03 Januar 2012






Suns 102, Warriors 91

Phoenix, das seinen Saisonstart komplett in den Wüstensand gesetzt hatte, lief lange Zeit Gefahr, auch sein drittes Heimspiel zu verlieren. Kaum ein Wurf sass, und Golden State hatte das Geschehen auch ohne den etatmässigen Starter David Lee gut im Griff. Dann legten die Suns einen Schalter um und vergassen, wie man verwirft. Dank 17 Punkten in knapp drei Minuten und einem Steve Nash, der langsam in Form kommt (21 Pts, 9 Ast) triumphierte der Gastgeber zum 13. mal in Folge zu Hause gegen die Warriors und bleibt dank 2-3 Bilanz dran. Rookie Markieff Morris war einmal mehr bester Suns Big Man mit 16 Punkten und 9 Rebounds von der Bank.

Raptors 90, Knicks 85

Die New York Knicks ohne Amare Stoudemire gleichen einem geköpften Hühnerhaufen kurz vor dem Rupfen. Das Heimteam präsentierte sich vorne ideenlos und legte sein Schicksal exklusiv in die Hände von Carmelo Anthony (31 Wurfversuche) und Toney Douglas (19 FGA). Toronto reichte eine durchschnittliche Teamleistung (44% FG, vier Spieler zweistellig) zum Auswärtssieg. Zwar kämpfte sich New York kurz vor Schluss noch einmal auf 86-85 heran. Ein dilletantisches Auftreten im 2. Spielabschnitt (29-11 Toronto) und mangelnde Spielkultur in der Crunchtime besiegelten aber letztendlich die dritte Knicks-Niederlage in den letzten vier Partien. Es kriselt im MSG.

Pistons 89, Magic 78

Verkehrte Welt im Palace von Auburn Hills, wo die Detroit Pistons mit beinharter Defensive eines der bisher besten Ost-Teams aus der Halle prügelten. Bitte was? Tatsächlich scheint der neue Pistons-Coach Lawrence Frank so etwas wie defensive Mentalität in Detroit re-etablieren zu können (bisher nur 91.6 Gegenpunkte pro Partie). Auch gegen Orlando dominierten die Kolben die Hustle-Stats (39-28 Reb, +12 Freiwurfversuche) und zeigten vorne eine überraschend ausbalancierte Teamleistung (gleich sieben Spieler scorten 8+ Pts) mit Ben Gordon als extrem effizientem 'go to guy' (26 Pts bei nur 15 Wurfversuchen). Ich war angenehm überrascht.

Pacers 108, Nets 94

Es hat nicht lange gedauert, bis sich Indiana in der Central Division breit gemacht hat. Es hat nicht lange gedauert, bis New Jersey unten in der Tabelle zu versumpfen droht. Die Pacers machten mit den unglücklichen Gastgebern in Halbzeit zwei kurzen Prozess und zeigten dabei, wie sie in dieser Saison für neue Eastern Conference Hierarchien sorgen wollen: der Ball lief phasenweise wie an einer Perlenkette aufgereiht (26 Assists), die Dreier fielen wie Layups beim Pre-Game Korblegerkreislauf (61%) und das gesamte Team trug zum vierten Sieg in fünf Partien bei. Die Nets hingegen wirken schon jetzt wie das mieseste Team der Liga. Viel Erfolg bei dieser Deron Williams-Dwight Howard-Brooklyn Nets Geschichte!

Celtics 100, Wizards 92

Das Spiel war drei Viertel lang ausgeglichener als buddhistische Mönche bei der Zen-Meditation. Die Entscheidung musste also im Vierten fallen. Und dort liess Grün seine Erfahrung aufblitzen. Immer, wenn es für Boston brenzlig wurde, waren Paul Pierce (21) und Ray Allen (27) zur Stelle. Die zwei Flügelspieler versenkten zusammen alle 10 Celtics-Dreier und führten die Kobolde zurück zu .500 (3-3 Siege). Washington, dem es mehr als alles andere an Erfahrung, Abgeklärtheit und Reife fehlt, bleibt nach der fünfte Pleite im fünften Spiel das einzige noch sieglose Team der NBA.

