28 Dezember 2011


Zugänge: Samuel Dalembert, Jonny Flynn, Marcus Morris
Abgänge: Yao Ming, Brad Miller, Chuck Hayes
Head Coach: Kevin McHale (39-55)

Die Houston Rockets gewannen in der letzten Saison 43 Partien, verloren nur 39. Trotz einer Siegesquote von 52% reichte es in der bärenstarken Western Conference trotzdem nicht für die Playoffs. Der alte Coach Rick Adelman ist mittlerweile in Minnesota. Kevin McHale ist die neue Stimme auf der Bank. Und nach einer total verkorksten Offseason versucht der Club, irgendwie wieder anzugreifen. Der Plan, den man die letzten Jahre verfolgt hatte, war ja, mindestens einen dominanten Big Man nach Houston zu locken. Man wähnte sich bereits dort, als man zunächst Pau Gasol via Trade verpflichtet hatte. Mit Gasol und Free Agent Nene, den man mit dem massenhaft verfügbaren Cap Space zusätzlich einkaufen wollte (Denver hätte das Rockets-Angebot sicherlich nicht abgleichen können), sah man sich bereits in der WC-Elite. Das NBA-Veto aber warf den Club drei Jahre zurück. Samuel Dalembert kann nicht der prominente Center sein, den man in Houston sehen wollte. Irgendwie steht man mit leeren Händen da, ohne wirklich was dafür zu können.

Best Case Szenario: das BCS hat sich durch das Liga-Veto bereits in Luft aufgelöst. Statt das dominanteste Forward/Center Tandem der Liga aufzubieten, dürfen die Rockets nun irgendwie versuchen, ihre vergraulten Semi-Stars Luis Scola und Kevin Martin bei Laune zu halten. Sicher: Scola ist ein solider Power Forward mit einer Reihe effektiver Offensivmoves, der "grösser" spielt, als es seine 2,05m suggerieren. Martin ist und bleibt einer der fleissigsten Punktesammler der gesamten NBA (23.5 PPG), der vor allem von seinen Distanzwürfen lebt. Martin ergänzt sich perfekt mit Point Guard Kyle Lowry, einem fantastischen Verteidiger und soliden Spielmacher. Aber danach ebbt die Talentoberfläche schon ab. Chase Budinger, Courtney Lee, Jordan Hill, Jonny Flynn, Goran Dragic oder Hasheem Thabeet sind entweder zu unkonstant oder nicht gut genug, um diesen Kader in die Playoffs zu hieven. Selbst wenn Neuzugang Dalembert - wirklich mehr ein Trostpreis, nachdem man alle relevanten Center in diesem Winter verpasst hat - eine defensiv dominante Saison abliefert, fehlt dem Team die nötige Feuerkraft, um sich im Westen für die Playoffs zu qualifizieren. Im besten Fall schafft es GM Daryl Morey, irgendwie einen grossen Namen nach Houston zu locken. Klappt das wieder nicht, scheint der Rebuild-Weg die sinnvollste Strategie zu sein.

Realistisch: Scola, Martin und Lowry halten die Raketen über weite Strecken im Spiel und die gesamte Saison über in Playoff-Nähe. Selbst wenn McHale auf Anhieb den Draht zur Mannschaft findet, fehlt aber die individuelle Klasse, um für grosse Schlagzeilen zu sorgen. Die Rockets werden soliden, schnellen und bisweilen aufregenden Basketball spielen und mindestens die Hälfte ihrer Spiele gewinnen. Ohne einen Star wird das in der Western Conference aber wieder einmal nicht für die Postseason reichen. Es ist das alte Dilemma: zu gut für einen effektiven Lotterie-Pick, aber nicht gut genug für die Playoffs. Ernüchternd!