27 Dezember 2011


Zugänge: Mehmet Okur, DeShawn Stevenson, Shawne Williams, Shelden Williams
Abgänge: Travis Outlaw, Brandan Wright, Sasha Vujacic, Dan Gadzuric
Head Coach: Avery Johnson (218-128)

Deron Williams fragt sich immer noch, ob seine Entscheidung vor knapp 10 Monaten die richtige war. Anstatt mit Utah weiter um Heimrecht in den Western Conference Playoffs zu spielen, formt der All-Star Point Guard mittlerweile den Ein-Mann Angriff in den Sümpfen von New Jersey - und das wird in absehbarer Zukunft so bleiben. Obwohl sein alter Teamkollege aus Jazz-Zeiten, Mehmet Okur, den schwer verletzten Brook Lopez (2-3 Monate Pause) auf der Center-Position ersetzen wird, steht Williams alleine auf weiter Flur da. Von der dritt-schlechtesten Offensive der Liga (94.2 PPG) darf in dieser Konstellation keine grosse Steigerung erwartet werden. Die unendliche Dwight Howard Saga liegt ohnehin wie ein überdimensional grosser Schatten über der Franchise. Schafft es das Team des schwerreichen russischen Oligarchen Mikhail Prokhorov nicht, D12 bin zum Sommer an Land zu ziehen, könnte ein für die Nets sang- und klangloser Umzug in die neue Arena in Downtown Brooklyn anstehen - vielleicht sogar ohne D-Will.

Best Case Szenario: Deron Williams schultert die extra Verantwortung nach dem Ausfall von Lopez wie der All-Star, der er nun einmal ist. Er punktet mehr, assistiert mehr und hält die Nets bis zu Lopez' Rückkehr im Februar im Playoff-Rennen. Neuzugang Okur und Rückkehrer Kris Humphries bilden eine respektable Frontline, während Sophomore Damion James und der erst kürzlich verpflichtete DeShawn Stevenson dem bisher butterweichen Perimeter ein wenig Garstigkeit einhauchen. Orlando gesteht sich den eigenen D12-Bluff endlich ein und lässt sich zu einem 'Howard für Lopez, Okur und zwei Erstundenpicks' Tauschhandel breitschlagen. Williams verlängert und die Nyets ziehen mit Pauken und Trompeten in ihre neu glitzernde 5 Milliarden Dollar Arena um. Die eigene Zukunft sieht mit dem imposantesten One-Two-Punch der Liga und einem russischen Goldesel rosig aus.

Realistisch: Die Nets haben nicht genug Feuerkraft, um diese Saison unbeschadet zu überstehen. Schon die Preseason hat gezeigt, was uns in den kommenden vier Monaten erwartet: Williams muss es alleine richten, weil er weder unter der Körben, noch auf dem Perimeter über genügend Waffen verfügt. Der Spielplan ist vor allem in den ersten paar Wochen unerbittlich und wird die Nets früh begraben. Der geplante Umzug wird erst von wöchentlichem, später dann von täglichem bis stündlichem Howard-Trade-Tratsch überschattet (wer erinnert sich nicht liebend gerne an das 'Melo-Theater?) und rückt vollkommen in den Hintergrund. Die Panik des Clubs, am Ende komplett leer auszugehen, ist begründet. Wenn Howard nicht kommt, ist Williams im Sommer ebenfalls weg. Und die New Jersey/Brooklyn Nets stehen vor einem Scherbenhaufen.