12 Januar 2012




Pacers 96, Hawks 84

Früher Schock für die Falken aus dem Pfirsich-Staat: All-Star Forward Al Horford verletzte sich früh an der Schulter und musste raus. Sein Status für die nächsten Partien ist unklar. Ohne Big Al und den ebenfalls angeboxten Marvin Williams gab's für die Hawks nichts zu holen bei den Pacers, die dank eines bestens aufgelegten Danny Granger (24) ihren Heimnimbus wahrten. Atlanta traf nur 38% aus dem Feld und leistete sich 18 Ballverluste. Damit ist auswärts nur selten etwas drin. Indiana, das im heimischen Field House seinen besten Start seit 2003 egalisiert (4-0), bleibt in der Central Division an den Bulls dran.

Bulls 78, Wizards 64

Die Kühe hatten mit den Washington Wizards überhaupt keine Mühe am heutigen Abend, auch ohne den verletzten Derrick Rose. Der wichtigste Spieler der vergangenen Saison laboriert an einer potentiell langfristigen, zumindest aber hartnäckigen Zehenverletzung und muss in den nächsten Tagen kürzer treten. Enter John Lucas the Third. Der 29-jährige Basketballnomade ersetzte Rose optimal und war mit 25 Punkten, 8 Rebounds und 8 Assists der Matchwinner für Chicago, das 9 seiner letzten 10 Partien gewonnen hat. Washington's erster Saisonsieg gestern gegen Toronto war nur ein kleiner Fehler in der Matrix. Die Wizards stellten einen neuen Vereinsrekord auf - einen negativen natürlich (64 Punkte). Die Jagd nach Schlechtleistungen geht weiter.

Kings 98, Raptors 91

Die grosse Story schien immer der Beef zwischen DeMarcus Cousins und dem geschassten Ex-Coach zu sein. Aber niemand profitiert vom neuen Trainer in Sacramento mehr als Point Guard Tyreke Evans. Der Rookie des Jahres 2010 wirkt wie ausgewechselt, seitdem Neu-Coach Keith Smart die Plays bei den Kings diktiert, und erzielt im Schnitt 10(!) Punkte mehr als unter Paul Westphal. Zusammen mit einem ebenfalls wieder erstarkten Cousins (20 Pts/19 Reb) führte Evans (27 Pts) sein Team zum ersten Auswärtssieg der Saison.

Knicks 85, Sixers 79

Die sensationell gut gestarteten 76ers mussten zu einem ersten Härtetest in den New Yorker Madison Square Garden, wo die Knicks dank Carmelo Anthony und einer weiteren guten Defensivdarbietung (ja, richtig gelesen) triumphierten. Anthony führte sein Team mit 27 Punkten (davon 12 im dritten Viertel) zum vierten Sieg in Folge und im Kampf um die Atlantic Division bis auf einen an die Sixers heran. Weitere Protagonisten für die offensiv immer noch darbenden 'Bockers: Amare Stoudemire (20/10) und Rookie Iman Shumpert. NY gewinnt momentan mit Defense (im Schnitt nur 86 Gegenpunkte in den letzten vier). Im Angriff bleibt es aber deprimierend.

Mavericks 90, Celtics 85

Dallas findet langsam aber sicher seine Basketball-Skills wieder. Gegen die Boston Celtics gewannen die Mavericks ihr drittes Spiel in Folge, auch ohne den früh des Feldes verwiesenen Rick Carlisle, der mitten im Angriff weit hinaus aufs Garden-Parkett gestürmt war (als ex-Celtics Spieler hatte er für einen kleinen Moment das Jahrzehnt verwechselt). Der amtierende Champ erzielte 20 Punkte nach Celtics-Ballverlusten, weitere 17 nach Offensivrebounds und benutzte seine gewohnt ausgeglichene Offensive (sechs Spieler mit 8+ Pts), um das Spiel offen zu halten. In der Schlussphase sorgte dann Finals-MVP Dirk Nowitzki für den entscheidenden Korb 5 Sekunden vor Schluss.

Thunder 95, Hornets 85

So ähnlich hatte ich mir das vor knapp zwei Jahren vorgestellt, als ich über die Zukunft der damals noch grünen Oklahoma City Thunder nachdachte. Die Naturgewalt aus dem Niemandsland hat sich als absolutes Spitzenteam etabliert. Wer mit völlig übermüdeten Beinen und Köpfen den 5. Sieg in sechs Tagen einfährt (davon drei auswärts), wer trotz mieser Defensive (Platz 23) und ungeklärter Team-Hierarchie dennoch die beste Bilanz der Liga aufweist (10-2) und nach oben hin immer noch mehr Luft hat, der gehört eindeutig zum Kreis der engsten Titelkandidaten. Ein gutes Viertel von Kevin Durant (29 Pts/10 Reb) reichte in New Orleans zum Sieg. Effizienz eines Contenders eben.

