08 Januar 2012






Pacers 99, Bobcats 77

Pacers-Forward Danny Granger formulierte es zwar politisch korrekt, aber was er nach dem deutlichen 22-Punkte Sieg eigentlich meinte, war: "Mein Team ist viel tiefer als euer Team." Und tatsächlich scheint Indiana personell ideal ausgestattet zu sein für eine solch kräftezehrende Saison. Die Tempomacher wurden ihrem Namen gerecht und rannten den überforderten Bobcats nach der Halbzeitpause einfach davon. Roy Hibbert war mit 20 Punkten bester Scorer bei Indiana und einer von insgesamt sechs im zweistelligen Bereich. Die Pacers bleiben zu Hause ungeschlagen (3-0) und festigen ihren Platz im oberen Bereich der Eastern Conference Standings.

Hawks 109, Bulls 94

Die Atlanta-Wundertüte: niemand weiss so genau, was er Abend für Abend von dieser Mannschaft zu erwarten hat. Nachdem die Falken sich am Dienstag von den Stieren trotz zwischenzeitlicher 19-Punkte Führung noch hatten rupfen lassen, dominierten sie die heutige Partie vom ersten Sprungball bis zum Schlusspfiff. Mit einer phasenweise erstickenden Teamdefensive neutralisierte die Mannschaft von Larry Drew den amtierenden MVP Derrick Rose und erlaubte ihm nur 8 mickrige Zähler. Die Hawks trafen 57% ihrer Wurfversuche und 9 von 12 Dreiern. Angeführt von einem phänomenalen Josh Smith (25 Pts, 5 Reb, 5 Ast, 4 Stl, 6 Blks) setzte Atlanta seinen überraschend starken Saisonstart fort (6-3) und bleibt den besten Teams im Osten (Miami & Chicago) dicht auf den Fersen.

Knicks 103, Pistons 80

Ein Spiel gegen die Detroit Pistons lässt auch kränkelnde Teams wie die New York Knicks gut aussehen. Der bisher alles andere als überzeugende Atlantic Division Mitfavorit nutzte einen massiven Pistons-Durchhänger im zweiten Spielabschnitt zu einem vorentscheidenden 39-18 Zwischenspurt - das Spiel war danach gelaufen. Iman Shumpert rückte für Toney Douglas in die Startformation. Mike Bibby setzte seine De-mumifizierung fort mit 16 Punkten (4-4 Dreier) und 3 Assists. Amare Stoudemire verankerte die Offensive mit 22 Punkten und 8 Rebounds. Alles in allem ein einfaches und wenig aussagekräftiges W der Knickerbockers, die damit zurück auf .500 klettern.

Heat 101, Nets 90

Lebron James' lädiertes Sprunggelenk war ganz offensichtlich gut verheilt: der Heat-Forward explodierte für 22 Punkte im ersten Viertel und besiegte die chancenlosen New Jersey Nets damit im Alleingang (22-18). James dominierte Ball und Gegner, traf seine ersten 7 Wurfversuche und verpasste nur knapp ein Quadruple Double (32 Punkte, 9 Rebounds, 7 Assists, 8 Turnovers). Udonis Haslem verbuchte ein Double-Double von der Bank aus (12/12), während Chris Bosh 16 zum Sieg beisteuerte. Miami traf fast nach Belieben (50% FG) und gewann sein drittes Spiel in Folge, auch ohne den immer noch verletzten Dwyane Wade.

Sixers 97, Raptors 62

Der NBA Blowout-Samstag erreichte in Philadelphia seinen vorläufigen Höhepunkt. Die 76ers verwandelten dank eines 30-8 Laufs ein zuvor methodisches, langweiliges Spiel in eine 25 Punkte Schlappe. Andre Iguodala gab trotz mieser Trefferquote den Ton an für die ausgeglichenen Sixers (14 Pts/10 Reb), während Rookie Nikola Vucevic mit 9 Punkten und 10 Rebounds sein bisher bestes Spiel zeigte. Philadelphia gewann bereits zum vierten mal mit 20+ Punkten Vorsprung, verfügt mit jetzt 4W in Folge über die längste aktive Siegesserie aller Mannschaften und bleibt Tabellenführer in der Atlantic Division.

