21 Januar 2012




Sixers 90, Hawks 76

Wie oft haben wir das in dieser Saison jetzt schon gesehen? Philly stürmt nach der Halbzeitpause aus der Umkleidekabine und überrollt den Gegner mit einem weiteren Monster-Viertel. Game Over. So auch am heutigen Freitag, als die 76ers dank knüppelharter D und effizientem Fastbreak Spiel eine vorher ausgeglichene Partie in eine Demontage verwandelten. Elton Brand kontrollierte die Bretter mit 16 Rebounds und schickte seine jungen Teamkollegen über die Transition Offense zu vielen leichten Körben. Thaddeus Young war mit 20 Punkten Topscorer, Jrue Holiday lenkte mit 16 Zählern/11 Assists höchst effizient, und Philadelphia baute seine Führung in der Atlantic Division mit jetzt 11-4 Siegen weiter aus.

Trail Blazers 94, Raptors 84

Lamarcus Aldridge war die Spezialwaffe der Trail Blazers, gegen die Toronto heute kein Mittel fand. Der Team USA Finalist dominierte das Spiel mit 33 Punkten, 23 Rebounds (Career High) und 5 Assists fast nach Belieben und trug Portland so auf seinen Schultern zum erst dritten Auswärtssieg in dieser Saison. Die Blazers freuen sich nach einem kleinen Durchhänger auf den schmeichelhaften Spielplan in den nächsten Tagen. Toronto, das fast nur über schnelle Konter richtig ins Spiel kam, wurde an den Brettern vernichtend geschlagen (55-40) und fällt auf 4-12 Siege ab.

Nuggets 108, Wizards 104

Die Wizards wollten nach dem Sieg gegen Oklahoma City einen weiteren Western Conference Contender ins Straucheln bringen. Der Spielstart für Washington verlief ideal. Je länger die Partie aber andauerte, desto offensichtlicher wurden die Unterschiede zwischen dem Kalauer der Liga und einem "echten Team" wie der Mile High Fastbreak Maschine. Denver lebte einmal mehr von seiner surrealen Personaltiefe. Al Harrington ersetzte den verletzten Big Man Nene bestens mit fantastischen 29 Punkten (5-8 Dreier) von der Bank, während Ty Lawson und Danilo Gallinari mit je 21 den Zauberern den Rest gaben. Simsalabim, ein weiteres Wizards-L!

Bucks 100, Knicks 86

Auch ohne den intern gesperrten Stephen Jackson (Bus verpasst) dominierten die Böcke im New Yorker Madison Square Garden und stürzten die Knickerbockers durch den 100-86 Sieg in eine tiefe Identitätskrise. Vor allem Brandon Jennings, der es sich in seiner Karriere zum Hobby gemacht hat, die Knicks zu triezen, führte die lethargische Defensive bei den Metropolitanern ein ums andere mal vor und stellte mit 36 Punkten eine neue Saisonbestleistung auf. Shaun Livingston erzielte 18 beim ersten Auswärtssieg der Bucks im 9. Versuch. Die hochgepriesene Knicks-Offensive ist völlig zum Erliegen gekommen (nur 88 PPG in den letzten 5 Partien). Die Besucher im Garden buhten sich die Seele aus dem Leib.

Bulls 114, Cavaliers 75

Die Mutter aller Blowout-Klatschen setzte es heute in Cleveland. Auch ohne den weiterhin angeschlagenen Derrick Rose war der Eastern Conference Finalist aus der windigen Stadt für die Cavs mindestens fünf Nummern zu gross. Luol Deng erzielte 21 Punkte, Carlos Boozer duplizierte seine gute Leistung vom Mittwoch mit 19 Punkten und 14 Rebounds, während Chicago dank einer gewohnt ausbalancierten Teamleistung und erstickender Defensive (16 Blockshots, nur 30% FG für Cleveland) sein 14. Spiel gewinnen konnte. Es war die höchste Heimniederlage in der Geschichte der Cavaliers. Chicago führt die NBA-Tabelle weiterhin an.

Grizzlies 98, Pistons 81

Als Topscorer Zach Randolph mit einer schweren Knieverletzung ausfiel, war die Grundidee im Prinzip, dass Rudy Gay seinen Starqualitäten endlich gerecht wird und Memphis eigenhändig im Playoff-Rennen hält, bis Z-Bo wieder fit ist. Soweit, sogut. Gay übernahm in Detroit einmal mehr die Hauptverantwortung und führte seine Grizzlies (8-6) mit 24 Punkten zum 5. Sieg in Folge. Mike Conley verbuchte ein Double-Double mit 14 Jordans und 11 Stocktons. Die Pistons leisteten sich 25 Ballverluste und verloren bereits zum 10. mal in den letzten 11 Partien. Es stinkt zum Himmel in Detroit.

