16 Dezember 2011


Die Free Agency Hauptpreise sind allesamt vom Tisch. Von den 24 besten verfügbaren Spielern, die vor genau einer Woche genau hier vorgestellt wurden, sind 18 bereits unter Dach und Fach. Zehn Profis (Nene, Gasol, Jordan, Landry, Young, Green, Chalmers, Prince, Hill, Richardson) haben bei ihrem alten Team verlängert. Acht (Chandler, West, Barea, Ford, Butler, Battier, Dunleavy, Crawford) gehen 2011/12 in neuem Trikot auf Punktejagd. Wer bleibt übrig? Ein kurzer Blick auf die verbliebenen Impact Free Agents.


Arron Afflalo (R): der 26-jährige Shooting Guard spielte letztes Jahr seine bis jetzt beste Profisaison und macht in Denver Appetit auf mehr. Mit 12.6 PPG und irre guten Quoten (50-42-85) ist ein weiterer Leistungssprung vorprogrammiert. Der kommt mit Sicherheit in den Rocky Mountains, denn Afflalo ist 'restricted'. Die Nuggets können also jedes Angebot von aussen abgleichen, und werden das auch tun. GM Ujiri: "Arron ist ein wichtiger Teil des Teams."

Nick Young (R): hat letzte Saison vor allem eins bewiesen - dass er den Ball in den Korb befördern kann. Mit 17.4 Punkten pro Partie zeigte sich Young stark verbessert. Dennoch hat der 26-jährige das 'qualifying offer' der Wizards (3.7 Mio $) bisher nicht angerührt und legt sich immer noch seine Optionen zurecht. Er will am liebsten mehr Kohle sehen, schielt aber gleichzeitig mit einem Auge auf die Free Agency 2012, wo er mit einer weiteren guten Saison in Washington richtig absahnen könnte. Der Markt für Young in diesen Tagen und Wochen ist klein.

Samuel Dalembert: der letzte verbliebene Center, der für ein Team einigermassen solide Arbeit leisten kann - wenn er denn will. Obwohl der Haitianer sein Potential niemals konstant abrufen wird, sind Karrierewerte von 8.2 Rebounds und knapp 2 Blocks in 9 NBA-Saisons durchaus verlockend. Die Houston Rockets, einer der Verlierer der Offseason, sind kurz davor, den 2,11m Mann zu verpflichten. "Wir sind an Sam interessiert. Es macht für beide Seiten Sinn." Auch den Dallas Mavericks wird eine Aussenseiterchance eingeräumt. Interessant: obwohl die Sacramento Kings ihre Team-Option für Dalembert nicht ziehen wollten, können sie ihn theoretisch dennoch signen und dann traden.

Kris Humphries: die Nets haben ihren Fokus vorerst von Dwight Howard genommen und sind jetzt erst dabei, den Rest des Kaders zu besetzen. Kris Humphries ist dabei die Top-Priorität des Teams, denn im Frontcourt ist New Jersey schwach besetzt. Macht Sinn: mit 10 Punkten und 10.4 Rebounds im Schnitt spielte der 26-jährige die beste Saison seiner Karriere und war einer der Hauptgründe dafür, dass die Nets nicht komplett untergingen. Das Management würde ihm gerne einen Ein-Jahres-Vertrag anbieten, um sich seine Optionen für nächsten Sommer offen zu halten.

Michael Redd: als ehemaliger All-Star und Goldmedaillengewinner wäre das Interesse am Scharfschützen sicherlich grösser, wären da nur nicht die schlimmen Knieverletzungen. Der Guard verpasste in den letzten drei Saisons 185 von 246 möglichen Partien. Wer dennoch glaubt, dass in Redd noch ein bisschen Basketball steckt, bekommt zum Veteranen-Minimum-Schleuderpreis einen 20 PPG Karriere-Scorer, der von draussen jedem Team helfen kann. Indiana und die LA Lakers sind interessiert.

Reggie Evans: Boston, New Jersey, die Clippers und Toronto sind alle scharf auf die Rebound-Maschine aus Pensacola. Kein Wunder, denn obwohl Evans spielerisch sehr beschränkt ist, kann er eines perfekt: die Bretter aufräumen. Auf 48 Minuten umgerechnet griff sich der bärtige Reggie die meisten Rebounds (20.7) aller 450 NBA-Akteure - mehr als Kevin Love, Dwight Howard oder Blake Griffin. Ein perfekter Teamspieler (macht nur, was er soll), der so gut wie jeder Mannschaft helfen kann.

Andrei Kirilenko: noch ein ehemaliger All-Star (2004), der seine besten Tage hinter sich hat. Dennoch hat AK-47 das Spielen nicht verlernt und macht sich in seinem Heimatland bei CSKA Moskau zur Zeit recht gut. Mehrere NBA-Teams haben Interesse am Russen mit Schweizer Taschenmesser Skills bekundet. Allen voran die Nets um Landsmann Mikhail Prokhorov, der wohl dafür töten würde, ein bisschen Glamour und 'sexy' in seine graue Truppe zu bringen. Einziges Problem: Kirilenko fühlt sich in Moskau pudelwohl und würde nur für ein richtig gutes Angebot (minimum 8-9 Mio. pro Jahr) in die NBA zurück. Auch Sacramento überlegt, ob ein 30-jähriger Rollenspieler eine solche Investition rechtfertigen würde.

Rodney Stuckey (R): was noch vor einer Woche nach einem Kinderspiel aussah, entwickelt sich in Detroit zum echten Sorgenfall. Restricted Free Agent Rodney Stuckey will mehr Geld (mehr als 10 Millionen pro Jahr), als ihm die Pistons zu zahlen bereit sind (7 bis 8 Mio. $). Das Patt strapaziert die Nerven beider Parteien mittlerweile über. Der 25-jährige ist ein recht solider Point Guard, keine Frage. Aber die eigenen Gehaltsvorstellungen nördlich von 10 Millionen anzusiedeln, zeigt, dass Stuckey nicht der intelligenteste Zeitgenosse ist. Nur Paul, Williams, Nash, Rondo und Tony Parker - allesamt All-Stars - ziehen Gehaltschecks in dieser Grössenordnung an Land. Ein Sign & Trade, oder ein billiger Probevertrag für nächste Saison, scheinen für Detroit im Moment die sinnvollsten Alternativen.