Spurs 101, Rockets 95 (OT)

Die seltsam-adretten Heim-Auswärts Splits der Spurs gehen weiter. San Antonio bleibt im vertrauten AT&T Center auch im 7. Anlauf ungeschlagen und entledigt sich seines In-State Rivalen aus Houston nach Verlängerung. Die Story des Spiels: Tony Parker macht ein bisschen etwas von allem (28 Pts, 5 Reb, 8 Ast), während Tim Duncan den legendären Larry Bird überholt und in der ewigen Scorerliste auf Platz 27 klettert. Die Rockets rutschen auf den letzten Tabellenplatz in der Western Conference ab.

Lakers 90, Jazz 87 (OT)

Die meisten werden wohl wieder Kobe Bryant's 40 Punkte Spiel in ihren Fokus rücken. Das war auch verblüffend genug, zumal es bereits sein zweiter 40er in Folge war und Bryant sich damit innerhalb von nur zwei Tagen zum besten Punktesammler der Liga (30.3) geballert hat. Die drei höchsten Scoring-games der Saison gehen also auf seine Kappe (48, 40, 39). Was ich spannender fand: Andrew Bynum's entscheidende Präsenz unter den Brettern (5 Blocks) und LA's sich weiter verbessernde D unter Mike 'Kartoffelkopf' Brown (nur 38% Trefferquote für Utah), gekrönt von Bryant's entscheidendem Block mit der Schlussmelodie - quasi im Vorbeigehen auf dem Weg in die Umkleidekabine. Schreibt die Lakers auf eigene Gefahr ab.

Nuggets 123, Nets 115

Was ist verblüffender? Denver's 37 Assists? Die insgesamt 12 Spieler im zweistelligen Punktebereich? 238 erzielte Punkte in diesem ABA-Throwback-Klassiker? Oder New Jersey's 20 Dreier? Kein Team hat je mehr von draussen erzielt als die Nets und dennoch verloren. Denver spielt sich auch ohne den verletzten Ty Lawson für seine nächsten Aufgaben warm, weil man in New Jersey Defense für generell überflüssig hält. Wer auswärts 115 macht und trotzdem untergeht, der verliert eben 9 von 10. Zumindest steigen so die Chancen auf den Top-Pick im Draft.

Magic 107, Trail Blazers 104

Die Serie reisst. Portland (7-3) verliert zum ersten Mal in dieser Saison im heimischen Rose Garden gegen ein fantastisch aufgelegtes Orlando-Team, das seine beste Saisonleistung zeigt und in der Ost-Tabelle bemerkenswert weit oben bleibt. Sieben der neun eingesetzten Magier trafen zweistellig und demonstrierten in bester Houston Rockets ca. 1994 Manier, wie schwer ein dominanter Center und sichere Distanzschützen (16-27 Dreier) zu schlagen sind, wenn's flutscht.

Clippers 95, Heat 89 (OT)

Das Spiel des Tages stieg im Staples Center. Die Highlight-Maschinerie lief schon in Minute zwei auf Hochtouren und spuckte hüben wie drüben ein Youtube-Video nach dem anderen aus. Blake Griffin (20/12) und Lebron James (23/13) dominierten Halbzeit eins, bevor ein normal grosser Mensch im dritten Viertel die grosse CP3-Show vorführte. Chris Paul (27 Pts, 11 Ast, 3 Stl) sezierte die starke Heat-Defensive mit der chirurgischen Präzision eines Gehirndoktors und führte sein Team zum Statement-Sieg. In einer hart umkämpften, dreckigen Playoff-Partie (kombinierte 40% Quote) blieben die jungen Clippers am Ende cooler als Erik Spoelstra & co., während Miami die vielen Schiedsrichter-Geschenke (+11 Freiwürfe) nicht anzunehmen wusste. James, Chris Bosh und Dwyane Wade vergeigten zusammen 12 ihrer 15 Wurfversuche im letzten Viertel und der Verlängerung. Es war die zweite OT-Heat-Niederlage in Folge. Für die Clippers mit entscheidend: Caron Butler (20 Pts) und der Shotblock-Springbock DeAndre Jordan (11 Rebounds/6 Blocks).