26 Dezember 2011


Zugänge: Chris Paul, Chauncey Billups, Caron Butler, Reggie Evans, Trey Thompkins
Abgänge: Eric Gordon, Chris Kaman, Al-Farouq Aminu, Craig Smith, Willie Warren
Head Coach: Vinny del Negro (114-132)

Gewinner der Offseason? Natürlich die Los Angeles Clippers. Wer sich als ehemalige Lachnummer quasi über Nacht unter den Top 10 der Liga etabliert, hat sicherlich alles richtig gemacht. Die genauen Moves und ihre Langzeitimplikationen wurden hier, hier und hier bereits ausführlich beschwafelt. Genauso wie die Tatsache, dass die Neuerwerbungen Paul, Billups, Butler und Evans die Free Agency Moves fast aller anderen Teams zusammengenommen blasser aussehen lassen als Chris Kaman's Teint. Wieder einmal hänselt der notorisch knausrige Clippers-Besitzer Donald Sterling Beobachter mit der offensichtlichen Bereitschaft, es mit dem erklärten Ziel Championship ernst zu meinen. Was bisher eher wie ein Kalauer anmutete, scheint dank eines Paul-Griffin-Jordan Nukleus plötzlich gar nicht mehr so weit her geholt.

Best Case Szenario: Blake Griffin und Chris Paul sind das neue NBA-Traumpaar, das uns in den nächsten Jahren mit Higlight-Clips satt verwöhnen wird. Kann schon mal vorkommen, wenn man den besten Einser der Liga mit einem unkaputtbaren Sprungmutanten paart. Der erst 23-jährige DeAndre Jordan, der soeben eine lukrative Vertragsverlängerung unterschrieben hat, ist möglicherweise der körperlich imposanteste Freak der Liga und erinnert stark an den jungen Tyson Chandler. Ich erwarte eine ähnlich ergiebige und hochspektakuläre Zusammenarbeit mit CP3, die aus Jordan einen der drei besten Center der Liga machen wird. Die beiden Neuzugänge Caron Butler und Chauncey Billups runden die erste Fünf mit enorm viel Firepower von den Flügeln und einem Haufen Erfahrung ab. Mit Mo Williams, Randy Foye und Eric Bledsoe sind die Clips im Backcourt sogar überrepräsentiert, so dass via Trade weitere Verstärkungen eingekauft werden können. Die Clippers werden schnell spielen, das Tempo hoch halten und viele Gegner allein damit schon zermürben. Wenn Jordan und Griffin die Bretter kontrollieren und del Negro einen Flügelverteidiger ausfindig machen kann, winkt den Clippers das Conference Halbfinale.

Realistisch: das Team ist schon jetzt der grosse Gewinner der Saison. Sicher: die massiven Personalprobleme auf den grossen Positionen führen im Falle einer Verletzung von Griffin oder Jordan fast unweigerlich zu einem steilen Abdriften in der Tabelle. Wenn man die Playoffs verpassen sollte, ebbt der grosse Hype genausoschnell wieder ab, wie täglich neue Clippers-"Fans" aus dem Boden geschossen kommen. Del Negro hat bisher seine Coaching-Tauglichkeit immer noch nicht unter Beweis gestellt. Aber nach vier Jahrzehnten der Bedeutungs- und Perspektivlosigkeit haben die Clippers mit Griffin und Paul endlich einen Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Wenn nicht alle Dämme brechen und der Clippers-Fluch mit all seiner Wucht zuschlägt, sind die Playoffs ohne grössere Anstrengungen gebongt. Allein das wird schon ausreichen, um das Momentum nach 2012/13 zu tragen.