28 Dezember 2011


Zugänge: Shannon Brown, Markieff Morris, Ronnie Price, Sebastian Telfair
Abgänge: Aaron Brooks, Vince Carter, Mickael Pietrus
Head Coach: Alvin Gentry (289-310)

Wie ein Uhrwerk ticken die zwei Dauerbrenner in der Wüste von Phoenix immer weiter und weiter und weiter: Steve Nash (37) und Grant Hill (39) trotzen weiterhin jeglicher Logik und Profisport-Gesetzmässigkeit und bleiben auch noch kurz vor der Rente die wichtigsten Spieler der Suns. Darin liegt irgendwie auch das Problem begraben, denn Phoenix muss in naher Zukunft eine neue Richtung einschlagen. Zwar scheint Nash der einzige Mensch der Welt zu sein, der noch nicht nach einem Trade zu einem Contender verlangt hat, aber knappe 6 Monate vor seiner Free Agency muss das Suns-Management zumindest in Betracht ziehen, seinen Hall of Fame Point Guard irgendwann ziehen zu lassen. Letzte Saison belegten die Suns nach einer 40-42 Saison den 10. Platz im Westen und verpassten die Playoffs um 6 Siege. Vince Carter wurde vor dieser Saison entlassen, Aaron Brooks steckt in China fest. Ansonsten sieht der Kader stark nach dem des vergangenen Jahres aus.

Best Case Szenario: Im besten Fall bleibt Phoenix die gesamte Saison über im Rennen um einen Playoff-Platz, und Nash wiederholt bei jeder Gelegenheit, dass er nicht einmal im Traum an einen Trade denkt. Der Kanadier hat immer wieder betont, dass es ihm mehr um Kameradschaft und Langzeit-Stabilität geht als darum, um jeden Preis einem Titel nachzujagen. Trotz dieser lobenswerten und erfrischrenden Einstellung werden die Trade-Stimmen von ausserhalb lauter werden, je mehr wir uns der Februar-Deadline nähern. Wenn es Phoenix irgendwie schafft, im Rennen zu bleiben, dürfte Nash seine wohl letzte Saison in der Wüste zu Ende spielen. Mit zwei agilen Centern (Marcin Gortat und Robin Lopez) sowie zwei weiteren Shooting-Forwards (Channing Frye und Rookie Markieff Morris) hat Nash die notwendigen Waffen an seiner Seite, um das unorthodoxe Suns-Spiel auch in 2011/12 aufzuziehen. Die Ersatzbank ist dank der Neuzugänge Shannon Brown, Sebastian Telfair und Ronnie Price so tief wie selten zuvor. Die Tiefe wird Phoenix auch brauchen, um Nash in dieser körperlich grausamen Saison fit zu halten oder sogar komplett zu schonen. Die Offensive wird unter Gentry wieder einmal unter den besten der Liga rangieren (Platz 4 letztes Jahr). Eine Playoff-Platzierung ist durchaus möglich.

Realistisch: Die Bank ist zwar tief, aber nicht unbedingt hoch qualita-tiv. Müssen Nash, Gortat oder Frye mal sitzen, geht der Offensivfluss schnell flöten. Rutscht Phoenix wider Erwarten irgendwann in den Tabellenkeller ab, zum Beispiel ab Ende Januar, wenn der unmenschliche Spielplan seine ersten Opfer fordert, wird das notorisch ungeduldige Suns-Management die ersten Trades anzetteln, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Das würde die ausgezeichnete Teamchemie durcheinander bringen - eine der wenigen wirklichen Stärken dieser Suns-Mannschaft - und eine potentiell zufriedenstellende Saison schnell zum Desaster werden lassen. Ungeachtet dessen wird Nash als definitiver Impact-Spieler einer der Hauptpreise vor Ablauf der Wechselfrist bleiben.