25 Dezember 2011


Zugänge: Shane Battier, Eddy Curry, Norris Cole
Abgänge: Zydrunas Ilgauskas, Mike Bibby, Jamaal Magloire, Eddie House
Head Coach: Erik Spoelstra (148-98)

Nach massiven Startschwierigkeiten kamen die Miami Heat im Laufe der Saison immer besser in Fahrt und profitierten zusehends von ihrer individuellen Extraklasse. Das Spiel vorne war oft ideenlos und statisch, die Defensive aber etablierte sich von Anbeginn als eine der besten ligaweit (Platz 6). Nachdem das Team endlich gelernt hatte, wie es die eigenen Stärken maximieren kann, klickte es dann in den Playoffs beim meist gehassten Team aller Zeiten und der Weg zum Titel schien vorgeebnet. Nur dumm für die favorisierten Heat, dass ein Basketball-Spiel vier Viertel hat. Ein Jahr älter, ein Jahr reifer? Miami hatte ein sehr ruhiges Trainingscamp. Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt wurde Neuzugang Shane Battier integriert - er soll Defensive, Know-How und mentale Stärke ins Team bringen. Mit der Erfahrung einer prüfenden Saison im Gepäck und einer Portion extra Motivation nach der schmerzlichen Finalniederlage gegen Dallas gehen die Heat als einer der grossen Titelfavoriten in die neue Saison. Für diese Staransammlung zählt nur der Pott! Alles andere wäre (mal wieder) eine riesige Enttäuschung.

Best Case Szenario: Shane Battier ist die Art Lockdown-Verteidiger, die Miami's zweiter Garde gefehlt hat, wenn James und Wade mal eine Verschnaufpause brauchen. Seine passablen Distanzquoten machen sich auch in der ersten Fünf ganz gut. Eddy Curry trägt 10-12 effektive Minuten pro Spiel bei und formt mit Joel Anthony und dem 86-jährigen Juwan Howard eine durchaus passable Center-Rotation auf Miami's schwächster Position. Ein gesundeter Udonis Haslem verleiht dem Frontcourt weitere Stabilität. Wade und James haben ihr Zusammenspiel gemastert und finden jederzeit die perfekte Balance aus eigenem Scoring und uneigennützigem Teamplay. Bosh, der bulliger und kräftiger als je zuvor im Trainingscamp erschien, wirkt nicht mehr vom Moment überwältigt und spielt konstant gut wie der 20/10 All-Star Forward, der er in Toronto war. Rookie-PG Norris Cole entpuppt sich dank seiner Treffsicherheit und defensiver Intensität als Steal des Drafts und erweist sich als klares Upgrade gegenüber Mario Chalmers. Dank ihrer Athletik und individuellen Extraklasse überrennen die 'Big Three' ihre Konkurrenz und recken Ende Juli die Larry O'Brien Trophäe in den floridianischen Nachthimmel. Alles mit links!

Realistisch: Auch die lobenswerte Battier-Akquisition kann nicht über die Tatsache hinweg täuschen, dass keines der letztjährigen Lineup-Probleme (PG/C) ausgemerzt wurde. Daran ändert auch ein talentierter Rookie-Guard nichts. Und Jabba the Hut im Lowpost noch viel weniger. Wieso man da ausgerechnet einen Ersatz-Forward holt, darüber kann man nur spekulieren - will ich aber nicht. Den "Lebron ist jetzt Biest im Post" Rap hat man schon zu oft gehört, um ihn noch ernst nehmen zu können. Das gesamte Heat-Spiel ist sehr Wade/Lebron lastig, so dass die beiden auch in der neuen Saison fast durchspielen müssen. James ist bekanntlich aus Teflon (körperlich), aber kommt auch Wade wieder unbeschadet durch die Saison, die diesmal noch unerbittlicher ist als sonst? Der Titel ist das erklärte Minimalziel. Viel wird letztendlich von Coach Erik Spoelstra's Spielzeitverteilung im März/April abhängen, der Spätform von Miami's schärfsten Konkurrenten Chicago und Oklahoma City und der mentalen Festigkeit von LBJ. Bereits zum vierten Mal in Folge startet ein Lebron James Team als grosser Favorit in die neue Saison...