27 Dezember 2011


Zugänge: David West, George Hill, Louis Amundson
Abgänge: Mike Dunleavy, TJ Ford, Josh McRoberts, Brandon Rush, James Posey
Head Coach: Frank Vogel (20-18)


Interimscoach Frank Vogel übernahm inmitten der letzten Saison die Trainerzügel von Jim O'Brien und führte die zuvor verwirrten Indiana Pacers dank einer 20-18 Schlussbilanz in die Playoffs. Und obwohl dort Chicago, das bilanzbeste Team der Liga, ein paar Nummern zu gross war, machte diese jungen Pacers mit ihrem inspirierten Team-Basketball Lust auf mehr. Vogel bekam im Sommer eine Festanstellung, Team-Präsident Larry Bird schlug auf dem Spielermarkt zu, verpflichtete Free Agent David West und George Hill via Trade, und urplötzlich sehen die Tempomacher wie ein Top-5 Team im Osten aus. Weitere Stabilität und Langfristigkeit verleihen die jüngsten Personalentscheidungen hinter den Kulissen: ex-Laker Brian Shaw wird neuer Assistenztrainer, ex-Blazers GM Kevin Pritchard ist in Zukunft für Roster-Angelegenheiten verantwortlich. Die Finanzen sind beneidenswert gesund, es stehen noch knapp 9 Millionen $ unter dem Cap zur Verfügung. Hoffentlich merken auch die Menschen in Indiana, dass der zum Saisonende scheidende 'Larry Legend' mit viel Weitsicht und Geduld ein grundsolides Small Market Team auf die Beine gestellt hat, und finden in Zukunft wieder häufiger den Weg ins neu benannte Bankers Life Fieldhouse.

Best Case Szenario: Mit dem erst 25-jährigen Roy Hibbert und All-Star Forward David West verfügen die Pacers nun über eine spielstarke Frontline. Nicht sehr athletisch, aber fundamental sehr solide. Die beiden werden zusammen eine Menge einfacher, aber effektiver Pick and Pop Sets laufen, und tonnenweise freie Mitteldistanzwürfe setzen. Von der extra Aufmerksamkeit profitieren werden athletische Swingmen wie Danny Granger und Paul George, zwei extrem vielseitige Spieler. Vor allem George birgt dank seiner Länge, Sprungkraft und All-Around-Skills haufenweise Star-Potential in sich. Im Backcourt läuft der Pacers-Express nach wie vor über Darren Collison, der in seinem erst zweiten Profijahr mit 13 PPG und 5.1 APG nicht enttäuschte. Neuzugang George Hill, in San Antonio einer der besten Ersatzspieler der Liga, wird sowohl als PG-Backup sowie als Shooting Guard den Spielaufbau mit koordinieren. Tyler Hansbrough, Jeff Foster und Louis Amundson werden wie immer die geliebte Drecksarbeit erledigen. Dank junger Beine, guter Teamchemie, einem schnellen Spieltempo und beeindruckender Personaltiefe werden die Pacers keine Schwierigkeiten haben, ihre letztjährige Siegesquote (45%) zu überbieten. Die Playoffs sind locker drin.

Realistisch: David West und sein chirurgisch operiertes Knie müssen der Dauerbelastung einer verkürzten Saison erst standhalten, bevor man die Pacers in die Ost-Elite hieven will. Zumal auf der Off-Guard Position nach den Abgängen von Dunleavy und Rush ein verlässlicher Distanzschütze fehlt. Der Dreier war in den letzten Jahren ein grosser Bestandteil des Pacers-Angriffs (Platz 10 in 2010/11). Ein weiterer Shooter kann also nicht schaden. Insgesamt scheint die mittelprächtige Defensive (Platz 17 Def. Eff.) einem erfolgreichen, längeren Playoff-Run im Wege zu stehen. Nur wenn Paul George über Nacht zum erhofften Perimeter-Stopper avanciert, ist mehr als Runde 1 drin.