27 Dezember 2011


Zugänge: Jamaal Magloire, Aaron Gray, Rasual Butler, Anthony Carter
Abgänge: Reggie Evans, Sonny Weems
Head Coach: Dwane Casey (53-69)

Eine neue Epoche hat begonnen für die Toronto Raptors, die mit einem neuem Coach und neuer Identität einem langfristigen Ziel entgegen steuern. In dieser Hinsicht muss man den Dinos Respekt zollen, denn sie haben die Zeichen der Zeit erkannt und sind - im Gegensatz zu Detroit beispielsweise - 'all in' mit den eigenen Rebuild-Plänen. Dwane Casey, defensives Mastermind während des Championship-Runs der Dallas Mavericks, wurde als neuer Übungsleiter verpflichtet, um der katastrophalen Verteidigung (Defensiv-Rating Platz 30) Leben einzuhauchen. Zur neuen Philosophie passt auch der Nummer 5 Pick, Jonas Valanciunas, der allerdings erst nächsten Sommer über den Teich wechseln wird. Die restlichen Verpflichtungen der letzten Wochen sind unspektakulär und/oder regionaler Nostalgie verschuldet (Magloire ist Kanadier), beissen sich aber nicht mit den Zukunftsplänen in T-Dot. Man will maximale Cap-Flexibilität wahren, junge Spieler evaluieren und beobachten, wie sie sich in Casey's Verteidigungs-Schemata machen. Dafür opfert man gerne eine ohnehin verlorene Saison, in der es für die Raptors ohnehin um nichts gegangen wäre.

Best Case Szenario: Wie bereits skizziert, wäre ein Playoff-Platz selbst im absoluten Ausnahmefall unmöglich. Nicht mit dieser Lineup. Was kann also gut gehen? Die Kids brauchen Spielzeit, um so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln. Heisst im Klartext: DeRozan, Bayless, Ed Davis, Amir und James Johnson müssen auf dem Parkett stehen. GM Bryan Colangelo muss sich endlich eingestehen, dass seine Vernarrtheit in europäische Softies überhaupt erst zu diesem Dilemma geführt hat. Wenn irgend möglich, muss er Defensivallergiker wie Calderon, Bargnani und Kleiza via Trade abstossen. Da Bargnani als Franchise-Anker absolut untauglich ist, muss im Notfall die Amnestie-Klausel in Betracht gezogen werden (42 Mio. $ Einsparungen). Wenn Casey es schafft, eine Defensiv-Identität auch nur in Ansätzen zu etablieren, das Team sich nicht mehr reihenweise aus der Halle ballern lässt und man einen weiteren Top-5 Pick im Draft landet, ist die Saison bereits ein Erfolg.

Realistisch: siehe oben. Casey's Mann-Zone Defensivsystem hatte an Dallas' erstem Titelgewinn massgeblichen Anteil, und das soll auch die neue Visitenkarte der Raps werden. Wer nicht verteidigt, sitzt. Das gilt hoffentlich insbesondere für Divas wie Bargnani, denen ihre Haut zu schade ist, um unter den Körben aufzuräumen (ein Karriereschnitt von 4.9 Rebounds bei 2,13m Körpergrösse ist einfach nur peinlich). Mit Barbosa's auslaufendem Vertrag hat Colangelo einen weiteren Tradechip auf der Hand. Die Raptors werden aus basketball-puristischen Gesichtspunkten unmöglich anzuschauen sein. Man erkennt aber ein Flackern am Ende des Tunnels.