Suns 79, Celtics 71

Ein polnischer Hammer beackerte die irischen Kobolde zu Beginn der Partie ganz im Alleingang. Marcin Gortat punktete im gleichen Rhythmus wie die komplette Celtics-Mannschaft und hatte nach einem Viertel bereits 14 Zähler auf die Anzeige geklatscht. Der Pole beendete die Partie mit 24 Punkten und 12 Rebounds. Dank genügend Unterstützung von Steve Nash (11 Pts/9 Ast) gewann Phoenix sein drittes Auswärtsspiel der Saison, ausgerechnet im TD Garden, wo die Celtics mittlerweile jegliche Heimstärkte eingebüsst haben. Grün kam ohne Rajon Rondo nie wirklich in Tritt und kassierte bereits seine 6. Pleite in den letzten 7 Partien. Riecht nach Umbruch in Boston...

Magic 92, Lakers 80

Die grosse Story im Vorfeld dieses Duells war natürlich der potentielle Trade zwischen Orlando und den LA Lakers. Der amtierende Defensivspieler des Jahres zeigte in den anschliessenden 48 Minuten, warum er der mit Abstand beste Center der Liga ist. Dwight Howard dominierte das Duell gegen Andrew Bynum mit 21 Punkten und 23 Rebounds. Es war bereits sein fünftes 20-20 Spiel in der laufenden Saison. Alle Magic-Starter punkteten zweistellig, während kein Laker ausser Kobe Bryant (30 Pts) auch nur ansatzweise Normalform erreichte. So war der 11. Sieg der Magier nie wirklich in Gefahr. Howard's Verbleib ist nach dem deutlichen W gegen seinen potentiellen neuen Arbeitgeber aber weiterhin das Hauptthema in Zentralflorida und der NBA - obwohl Orlando momentan guten Basketball zeigt.

Kings 88, Spurs 86

Sacramento hatte auf fremdem Parkett erst ein Spiel gewonnen. San Antonio war im heimischen AT&T Center noch ungeschlagen. Zum Glück ist an einem zufälligen Freitag Abend in einer viel zu voll gepackten NBA-Saison aber alles möglich. Die Kings schockierten die Spurs dank Tyreke Evans (23 Punkte, 11 Rebounds, 7 Assists), der knapp 50 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Treffer zum völlig unerwarteten 88-86 Endstand versenkte. Die Texaner verfehlten ungewohnt viele freie Würfe (nur 38% Trefferquote), darunter auch die letzten zwei Möglichkeiten in der letzten Spielminute.

Pacers 94, Warriors 91

Dank Danny Granger's 26 Punkten und Roy Hibbert's Karriereabend an den Brettern (wieso man mit knapp 2,20m erst in seiner vierten NBA-Saison mehr als 15 Rebounds an einem Abend pflückt, wird mir für immer ein Rätsel bleiben) entkamen die Pacers nur knapp einem peinlichen Einbruch bei den Golden State Warriors und verbuchten so ihren 4. Sieg in den letzten fünf Begegnungen. Für Indiana, das zu Hause noch ungeschlagen ist und momentan auch auswärts wichtige Erfolge feiert, ist es mit 10-4 der beste Saisonstart seit 2003-04. Damals scheiterte man erst in den Conference Finals am späteren NBA-Champ Detroit Pistons.

Timberwolves 101, Clippers 98

Ein Herzensbrecher für die jungen Clippers vor eigenem Publikum gegen ebenso junge Wölfe aus dem hohen Norden im 'Must-See TV' Spiel des Abends. Die Stimmung in LA war gigantisch, und alles sah 47 Minuten lang nach einem klaren Sieg für die Gastgeber aus. Die Euro-Connection brachte die Wolves aber zurück ins Spiel. Darko Milicic dominierte mit 22 Punkten und 7 Rebounds die Zone, während Ricky Rubio nach einer weitgehend miserablen Darbietung den entscheidenden Dreier zum Ausgleich traf. Billups vergab kurz vor dem Ende die Sieg-Chance für sein Team. Minnesota's Coach Rick Adelman hatte noch eine letzte Auszeit in petto, und zeichnete den Gamewinner auf's Taktiktablett. Lokalmatador Kevin Love hatte genau verstanden und netzte den entscheidenden Dreier mit der Schlusssirene ein. Perfekter kann ein NBA-Abend nicht enden.