19 Januar 2012


Der wöchentliche, kompakte Blick auf die Rookie Tops und Flops des Draft-Jahrgangs 2011 (Stand: 18. Januar 2012)


1. Kyrie Irving (Cleveland Cavaliers): 17.7 Pts, 5.2 Ast, 49% FG
So gut der Spanier im hohen Norden auch spielt, und so sehr ihn die Medien auch hypen, an Kyrie Irving's Effektivität und Konstanz kommt Ricky Rubio nicht heran. Der Nummer 1 Pick verblüfft Woche für Woche mit seiner nahtlosen Anpassung ans Profispiel - trotz magerer 11 Spiele College-Karriere. Seine Statistiken werden immer besser und lesen sich im Januar so: 19 Punkte, 5 Assists pro Partie bei sensationellen 52% aus dem Feld und 87% von der Linie. Die Cavaliers spielen - völlig überraschend - um einen Playoff-Platz mit. Irving leistet daran den Bärenanteil.

2. Ricky Rubio (Minnesota Timberwolves): 10.3 Pts, 8.3 Ast, 2.0 Stl
Die schlechte Nachricht gleich mal vorweg: Rubio's anfangs irrsinnige Trefferquoten kommen langsam aber sicher wieder zur Erde zurück (nur noch 45% FG und 78% FT), während sich die Gegner langsam auf ihn einstellen. Jetzt aber die guten News: gegen seine Playmaker-Skills ist kein Defense-Kraut gewachsen. Der kleine Spanier brillierte mal wieder im Open-Court Spiel (9.7 APG) und als Defensivpest (3.3 SPG) in den vergangenen 7 Tagen. Gegen Atlanta am letzten Samstag zeigte Rubio sein vermeintlich bestes Saisonspiel mit 18 Punkten, 12 Assists und 5 Steals.

3. MarShon Brooks (New Jersey Nets): 14.6 Pts, 4.2 Reb, 47% FG
Auch Brooks wird - ähnlich wie Irving - von Woche zu Woche besser. Seine Zahlen steigen zumindest stetig, was suggeriert, dass er sich zunehmend ans NBA-Spiel und an seine Rolle im Team gewöhnt. Die beinhaltet in erster Linie das Scoren des Basketballs, und das liegt dem 1,96m Mann mit den Krakenarmen bestens. Brooks punktet mittlerweile konstant im zweistelligen Bereich, greift sich 4-5 Rebounds pro Abend (Career High 10 Bretter gegen Atlanta), trifft den langen Ball extrem sicher (40% Dreier) und weiss auch als Verteidiger seinen Mann zu stehen. Hört sich stark nach prototypischem NBA Off-Guard an.

4. Kemba Walker (Charlotte Bobcats): 11.5 Pts, 3.3 Ast, 1.1 Stl
Walker hatte die wohl ereignisreichste Woche aller NBA-Frischlinge hinter sich. Der Rookie fand sich nach diversen Lineup-Wechseln von Coach Paul Silas urplötzlich in der Startformation wieder, und nutzte seine Chance eiskalt. 17.3 Punkte, 5 Assists, 4 Rebounds und 2.6 Steals pro Abend skizzieren das Langzeitpotential des kleinen Scorers ausgezeichnet. Solange Corey Maggette verletzt pausieren muss - was erfahrungsgemäss sehr lange sein kann - wird Walker weiterhin seine Vollzeit-Chancen bekommen. Wenn er noch an seiner Wurfauswahl arbeitet, sehe ich den kleinen NCAA-Champ dauerhaft unter den Rookie Top 5.

5. Brandon Knight (Detroit Pistons): 12.1 Pts, 3.1 Ast, 1.8 Dreier
Auch in der mittlerweile vierten NBA-Woche besticht Knight bei den Pistons dank seiner Treffsicherheit von aussen (fast 2 Dreier pro Abend) und einem extrem hohen Basketball-IQ. Der 8. Pick konnte in 8 der letzten 9 Partien zweistellig punkten und zeigt von Spiel zu Spiel, dass er sich immer besser auf NBA-Defensiven einzustellen vermag. Trotz Rodney Stuckey und Ben Gordon hat sich der drittbeste Punktesammler unter den Rookies als effizienteste Backcourt-Option in Detroit etabliert.

