02 Januar 2012


Was in Sacramento als Wiedergutmachung für eine enttäuschende 24-58 Saison gedacht war, entpuppt sich bereits nach einer Woche als totales Desaster. Starting Center DeMarcus Cousins fehlte bei der heutigen Partie gegen die New Orleans Hornets in der Lineup. Coach Paul Westphal und die Sacramento Kings teilten via Presseerklärung mit, dass Cousins einen Trade verlangt habe und man ihn deshalb nicht weiter in der Nähe des Teams haben wollte. Cousins' Agent John Greig dementiert die Tradewünsche. Von Cousins selbst gab's bisher kein Kommentar.

Schon während des Samstags-Spiels gegen die New York Knicks waren die latenten Dauerspannungen zwischen dem Spieler und seinem Coach (mal wieder) deutlich geworden. Cousins spielte uninspiriert und gleichgültig. Nach der Partie liess es sich der Forward/Center nicht nehmen, mit gewohnt offensichtlicher Abneigung gegen den Coach zu sticheln. Die Dauerfehde zwischen Westphal und seinem Schützling zieht sich wie ein roter Faden durch deren gemeinsame Zeit in Sacramento. Cousins fühlt sich notorisch übergangen und in der Offensive unterrepräsentiert. Er legte sich bereits mehrfach mit Westphal an, gönnte sich eine Keilerei mit einem Teamkollegen im Flieger und wurde für mehrere Spiele suspendiert. Die allgemeinen Befürchtungen vor dem NBA-Draft 2010, man habe es mit einem psychisch labilen und infantilen Spieler zu tun, scheinen sich mehr und mehr zu bewahrheiten. Spielerisch gehört Cousins trotz seiner erst 21 Jahre zu den talentiertesten Big Men der Liga, keine Frage. Seine Rookie-Stats unterlegen das eindrucksvoll (14.1 Pts, 8.6 Reb, 2.5 Ast). Dumm nur für Sacramento, dass sein Denkapparat offensichtlich weitaus weniger funktioniert als Rebounds krallen und kurze Hakenwürfe am Brett.

So wie sich Cousins bisher präsentiert hat (mickrige 32% Trefferquote in den ersten vier Partien), scheint sein Problem mit Westphal tief verwurzelt zu sein. Aber: selbst wenn der Spieler ein valides Argument haben sollte (mehrere Kings-Akteure haben ihren Unmut über Westphal's System und mangelnde Spielordnung bereits öffentlich kundgetan), muss man als Franchise-Player mit Führungsanspruch anders auftreten, seine Frustrationen anders thematisieren. Einen Coach, das Team und somit die gesamte Organisation öffentlich unter den Zug zu werfen, wie es Cousins immer wieder tut, richtet nur Schaden an. Für Westphal war nach einem weiteren Vier-Augen-Gespräch mit Cousins heute morgen das Ende der Fahnenstange offensichtlich erreicht:

"Es kann nur soviele Chancen geben für ihn, und es ist an der Zeit, etwas zu unternehmen. Wenn ein Spieler immer und immer wieder auf derart aggressive Art und Weise klarstellt, dass er nicht als Teil dieses Teams seinen Weg fortsetzen will, dann darf man das nicht ignorieren. DeMarcus Cousins hat einen Trade verlangt. Es ist im besten Sinne für die Mannschaft, wenn er am heutigen Spiel gegen New Orleans nicht teilnimmt."

Starker Tobak vom Coach. Westphal liess dennoch ein Hintertürchen offen für eine Rückkehr seines Frontcourt-Starters: "Ich hoffe, er geht in sich, und ändert seine Einstellung, und kehrt mit einem starken Drang nach Wiedergutmachung zurück. Es liegt an ihm."

Oha. Ohne Hellseher spielen zu wollen, ist doch ziemlich klar, dass einer von beiden dieses Scharmützel nicht überstehen wird - nicht in Sacramento. Entweder Westphal entpuppt sich in der Tat als der völlig falsche Mentor, um diese labil-debile nordkalifornische Talentansammlung zu einer kompakten und respektablen Einheit zu formen - und wird in den nächsten drei Wochen gefeuert. Oder aber Cousins hat es sich mit der Franchise endgültig verscherzt, und findet sich schon bald via einseitigem 'Chris Webber vs. Tom Gugliotta' Trade bei einem anderen Team wieder. Nach nur 18 Monaten bei den Kings. Reife Leistung!