27 Dezember 2011


Zugänge: Stephen Jackson, Mike Dunleavy, Beno Udrih, Shaun Livingston, Jon Leuer
Abgänge: Corey Maggette, John Salmons, Chris Douglas-Roberts, Keyon Dooling
Head Coach: Scott Skiles (396-382)

Vergangene Saison war für die Milwaukee Bucks eine ganz schwierige. Center Andrew Bogut spielte nach seinem Splatter-Horror-Unfall einarmig und unter starken Schmerzen. Starting PG Brandon Jennings verpasste 19 Partien verletzt. Carlos Delfino fehlte 33 mal, Drew Gooden sogar 47 mal. Coach Scott Sklies hatte zu keinem Zeitpunkt seine volle Startformation zur Verfügung, und die Ergebnisse wiederspiegelten es. Nur 91.9 Punkte pro Spiel - kein Team war schlechter als die Hirsche. Die Defensive aber stand - bereits das dritte Jahr in Folge - ganz sicher und war der einzige Grund, warum Milwaukee nur zwei Siege an einem Postseason-Platz vorbei schrammte. Mit einem gesundeten Kader und der Neuverpflichtung von Stephen Jackson, der das schwarze Loch Corey Maggette auf der Zwei ersetzen wird, ist eine Playoff-Teilnahme in '11/12 durchaus realistisch. Jedes Skiles-Team muss zwangsweise hart verteidigen, und mit ein paar Offensivoptionen mehr dürfte auch das ein oder andere 100er Spiel für die Böcke keine reine Utopie mehr sein. Die Bucks gewannen 17 von 21, wenn sie dreistellig punkteten.

Best Case Szenario: Stephen Jackson ist ein deutliches Shooting Guard Upgrade gegenüber Maggette. Obwohl kein Paul/Nash Typ, kann Captain Jack neben 20 pro Spiel auch durchaus den Spielaufbau übernehmen und Plays für seine Teamkollegen vorbereiten. Das entlastet Jennings, der in seinem jetzt dritten Jahr einen deutlichen Leistungssprung machen muss - angefangen bei seiner miserablen Trefferquote. Beno Udrih ist ein exzellenter Backup für Jennings auf der Eins - eine Option, die Milwaukee in den letzten zwei Jahren gefehlt hat. Mit Mike Dunleavy und Rookie Jon Leuer haben die Böcke ein paar Scharfschützen auf der Bank. Und schließlich ist da noch Bogut, der endlich wieder zwei Arme zum Basketball spielen benutzen kann. Sein Offensivoutput allein wird das Team-Scoring in respektablere Sphären katapultieren. Wenn der Club weiterhin an die 'Defense-First' Philosophie von Skiles glaubt, reift hier ein gefährlicher Gegner heran, gegen den niemand in der ersten Playoff-Runde antreten möchte.

Realistisch: Ganz so geschmeidig wird die Verwandlung nicht vonstatten gehen. Stephen Jackson und Scott Skiles, zwei Hitzköpfe vor dem Herrn, werden mehr als einmal aneinander geraten. Die Situation darf nicht kippen. Überhaupt wird vieles davon abhängen, wie schnell die Mannschaft ihres Coaches überdrüssig wird. Schon bei seinen vorherigen Stops in Phoenix und Chicago hatte sich Schleifer Skiles nach anfänglichen Erfolgen mit seinen Teams überworfen. Sein harter Umgangston nutzt sich schnell ab. Wenn Jackson und Jennings sich im Backstein-Werfen zu überbieten versuchen, können die Erwartungen schnell ins Negative umschlagen. Mehr als ein kurzer Playoff-Auftritt ist dann nicht drin.