Hawks 100, Heat 92

Nach Hause zu kommen tut immer gut! Tracy McGrady, prominentester Neuzugang der Atlanta Hawks, feierte seine Rückkehr nach Florida mit einer Throwback-Nummer aus der Zeitmaschine und fügte den bis dahin ungeschlagenen Miami Heat die erste Saisonniederlage bei. McGrady fing Feuer und traf im Vierten einen Dreier nach dem anderen (13 seiner insgesamt 16 Punkte), während Lebron James und Dwyane Wade nur noch zwei Treffer für Miami zustande brachten. Atlanta brachte den Gastgeber mit seiner Zonenverteidigung vollständig aus dem Konzept, kontrollierte das Tempo und den Ball (nur 10 Ballverluste) und war im letzten Spielabschnitt mehrere Klassen besser (33-21). Wer die 4-1 Hawks bisher noch nicht auf der Rechnung hatte, der sollte seine Offseason-Einschätzung nochmals überdenken. Sie sind gross, defensivstark, athletisch und eingespielt - perfekte Voraussetzungen für eine verkürzte Saison. Ich bin dann mal meine Offseason-Einschätzung überdenken...

Timberwolves 106, Spurs 96

Doppelter Schock für die San Antonio Spurs: nicht nur, dass es bei den Timberwolves eine unerwartete Niederlage setzte. Zu allem Überfluss brach sich Topscorer Manu Ginobili auch noch seine linke Wurfhand und wird vermutlich länger ausfallen. Die Welpen hingegen scheinen vor unser aller Augen aufzuwachen: nach back-to-back Siegen gegen Dallas und die Spurs sind die Rudeltiere plötzlich ihren Lachnummer-Status los. Kevin Love legt weiterhin Fantasy-Gold auf's Parkett (26 Pts, 15 Reb, 4 Dreier, 3 Stl, 2 Blk), aber es waren heute seine Mannschaftskollegen Michael Beasley (19) und Luke Ridnour (19 mit 9 Assists), die den zweiten Heimsieg in Folge sicher stellten. Die Wolves empfangen Memphis am Mittwoch.

Mavericks 100, Thunder 87

Das war dann schon eher eines amtierenden Champions würdig. Dallas, das sich in den bisherigen fünf Begegnungen wie eine D-League Mannschaft präsentiert hatte - alt, verbaucht, planlos, überfordert - wühlte vor der Partie gegen OKC ganz zief in der Meisterschaftsschatzkiste und brachte heute die richtigen Tugenden mit ins AA Center. Die Mavericks liessen endlich einmal den Ball flüssig laufen (21 Assists), trafen ihre freien Würfe und zeigten auch in der Defensive, warum man vor sechs Monaten die Larry O'Brien Trophäe stemmen durfte. OKC fand zwar nie seinen Rhythmus (nur 40% aus dem Feld, 34 Gegenpunkte im Q3), blieb aber dennoch im Spiel. Bis Dirk Nowitzki das Heft in die Hand nahm und mit insgesamt 26 Punkten den zweiten Saisonsieg der Mavs unter Dach und Fach brachte. "Ein wichtiger Sieg für uns. Wir brauchen jetzt ein paar Erfolgserlebnisse, um nicht zu weit abzusinken", sagte Nowitzki nach der Partie.

Jazz 94, Hornets 90

Das laute Hornissen-Summen von vor einer Woche ist wieder verstummt. Ohne den immer noch verletzten Eric Gordon (Knie) verloren die Hornets auch ihr drittes Spiel in Folge, weil im letzten Abschnitt die Punkte ausblieben. Utah (2-3) profitierte von New Orleans' Scoring-Inkompetenz in der Crunchtime und wahrte zu Hause seine weisse Weste. Al Jefferson (22 Pts) und Devin Harris (19 Pts, 5 Ast) waren die besten Jazzer an diesem Abend.

Nuggets 91, Bucks 86

Es war hässlich (39% FG, 16 Ballverluste), aber das ist beim dritten Spiel in drei Nächten wohl auch so zu erwarten. Zudem fehlte der etatmässige Center Nene wegen einer Fussverletzung. Doch obwohl die Gäste aus Milwaukee das frischere Team waren, ging ihnen in der Denver'schen Höhenluft im letzten Viertel die Puste aus. Das Heimteam dominierte den Schlussabschnitt 23-12 und verbesserte sich auf 4-2 dank Danilo Gallinari's bester Saisonleistung (21/10), der Defensive von Corey Brewer (10 Pts, 2 Blk) und dem weiterhin überraschend effizienten Bankspiel von Edelreservist Al Harrington (17 Pts, 8 Reb). Next up für Denver: Sacramento und New Orleans.