6. Iman Shumpert (New York Knicks): 11.8 Pts, 3.2 Ast, 2.3 Stl
Eine Lehr- und Lernwoche für den Shump, der sich mit einem wahren Backsteinfestival eigenhändig aus der Top5 ballerte. Ein schlechter Wurfversuch nach dem anderen brachte nicht nur seine Coaches, sondern vor allem seine Mitspieler auf die Palme. Shumpert entschuldigte sich gleich nach dem 5 von 20 Abend in Memphis bei allen Beteiligten und gelobte Besserung. Das sah dann mit 6 von 19 in den nächsten beiden Partien aber nicht viel besser aus. Wenigstens hängt sich der Rookie in der Defensive weiter rein (2.5 SPG in den letzten 7) und versucht so, seine Fehler wieder auszubügeln. Fluch und Segen eben.

7. Markieff Morris (Phoenix Suns): 8.7 Pts, 5.4 Reb, 49% Dreier
Ach ja, die Wachstumsschmerzen eines NBA-Rookies. Suns-Draftpick Markieff Morris zeigt nach mehreren Topleistungen zu Saisonbeginn, warum die erste Profisaison für viele College-Spieler einer Achterbahnfahrt gleicht. Morris kämpft mittlerweile mit der eigenen Unkonstanz (ein gutes Spiel - wie 13/8 gegen Cleveland - wechselt sich mit einem miesen - wie 3/1 gegen New Jersey - ab) und einer üblen Erkältung, die ihm schwer zu schaffen macht. Je besser Marcin Gortat in die Saison findet, desto mehr rutscht 'Kieff in den Rankings nach unten.

8. Kawhi Leonard (San Antonio Spurs): 8.5 Pts, 5.4 Ast, 50% FG
Leonard, mit vielen Vorschusslorbeeren in die Preseason gegangen, erhielt erst nach der Verletzung von Manu Ginobili die Gelegenheit, sich in den Fokus zu spielen. Mittlerweile glänzt der ex-Azteke durch seine Vielseitigkeit sowie seine Qualitäten als Rebounder und Verteidiger. Leonard punktete in den letzten sechs Partien zweistellig und führte in der vergangenen Woche alle Rookies mit knapp 7 Rebounds im Schnitt an. Seine 19 Zähler (9-12 FG) und 4 Steals in Milwaukee öffneten vielen Beobachtern die Augen. Unbezahlbar: das Vertrauen von Spurs-Coach Greg Popovich, der grosse Stücke ihn hält.

9. Jon Leuer (Milwaukee Bucks): 7.6 Pts, 3.9 Reb, 54% FG
Dass ex Frankfurt Skyliner Jon Leuer es seinem Coach irgendwie angetan hatte, konnte man schon während der Preseason bemerken. Der Zweitrundenpick (40.) stieg im Laufe der Zeit in der Gunst von Scott Skiles immer mehr und durfte beim Sieg gegen Detroit zum ersten Mal von Anfang ran. Sein Debut als Starter war mit 15 Punkten, 6 Rebounds und 5 Assists vielversprechend. Wer Skiles kennt, weiss auch, dass er Spielern wie Leuer, die vor allem durch ihren Basketballverstand glänzen, 20-30 Minuten pro Abend verschaffen wird. Ein echter Steal für Milwaukee in Runde zwei.

10. Chandler Parsons (Houston Rockets): 7.3 Pts, 5.5 Reb, 1.2 Stl
Der ehemalige Florida Gator hat sich in Houston wie aus dem Nichts in die Rotation gespielt. Coach Kevin McHale lobt seinen Zweitrundenpick bei jeder Gelegenheit und ist begeistert von dessen Einsatzwille und Härte im Spiel. Gut möglich, dass McHale viel von sich selbst im 2,06m Forward wieder erkennt. Zumindest beloht er ihn mit mittlerweile knapp 30 Minuten pro Partie. Parsons führt alle Rookies bei den Rebounds an.


Zum Vergessen:
Derrick Williams (Minnesota Timberwolves, 2. Pick): 7.3 Pts, 40% FG
Enes Kanter (Utah Jazz, 3. Pick): 4.8 Pts, 0.5 Blk
Bismack Biyombo (Charlotte Bobcats, 7. Pick): 2.9 Pts, 3.3 Reb
Jimmer Fredette (Sacramento Kings, 10. Pick): 7.6 Pts, 34% FG
Klay Thompson (Golden State Warriors, 11. Pick): 6.2 Pts, 40% FGAlec Burks (Utah Jazz, 12. Pick): 6.3 Pts, 0.8 Ast
Marcus Morris (Houston Rockets, 14. Pick): 1.7 Pts, 0.7 Reb, 20% FG