12 Januar 2012


Der wöchentliche, kompakte Blick auf die Rookie Tops und Flops des Draft-Jahrgangs 2011 (Stand: 11. Januar 2012)


1. Kyrie Irving (Cleveland Cavaliers): 15.6 Pts, 5.1 Ast, 88% FT
Irving bleibt der beste Rookie des Jahrgangs, auch wenn das helle Spotlight weiter nördlich in Minnesota strahlt. Kein Problem für den Cavs-Spielmacher. Während die meisten Frischlinge bereits jetzt von ihrer frühen Effektivität eingebüsst haben, wird Irving mit zunehmender Saisondauer immer souveräner - und besser. Sein Scoring ist gestiegen (zwei 20+ Pts Spiele hintereinander), und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der abgezockte 19-jährige mit den besten Einsern der Liga in einem Atemzug genannt wird.

2. Ricky Rubio (Minnesota Timberwolves): 10.2 Pts, 7.9 Ast, 1.6 Stl
Da hin zieht es auch Rookie Ricky Rubio, den spanischen Nationalmannschaftsspielmacher. Der 21-jährige übertrifft weiterhin alle Erwartungen (ausser die von David Kahn) dank seiner körperlichen Robustheit und seines geschmeidigen Übergangs in die beste Liga der Welt. Mit 7.9 zum Teil spektakulären Assists pro Abend belegt er ligaweit den 7. Rang. Was beweist: er hat das Wolves-Spiel jetzt schon vollständig im Griff und wird schon bald zum Starter avancieren.

3. MarShon Brooks (New Jersey Nets): 14.4 Pts, 4 Reb, 46% FG
Das Team ist Schrott, keine Frage. Aber Brooks kann eines besser als so ziemlich jeder andere Rookie in diesem Jahrgang: scoren. Und das eimerweise. In der letzten Woche erzielte Brooks mehr als 16 Punkte pro Partie und zeigte am Montag gegen Atlanta sein bestes Profispiel (19 Pts, 10 Reb). Wenn der ehemalige Providence Friar seine guten Quoten (46% aus dem Feld, 41% von Drei) beibehält, wird seine Punkteausbeute in den kommenden Wochen mit zunehmender Erfahrung sogar noch steigen.

4. Iman Shumpert (New York Knicks): 13.2 Pts, 3.6 Ast, 2.2 Stl
Der Knicks-Rookie hatte es mir ja schon vor den Preseason-Rankings angetan. Obwohl noch unklar ist, ob Shumpert wie ein traditioneller Point Guard fungieren kann oder langfristig besser als 'Shooting Point Guard' aufgehoben ist, sprechen seine explosiven Leistungen eine deutliche Sprache: 3. beim Scoring (13.2), 2. bei den Steals (2.2) und 1. bei den Freiwürfen (91%). Für die Backcourt-losen Knickerbockers ein Draft-Geschenk, wie man es sich nur wünschen kann.

5. Brandon Knight (Detroit Pistons): 11.4 Pts, 2.7 Ast, 1.8 Dreier
Knight bleibt ein kleines Enigma, weil er für ein mistiges Team spielt und dort unter dem Radar operiert. Potentiell steckt in ihm aber ein Franchise-Guard par excellence. Der 20-Jährige durfte in der letzten Woche vier mal für den verletzten Rodney Stuckey von Beginn auflaufen. Ergebnis: 15 Pts, 6 Reb und 3 Ast im Schnitt. Gute Werte für einen Rookie in einer komplett funktionsgestörten Pistons-Offensive. Die Zukunft bleibt vielversprechend.

6. Markieff Morris (Phoenix Suns): 8.8 Pts, 6.0 Reb, 55% Dreier
Morris bleibt der beste und effektivste Big Man des Jahrgangs und ein integraler Bestandteil im Spiel der Phoenix Suns. Obwohl sich viele nicht sicher waren, wie genau der ex-Jayhawk ins Uptempo-System der Sonnen passen soll, überrascht der bessere der Morris-Zwillinge (siehe unten) durch sein immer besser werdendes Rebounding (letzte Woche knapp 7 Bretter im Schnitt) und seinen sicheren Distanzwurf (55% Dreier). Beim Heimsieg gegen Milwaukee verbuchte 'Kieff sein erstes Profi-Double-Double (13 Pts/10 Reb).

7. Norris Cole (Miami Heat): 10.4 Pts, 3.8 Ast, 1.5 Stl
Cole kam nach seinem glühend heissen Start wieder in Richtung Erde zurück geflattert. In der vergangenen Woche erzielte der (zu) hoch gepriesene Heat-Guard nur noch 8 PPG bei mageren 38% aus dem Feld. Was beweist: Mario Chalmers' Spielzeit und Durchschlagskraft auf dem Parkett stehen in unmittelbarer Relation zu Cole's Aktienkurs. Er wird als Backup für Miami durchaus gute Arbeit leisten. Von den Top-Rookies in '11/12 ist Cole dennoch ein ganzes Stück entfernt.

8. Derrick Williams (Minnesota T'wolves): 8.7 Pts, 4.6 Reb, 0.8 Stl
Für den Wolves-Forward lief es zuletzt etwas besser. Er nimmt zwar immer noch viel zu viele Würfe aus der Distanz (und verfehlt zu oft), was bei seinen athletischen Fähigkeiten nie die erste Option sein kann. Dank Beasley's Verletzung gab's für DW aber mehr Spielzeit und drei Spiele in Folge im zweistelligen Punktebereich. Ein Schritt nach vorn. Und dann sind da ja noch die Highlights im Zusammenspiel mit seinem spanischen Rookie-Kollegen...

9. Kemba Walker (Charlotte Bobcats): 9.9 Pts, 3.0 Ast, 0.7 Stl
Walker fällt im Ranking etwas ab, vor allem weil ihm DJ Augustin in Charlotte vermehrt die Spielzeit vor der Nase weg stibitzt. Der Rookie hatte in den letzten Partien zunehmend Probleme, sich in verringerter PT in einen Rhythmus zu spielen und verfehlte knapp drei Viertel all seiner Wurfversuche. Wenn er es nicht schafft, Fouls zu ziehen, bleibt der ex-Huskie in seiner derzeitigen Rolle bei den schwachen Bobcats meist komplett wirkungslos.

10. Tristan Thompson (Cleveland Cavs): 7.9 Pts, 1.6 Blk, 54% FG
Der Nummer 4 Pick fällt stark ab und muss zunehmend befürchten, hier bald von Bucks-Forward Jon Leuer überholt zu werden. Seine Werte in den letzten sieben Tagen: mickrige 5.5 Punkte und nur 3.8 Rebounds pro Spiel. Thompson foulte viel zu oft und verfiel zunehmend in alte Preseason-Muster zurück. Seine energische Spielweise und starker Saisonstart halten ihn zwar im Ranking. Aber noch so eine Woche, und Thompson muss seinen Rookie Check Top 10 Platz wohl räumen.


Zum Vergessen:
Enes Kanter (Utah Jazz, 3. Pick): 4.3 Pts, 0.6 Blk, 36% FG
Bismack Biyombo (Charlotte Bobcats, 7. Pick): 2.2 Pts, 2.7 Reb
Jimmer Fredette (Sacramento Kings, 10. Pick): 8.4 Pts, 36% FG
Klay Thompson (Golden State Warriors, 11. Pick): 5.3 Pts, 38% FGAlec Burks (Utah Jazz, 12. Pick): 5.8 Pts, 1.0 Ast
Marcus Morris (Houston Rockets, 14. Pick): 1.7 Pts, 0.7 Reb, 20% FG