Ägide von Coach Frank zu pass-first Point Guards, die das Team zusammenhalten. Ben Gordon findet nach dem Abgang von Rip Hamilton zu den Bulls zu alter Stärke zurück und avanciert, wie schon vor drei Jahren, zu einem der tödlichsten Scoring-Guards der Liga. Greg Monroe, der heimlich, still und leise eine exzellente Rookie-Saison spielte (9.4 Pts, 7.5 Reb, 1.2 Stls), wird zum defensiven Anker und neuen Franchise-Spieler des Teams, das dank seiner Präsenz und einer tiefen Bank mit jungen Beinen einen Playoff-Platz erspielt.

Realistisch: Auch wenn in der neuen Saison dank eines neuen, respektierten Coaches keine Meutereien und etwas mehr Stabilität zu erwarten sind, ist diese Mannschaft noch mindestens 2-3 Jahre von den Playoffs entfernt. Weder das unterirdische Rebounding (Platz 30), noch das mehr als suspekte Playmaking wurden in der Offseason addressiert. Statt dessen gab's mehr vom Altbekannten. Vielseitigkeit und Austauschbarkeit statt klar definierten Skills und positionsspezifischen Stärken positionieren die Kolben auch in der neuen Saison im unteren Tabellen-Drittel der Eastern Conference.