16 Januar 2012


Die alles dominierende Schlagzeile in den vergangenen 7 Tagen war sicherlich der plötzliche Scoring-Jährzorn der mittlerweile 33-jährigen Lakers-Legende Kobe Bryant. In einem beispiellosen Run klatschte die schwarze Mamba ihren überforderten Gegenspielern durchschnittlich 40 Punkte pro Partie auf die Anzeigetafel. Die altbekannten Argumente "wirft zu viel", "trifft zu wenig" und "bringt seinem Team nichts" eiern zwar dieser Tage wieder wie kaputte Schallplatten über den Internet-Plattenteller. Aber mal im Ernst: wer an 51% Trefferquote von der SG-Position, knapp 5 Assists pro Abend und 4 Siegen aus 5 Spielen wirklich etwas auszusetzen hat, der sollte seinen Hausarzt betreffs höhere Pillendosis konsultieren. Bei soviel Kobe gingen andere exzellente Leistungen fast unbemerkt unter. Die von Kevin Durant zum Beispiel: der Thunder-Allstar scheint seine anfänglich miesen Trefferquoten korrigiert zu haben und zeigte sich wieder gewohnt zielsicher. 56% aus dem Feld/94% von der Linie für 25 Punkte, 8 Rebounds und 4 Assists im Schnitt in einer weiteren 4-0 Woche für Oklahoma City, dem weit und breit souveränsten West-Team. Ebenfalls bärenstark waren die Auftritte von Kyle Lowry. Der Rockets-Spielmacher verpasste nur knapp ein Triple Double im Schnitt (21.5 PPG, 8 RPG, 8.3 APG) und führte bei drei Houston-Siegen in vier Partien derart glänzend Regie, dass Kenner bereits von einer möglichen All-Star Nominierung sprechen. Die scheint auch für den Timberwolves-Rookie Ricky Rubio nicht ganz so utopisch zu sein, wie es vielleicht anmutet. Der Spanier, mit fantastischen 8.3 Assists pro Spiel momentan ligaweit auf Platz 8, verbuchte vergangene Woche drei Double-Doubles in fünf Partien, inklusive irre guten Durchschnittswerten: 13.2 Punkte, 10.6 Assists und 3 Steals pro Abend. Ich rieche ein co-Rookie des Jahres Award, zusammen mit Kyrie Irving von den Cavaliers.

Im Osten war wieder einmal MVP-Guard Derrick Rose die tonangebende Figur, vor allem weil seine Chicago Bulls in bester Stampede-Manier ihre Konkurrenz niedertrampelten und alle vier Partien gewannen. D-Rose erzielte 24 Punkte und mehr als 9 Assists im Schnitt und war im "nicht ganz so Spitzenspiel" gegen die Boston Celtics mit 25/7 der entscheidende Faktor. Solange die Bulls (12-2) weiter gewinnen, wird Rose in der MVP-Diskussion ganz vorne mit vertreten bleiben. Genauso wie ein weiterer Stammgast bei den POW-Awards hier, Dwight Howard. Der Magic-Riese zeigte das irrsinnigste Spiel der bisherigen Saison, als er vergangenen Donnerstag die Golden State Warriors mit 45 Punkten, 23 Rebounds und unfassbaren 39 Freiwurfversuchen (neuer NBA-Rekord) im Alleingang zerquetschte. Die Durchschnittstats des Supermannes nehmen sich im Vergleich dazu sehr 'Clark Kent' mässig aus: 21 Punkte und 13 Rebounds pro Spiel. Am meisten beeindruckt hat mich im Osten aber ein Frischling: Kyrie Irving von den Cleveland Cavaliers zeigt mit jeder vergehenden Woche, warum er um einiges weiter in seiner Entwicklung ist als seine Rookie-Kollegen. Irving dominiert das Cavs-Spiel mehr und mehr und erzielte vier mal in Folge mindestens 20 Punkte. Im Schnitt waren es sogar 22, inklusive knapp 5 Assists pro Abend. Irving's Saisonschnitt liegt jetzt bei 17 und 5 - Tendenz steigend.

Wer war Euer POW3?
Kobe Bryant
Kevin Durant
Kyle Lowry
Ricky Rubio
Derrick Rose
Dwight Howard
Kyrie Irving