28 Dezember 2011


Zugänge: Jimmer Fredette, JJ Hickson, Chuck Hayes, Travis Outlaw, John Salmons, Tyler Honeycutt
Abgänge: Samuel Dalembert, Omri Casspi, Beno Udrih, Pooh Jeter
Head Coach: Paul Westphal (316-274)

Sacramento. Ein winziger NBA-Markt. Eine Franchise, einst an der Schwelle zu Ruhm und Ehren. Fans, so loyal und basketball-verrückt wie kaum woanders in den USA. Und dennoch waren die Kings Ende der letzten Saison eigentlich schon weg, auf dem Weg nach Süden, nach Anaheim. Als drittes Team in der Metropolenregion Los Angeles. Eine von der Liga einberäumte Extrafrist gewährt dem Club nun eine weitere Spielzeit, um die nötigen öffentlichen Gelder für den Bau einer neuen Arena aufzutreiben. Dann, und nur dann, bleiben die Kings langfristig in Sacramento. Langfristig, das ist auch das Ziel in Punkto Teambuilding. Mit DeMarcus Cousins, einem der drei besten Rookies der vergangenen Saison, und Tyreke Evans, einem hochexplosiven Kombo-Guard, verfügten die Kings schon 2010 über zwei Eckpfeiler. Weil aber Veteranen und Vorbilder fehlten, bekam das gesamte Team den mentalen Aspekt des Profiseins nie wirklich auf die Reihe und stolperte einer mageren 24-58 Saison entgegen. Das soll in 2011/12 alles besser werden.

Best Case Szenario: Die Kids sorgen für ganz viel Euphorie. Neben Cousins, einem der jetzt schon besten Big Men der Liga (14.1 PPG, 8.6 RPG) und Evans, dem 20-5-5 ROY 2010, ist vor allem ein Mann verantwortlich für den Kings-Fimmel: Jimmer Fredette, College Spieler des Jahres. Der Frischling kommt mit tonnenweise Vorschusslorbeeren nach Sacramento, wo er nicht nur die Verlierer-Kultur ändern, sondern auch Tausende von Dauerkarten verkaufen soll. Der Hype ist begründet. Fredette war mit knapp 29 PPG bester Scorer der NCAA und trifft auch vom Parkplatz im Schlaf. Allerdings steht mit Marcus Thornton ein weiterer begnadeter Punktesammler in der Startformation. Und Thornton, mit 21.3 PPG bester Kings-Scorer letztes Jahr, hat sich seine Meriten bereits verdient. Weitere Neuzugänge: John Salmons, ein vielseitiger Small Forward, der dank seiner Vielseitigkeit und seiner starken D das Team besser macht. Travis Outlaw, der aus New Jersey kam. Und die beiden Big Men JJ Hickson und Chuck Hayes, die eine bisher sehr dünne Frontcourt-Rotation nominell und qualitativ verstärken. Wenn sich die Youngster in ihrem jetzt zweiten/dritten Profijahr wie vorgesehen verbessern, und das Führungsduo Evans/Cousins lernt, zusammen zu spielen, sieht die Zukunft in Sacramento in der Tat rosig aus.

Realistisch: Das Hauptproblem bleibt nach wie vor die mentale Verfassung von Cousins und Evans. Ich hatte vor seiner Rookie-Saison noch geglaubt, dass Cousins zunächst zahm wie ein Lamm an seinem Post-Spiel arbeiten würde. Weit gefehlt. Er legte sich mit Coaches und Mitspielern an, kassierte die fünftmeisten technischen Fouls der Liga, und zeigte sich von seinen Emotionen immer wieder überwältigt. Dieses Team geht nirgendwo hin, solange DMC nicht professioneller auftritt. Ohne einen einzigen Veteranen im Team, der den Weg vorgibt, kann man diese überaus beneidenswerte Ansammlung von Talent nicht sonderlich ernst nehmen. Unterhaltsam mit Sicherheit, aber von den Playoffs weit entfernt. Vielleicht in ein paar Jahren dann, in Sacramento oder wo auch immer...