26 Dezember 2011


Zugänge: Glen Davis, Von Wafer, Larry Hughes
Abgänge: Brandon Bass, Gilbert Arenas
Head Coach: Stan van Gundy (334-179)

Der Kopfkratzer-Award für die fragwürdigsten Personalentscheidungen der Offseason geht an die...Orlando Magic. Wieder einmal. Und es wird von Trade-Periode zu Trade-Periode deutlicher, dass GM Otis Smith keinen blassen Schimmer hat, was er eigentlich tut. Wer es nach jetzt knapp 3 Jahren und unzähligen Versuchen immer noch nicht hinbekommen hat, den dominantesten Center dieser Generation mit brauchbaren Spielern zu flankieren, der hat es im Endeffekt auch nicht verdient, einen Mann wie Dwight Howard langfristig halten zu dürfen. Und so muss man sich wohl oder übel bereit machen in Zentralflorida für die letzte Kirmes-Runde mit Dwight unter Center - inklusive des ganzen Theaters und Nonstop-Gebrabbels, das man noch aus der letzten Saison und von den Denver Nuggets kennt. Dabei sind die Magic alles andere als ein Fussabtreter. Dank Howard's Dominanz am Brett gewann man in den letzten 4 Jahren 222 von 328 möglichen Saisonspielen (68%). Aber wenn Glen 'Pig Baby' Davis die Free Agent Akquisition sein soll, die Howard von einer rosigen Zukunft in Orlando überzeugen soll, dann viel Glück dabei!

Best Case Szenario: Solange Howard das Magic-Trikot überstreift, darf man davon ausgehen, dass Orlando unter den besten fünf Teams der Conference weilen wird. Die Defensive wird wieder stark sein (letztes Jahr Platz 3), was mit dem amtierenden Verteidigungsspieler des Jahres schon einmal vorkommt. Spieler wie Jason Richardson und Glen Davis (beide mit neuen Verträgen ausgestattet) werden von ihrem All-Star Center profitieren. Idealerweise erkennt Coach Stan van Gundy die Zeichen der Zeit und verbannt den ineffizienten Hedo Turkoglu langsam aber sicher aus der Startformation. Ryan Anderson, ein vielseitiger 2,08m Forward, ist nach Howard der mit Abstand effektivste Magic-Akteur und verdient regelmässige Spielzeit. Vor allem im Hinblick auf die Zukunft, die in Orlando ohne Howard stattfinden wird. Den verschickt man idealerweise zu den Los Angeles Lakers - einem von nur zwei Big-Market Teams (nein, Dallas zählt nicht dazu), bei denen D12 eine Vertragsverlängerung unterzeichnen würde - und macht sich mit jungen Puzzlestücken an den Neuaufbau.

Realistisch: das Magic-Management hat für den Moment Stillhalten angedeutet. Je besser das Team in die Saison findet, desto ungestörter kann man sich hinter den Kulissen um den bestmöglichen Deal bemühen. Kein Team weiss besser als Orlando, wie es ist, einen All-Star Center und Franchise-Spieler ohne Gegenwert via Free Agency zu verlieren: Shaq machte sich im Sommer 1996 auf nach Los Angeles und gewann dort mit den Lakers 3 Meisterschaften in Folge. Es hatte danach 10 Jahre gedauert, bis die Magischen wieder aus ihrer Schockstarre erwachten.