Thunder 98, Rockets 95

Nach fünf Spielen gähnender Leere im Osten gab's via League Pass Zap endlich eine spannende Angelegenheit im Westen zu bestaunen: Oklahoma und Houston lieferten sich die zweite Partie eines back-to-back Sets, diesmal in Houston. Das Duell ging über die volle Distanz und blieb durchgehend eng umkämpft. Kevin Durant (27), Russell Westbrook (25) und Nazr Mohammed (17) überzeugten für die Gäste, während Luis Scola (28) und Goran Dragic (20) für Houston dagegen hielten. In der Crunchtime übernahm KD das Kommando und erzielte die letzten 11 Thunder-Punkte, darunter den entscheidenden Jumpshot 22 Sekunden vor Schluss. OKC (7-2) bleibt im Westen das Maß aller Dinge.

Spurs 121, Nuggets 117

Und gleich noch ein Nailbiter hinterher, diesmal aus der Kategorie 'Entertainment pur'. Es erinnerte ein wenig an längst vergangene ABA-Tage, was die Spurs und Nuggets da auf's AT&T Center Parkett zauberten. Gleich 13 Spieler erzielten mindestens 10 Punkte in diesem Western Conference Shootout. Die Trefferquoten beider Teams waren astronomisch hoch, ebenso wie die Schlagzahl der Partie. Danny Green avancierte zum Matchwinner für die Spurs. Der ehemalige NBDL Spieler erzielte 24 Punkte und versenkte zwei Freiwürfe kurz vor dem Ende. Denver entschied zwar das Schlussviertel für sich, kam aber nie näher als bis auf drei Punkte heran. San Antonio führt nach diesem Sieg die Midwest Division komfortabel an.

Mavericks 96, Hornets 81

"Wenn man so wie wir in der Klemme steckt, ist so ziemlich das einzig Wichtige an so einem Abend, dass wir gewonnen haben", resümierte ein erfolgloser Dirk Nowitzki nach dem Pflichtsieg seiner Mavericks gegen flugunfähige Hornissen aus New Orleans. Der Finals-MVP traf zwar wieder einmal kaum einen Wurf (2-11, nur 10 Punkte). Dafür füllten seine Mannschaftskollegen den Scoring-Bogen aus: Vince Carter, Ian Mahinmi (je 13), Jason Terry, Delonte West (je 12) sowie Roddy Beaubois (11) trugen geschlossen zum vierten Heimsieg in Folge bei. Trotz ihrer relativen Heimstärke (4-2) bleiben die Fohlen ein höchstens durchschnittliches Basketballteam.

Jazz 88, Warriors 87
Seltsame Angelegenheit in der Bay Area: Trefferquoten um die 40% und mickrige 175 Punkte wichen einer spannenden Schlussphase. Nachdem der beste Jazz-Soloist Gordon Hayward (18 Pts) seine Band erst zum Ausgleich und später zur 1-Punkt-Führung geworfen hatte, verpasste Monta Ellis (32) den entscheidenden Siegtreffer mit der Schlusssirene. Die Warriors leisteten sich insgesamt 17 Ballverluste, verloren ihr 5. Spiel in Folge und rangieren im Westen auf dem allerletzten Platz. Das Verletzungs- und Rotationschaos von Neutrainer Mark Jackson fordert seinen Tribut. Utah (5-3) hingegen überrascht weiterhin und hat jetzt mehr Siege als Dallas, New York und die LA Lakers.

Clippers 92, Bucks 86

Back-to-backs sind ja an sich schon schwierig. Erst recht in dieser stark komprimierten Saison, für die es laut NBA keiner sinnvollen konditionellen/taktischen Vorbereitung bedurfte (falls sich jemand fragt, warum wir bisher so viele Verletzungen hatten - da oben steht's). Wenn man wie die Bucks sein 4. Auswärtsspiel in 6 Tagen absolvieren muss (und morgen gleich das 5. hinterher), dann kann das ohne 3 Starter (Bogut, Dunleavy, Mbah a Moute) einfach nicht gut gehen. Umso erstaunlicher, dass die Gastgeber so ihre Mühe hatten, die Böcke in den Wind zu schiessen. Milwaukee führte zur Pause 40-38, ehe Chris Paul (7 Ast/4 Stl) im Q3 wie gewohnt ein paar Gänge hoch schaltete und das gefürchtete Transition-Spiel der Clippers ins Laufen brachte. Blake Griffin (22/14 und ein paar Facials), Caron Butler (20) und Chauncey Billups (19) sammelten die Punkte ein, während Neuzugang Reggie Evans (in seinem ersten Einsatz für LA) dem reboundschwächsten Team der Liga neues Leben unter den Brettern einhauchte. Es war der 3. Clippers-Sieg in Folge (Platz 1 Pacific Division).