17 Februar 2012


Ohne grosse Namen, dafür aber in komplett neuem Gewand kommt der diesjährige Slam Dunk Contest daher. Die NBA überlässt es nun ausschliesslich den Fans, den Gewinner zu bestimmen. Damit fällt zum ersten Mal in der Geschichte des Bewerbs das Noten-Gremium weg, das in der Vergangenheit immer einen kumulativen Score vergeben und so über Weiterkommen, Sieg und Niederlage bestimmt hatte. In den letzten Jahren waren zwar noch Wertungsrichter am Start, die aber mehr und mehr zugunsten des Fan-Votings in den Hintergrund gedrängt wurden (die Fans wählten im Finale ihren Sieger aus).

Es werden insgesamt nur noch 12 Dunks zu sehen sein. Das ist schwach. Von den ehemals zwei Runden in den letzten Jahren (allein das schon nicht mehr ansatzweise vergleichbar mit den mehrstündigen Dunk-Offs in den 80ern, als sich Spieler wie Michael Jordan, Dominique Wilkins, Julius Erving, Larry Nance, Kenny Walker oder Clyde Drexler epische Duelle lieferten) ist nur noch ein einziger Durchgang übrig geblieben. Drei Dunks pro Teilnehmer, die dann von Fans auf der ganzen Welt auf NBA.com, Twitter oder per SMS benotet werden. Siegerehrung. Fertig.

Auch die grossen Stars sucht man in Orlando vergebens. Blake Griffin, der Titelverteidiger, ist ebenso wenig dabei wie sein Herausforderer Javale McGee, dem ohne Blake wohl der Ansporn fehlte. Damit dürften auch KIAs und parallele Korbanlagen der Vergangenheit angehören. Mich persönlich stört das überhaupt nicht. Wir gehören alle nicht zu der Sorte Zufallsfans, die noch nie von Iman Shumpert oder Derrick Williams gehört hat oder nicht wissen, dass Paul George und Chase Budinger massive Känguruh-Ups haben. Vielleicht ist ja genau dieser Underground-Modus auch eine Chance für den Dunk Contest, uns nach abgekarteten und zu Tode vermarkteten Events (hallo Nate-Rob, hallo Blake) endlich mal wieder das zu bieten, was wir insgeheim alle sehen wollen: Hangtime. Style. Und rigoroses Durch-die-Reuse-Dreschen.